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Gersthofen

12.11.2019

Steuerquellen in Gersthofen sprudeln (noch) munter

Der Brunnen im Nogentpark Gersthofen wird auch weiterhin sprudeln
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Der Brunnen im Nogentpark Gersthofen wird auch weiterhin sprudeln
Foto: Marcus Merk (Archiv)

Gersthofen muss aber wegen hoher Investitionen die Rücklagen angreifen. Und längerfristig müssen wohl Schulden gemacht werden. Dies sind die dicksten Brocken.

Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von 32 Millionen Euro erwartet die Stadt Gersthofen auch im kommenden Jahr. Dennoch wird sich bis Ende 2020 die Rücklage deutlich verringern – von derzeit 40 Millionen Euro auf dann 16,2 Millionen Euro. Der Grund sind zahlreiche Investitionen, unter anderem beim Straßen- und Kanalnetz sowie in die Schulen.

Das Gesamtvolumen des Haushaltsentwurfs, den Kämmerer Manfred Eding dem Finanzausschuss zu den Etatberatungen vorlegte, liegt bei knapp 114 Millionen Euro. „Das entspricht in etwa dem Volumen des Etats 2019“, so Eding. Auf den Verwaltungsetat entfallen demzufolge 74,9 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt 38,9 Millionen Euro. Auch der Anteil an der Einkommensteuer steigt auf 14,6 Millionen – 400.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Personalausgaben steigen um gut drei Millionen

Erfreut zeigte sich der Kämmerer über den Umstand, dass aufgrund eines neuen Berechnungsschlüssels die Gewerbesteuerumlage, welche die Stadt zahlen muss, von 5,8 (2019) auf 3,1 Millionen Euro sinkt. Einen deutlichen Anstieg gibt’s bei den Personalausgaben. Sie steigen um gut drei Millionen auf 18,7 Millionen Euro. „Wir betreiben sehr viele Kindergärten selber und haben in den vergangenen Jahren sowohl die Betreuungsplätze als auch das Personal in diesem Bereich ausgebaut“, erklärte der Kämmerer den Anstieg. „Außerdem wird der Bauhof wieder von den Stadtwerken in die Trägerschaft der Stadt überführt, was mit 1,4 Millionen an Personalkosten zu Buche schlägt.“

Karl-Heinz Wagner (CSU) betonte: „Personalkosten und Kreisumlage halten sich bei uns inzwischen nahezu die Waage.“ Die Kreisumlage steigt nämlich von 16,7 Millionen auf 18,8 Millionen Euro. „Das liegt daran, dass sie auf Basis unseres Etats von 2018 berechnet wird, als wir erstmals bei 30 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen angelangt waren.“ Dennoch liegt die Zuführung zum Vermögenshaushalt – also der Überschuss aus dem Verwaltungsetat – bei knapp 7,1 Millionen Euro.

Doppelte Ausgaben für Mieten und Pachten

Für Mieten und Pachten gibt die Stadt 1,46 Millionen Euro aus – mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2019. „Das liegt vor allem an den Containern, die wir bei unseren Schulen beziehungsweise Kindertagesstätten angemietet haben“, erklärte Eding.

4,15 Millionen Euro wendet die Stadt für Zuschüsse an kirchliche oder freie Träger auf. „Ein guter Teil davon fließt in den Kindergarten am Ballonstartplatz, der an einen freien Träger übergeben wurde“, so Eding weiter. „Wenn wir hier eigenes Personal vorhalten müssten, ginge das wesentlich stärker ins Geld“, betonte er.

Bürgerservicezentrums im Rathaus kostet 1,02 Millionen Euro

Weitere 580.000 Euro fließen in den Bau des neuen Bürgerservicezentrums im Rathaus, das Anfang des Jahres eröffnet werden soll und damit dann 1,02 Millionen Euro gekostet hat. Auch für den Ausbau des Rathauses fließen 2020 noch Beträge. So entstanden im Dach weitere Büroräume, und der Dachstuhl musste unter anderem erneuert werden. 1,1 Millionen sind noch einmal vorgesehen – die gesamten Umbaukosten liegen damit bei 2,4 Millionen Euro. 75.000 Euro werden am Rathaus noch für den Brandschutz fällig. Damit wurden mit den Investitionen in den Vorjahren insgesamt 1,77 Millionen Euro für die Sicherheit ausgegeben. Alle Ausgaben für die städtischen Gebäude summieren sich im Jahr 2020 auf knapp 16 Millionen Euro.

Auch für Grundstücke wird im kommenden Jahr einiges ausgegeben. So sollen für drei Millionen Waldflächen gekauft werden, eine Million fließt in Ausgleichsflächen für Bauland, für 320.000 Euro wird eine angebotene Fläche in Rettenbergen erworben, die im Sinne des Gersthofer Biodiversitätskonzepts genutzt werden soll. Diesem Zweck dient auch eine weitere halbe Million, für welche Potenzialflächen angeschafft werden sollen.

Die Ausgabenentwicklung im Blick behalten.

Hinsichtlich der zahlreichen Um- und Neubauten an den städtischen Schulen und Neubauprojekten wie dem Mehrgenerationenhaus riet der Kämmerer den Räten, auch die Ausgabenentwicklung der nächsten Jahre im Blick zu behalten. Bis 2023 und in den Folgejahren werden sich seiner Kalkulation nach die Investitionen auf insgesamt 80,2 Millionen Euro summieren. „Wir werden mit Sicherheit einmal in die Schulden rutschen, aber das ist in Anbetracht der Ausgaben für unsere Schulen noch in Ordnung“, sagte der Kämmerer.

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