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Neusäß

07.12.2017

Stinkbombe führt zu Evakuierung der Eichenwaldschule in Neusäß

Ein übler Scherz hat am Mittwoch zur Evakuierung der Eichenwaldschule in Neusäß geführt. Der Grund ist zwar bekannt, wer hinter der Tat steckt, allerdings noch nicht.
Bild: Marcus Merk

Übler Geruch verbreitet sich im Gebäude. Die Rektorin bringt 400 Schüler in Neusäß vorsichtshalber in Sicherheit. Erst nach fast zwei Stunden steht fest: Es war eine Stinkbombe.

Kurz nach dem Pausengong schrillen in der Eichenwaldschule in Neusäß die Alamglocken: Feueralarm. Rektorin Jutta Gasteiger ordnet an, dass die 400 Schüler in der angrenzenden Turnhalle warten sollen. Die Feuerwehr Neusäß-Täfertingen rückt zuerst an, denn im Schulgebäude verbreitet sich ein beißender Geruch. Schuld ist eine Glasampulle, aus der eine gelbe Substanz läuft.

Welche Gefahr von der Flüssigkeit ausgeht, ist zunächst nicht klar

An den Vorfall, der sich am Mittwoch gegen 10.15 Uhr ereignet hat, erinnert sich Rektorin Jutta Gasteiger genau: „Der Hausmeister hat mir berichtet, dass etwas im Treppenhaus nicht stimmt und sich unangenehmer Geruch verbreitet.“ Zusammen machen sie sich auf die Suche und finden den Übeltäter: Einen knapp acht Zentimeter großen, zertrümmerten Glasbehälter. Aus diesem trieft eine gelbe Flüssigkeit. „Es war ein richtig kräftiger Fleck. Gerochen hat es nach Milchsäure, nicht nach einer gewöhnlichen Stinkbombe, die man aus dem Schulalltag leider kennt“, erklärt Gasteiger.

Die Feuerwehr Neusäß-Täfertingen dringt ausgerüstet mit Atemmasken in das Schulgebäude ein. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Schüler allesamt in der angrenzenden Turnhalle. „Dort haben wir sie evakuiert, weil wir nicht wussten, welches Ausmaß der Vorfall einnimmt“, sagt die Rektorin rückblickend. Auch für Einsatzleiter Christian Kannler sei die Situation zunächst nicht klar gewesen: „Bei der Ersterkundung haben wir lediglich einen stark beißenden Geruch wahrgenommen, der sich nicht weiter definieren ließ.“ Mit speziellen Messgeräten schließen sie aus, dass es sich um ein giftiges chemisches Gemisch handelt. An einen ähnlich üblen Scherz kann er sich nicht erinnern. Zusammen mit der Polizei stellen sie die Reste der Ampulle sicher. Die Probe schicken sie umgehend an das Landesamt für Umwelt. Die genaue Analyse steht noch aus, doch schon in der Schule wird klar: Es handelt sich um eine Stinkbombe, die frei erhältlich ist und gleich im Mehrfachpack verkauft wird. Thomas Klingler, stellvertretender Leiter der Gersthofer Polizei, schätzt den Inhalt auf zehn Milliliter: „Also nicht sonderlich groß, aber es hat gereicht, um für Aufregung zu sorgen.“

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Unter den Schülern bricht keine Panik aus

Die Dämpfe haben sich auf die Mittelschule beschränkt, wie Rektorin Gasteiger erklärt: „Nach dem Alarm verschließt sich die Verbindungstür zur Grundschule automatisch.“ Unangenehm sei es für die Mitarbeiter in der Mensa gewesen, die gerade das Mittagessen vorbereitet haben. Gasteiger ist froh, dass die Evakuierung der Schüler problemlos verlaufen ist. „Der Vorteil des Neubaus ist, dass wir erst Anfang Oktober das neue Sicherheitskonzept geübt hatten. Die Abläufe sind noch sehr frisch“, sagt sie.

Es sei keine Panik unter den Schülern ausgebrochen, weil diese gewusst haben, dass bald erneut ein Probealarm stattfindet. „Daher dachten sie wahrscheinlich nicht, dass es ein Ernstfall ist. In der Halle habe ich dann gleich die Ansage gemacht, dass es zwar ein Problem gibt, aber keine Gefahr davon ausgeht“, erklärt die Rektorin. Zwei Stunden verbrachten sie zusammen in der Turnhalle. Vereinzelt haben Schüler wegen der Aufregung mit ihrem Kreislauf zu kämpfen gehabt. Kriseninterventionsteam, Schulpsychologin und ein Geistlicher kümmerten sich um die Betroffenen.

Unterricht wird nach der Evakuierung fortgeführt

Wer die Stinkbombe geworfen hat, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt. In einem Elternbrief äußert die Rektorin die Bitte, mit den Kindern diesbezüglich zu sprechen.

Nachdem die Feuerwehr mit einem Großlüfter für saubere Luft sorgte, kehrten die Schüler in ihre Klassenzimmer zurück. Der Unterricht wurde nach der Unterbrechung weitergeführt. Wie hoch die Kosten für den Einsatz ausfallen, ist noch nicht klar. Feuerwehrchef Kannler: „Einige hundert Euro reichen für die Größe des Einsatzes nicht aus.“

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