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Neusäß

24.02.2018

Streit in der Waldstraße nimmt kein Ende

Die Stadt will, dass die Waldstraße in Westheim asphaltiert wird und einen Wendehammer erhält, damit Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Rettungs- und Winterdienst oder Müllfahrzeuge sicher fahren und wenden können. Doch das hält eine Mehrheit der Anwohner für unnötig.
Bild: Marcus Merk

Die Debatte um den Ausbau und den Wendehammer spaltet die Nachbarschaft in Westheim tief. Die Fronten sind verhärtet

Zum x-ten Male in den vergangenen Jahren ging es im Neusässer Planungsausschuss erneut um die Waldstraße in Westheim, die ausgebaut werden soll. Die Stadtverwaltung fordert dies unter anderem aufgrund der Verkehrssicherungspflicht. Vor allem bei schlechter Witterung könnten Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Rettungs- und Winterdienst oder die Müllabfuhr den geschotterten Weg im Nobelviertel am Waldrand kaum gefahrlos befahren. Ein Müllfahrzeug ist auch schon einmal stecken geblieben.

Unzählige Untersuchungen, fachliche Einschätzungen, Briefe, Gutachten und Rechtsanwaltsschreiben füllen in der Sache bereits die Aktenordner.

Schon 2014 beschloss der Stadtrat, dass am Ende der rund 220 Meter langen Sackgasse ein Wendehammer entstehen soll. Die Pläne, die Heinz Zettl vom beauftragten Ingenieurbüro Steinbacher Consult nun in der Sitzung am Donnerstagabend vorstellte, stoßen aber weiterhin bei einer Mehrheit der rund ein Duzend Anlieger der Waldstraße auf erbitterten Widerstand. Etliche Betroffene waren bei der Sitzung anwesend.

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Sie lehnen vor allem den Eingriff in den Kobelwald für den Bau eines Wendehammers ab und verweisen darauf, dass es nur wenige Tage im Jahr sind, an denen es Probleme mit der Zufahrt geben könnte. Da die Waldstraße eine Straße dritten Grades ist, werde sie ohnehin sehr selten geräumt, sagen die Anwohner. Darüber hinaus seien die Ausbaugegner bereit, für den Wegeunterhalt selbst aufzukommen.

Die Entscheidung über den Ausbau fällt den Stadträten unter anderem deshalb so schwer, weil auf die Anwohner je nach Größe ihrer Grundstücke Kosten von etwa 15000 bis 30000 Euro zukommen könnten. Das nahende Ende der ungeliebten Straßenausbaubeitragssatzung ändert daran übrigens nichts, denn sie bezieht sich nur auf bereits bestehende Straßen, nicht auf neu gebaute.

Stadtbaumeister Dietmar Krenz betonte, dass man sich nach Gesprächen mit allen Beteiligten bemüht habe, eine kompromissfähige Lösung zu erarbeiten. So seien sämtliche Bäume erfasst worden, mit der jetzigen Entwurfsplanung, die den Wendehammer nach Süden verlagert, könnten schützenswerte Bäume erhalten bleiben und der Eingriff in den Stiftungswald verringert werden.

Mit dieser Lösung könnte laut Bürgermeister Richard Greiner auch Forstdirektor Hartmut Dauner, der für die Kobelwald-Stiftung den Wald betreut, leben. Das bezweifelte Stadträtin Inge Steinmetz-Maaz (Freie Wähler). Zu der nun vorgestellten „Minimallösung“ mit einem verkleinerten Wendehammer von 14 statt 20 Metern Durchmesser sagte sie: „Das ist immer noch enorm und nicht verhältnismäßig.“ Man solle nach Alternativen suchen.

Die Debatte endete ohne Abstimmung. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wollen sich alle Beteiligten noch einmal mit Forstdirektor Dauner zu einem Ortstermin treffen.

In der Nachbarschaft der Waldstraße sind die Fronten verhärtet. Viele Konflikte über die Jahre belasten das Verhältnis. Besonders die Rodung von Bäumen durch den CSU-Stadtrat Axel Salzmann und der zehn Jahre währende Rechtsstreit um das Baurecht auf dem Grundstück der Salzmanns – das sie sich 2016 vor Gericht erstritten – sorgte für Zündstoff. Salzmann gehört zu den Befürwortern des Straßenausbaus.

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