1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Streit über Erdarbeiten in der Steinhalde

Bau

03.04.2019

Streit über Erdarbeiten in der Steinhalde

Im Bonstetter Gemeinderat erhitzt die Debatte um das neue Baugebiet die Gemüter. Außerdem gibt es Neues zum Umbau der Grundschule in Adelsried

Höchst attraktiv, aber schwer zu bebauen – so stellt sich die Wohnlage Bonstettens unter dem mächtigen wie prächtigen Stauffersberg seit Langem dar. Das topografisch anspruchsvolle Gelände dort macht Planern wie Baufirmen immer wieder zu schaffen – auch den Bürgervertretern bei ihrer jüngsten Sitzung im Rathaus.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Dieses Mal betraf es ausgerechnet ein Areal im Südwesten, das schon seit Jahren die Gemüter auch außerhalb des Sitzungssaales bewegt. Das gilt erst recht für den Rathauschef, der als einer der Grundeigner wegen „persönlicher Befangenheit“ vor Beratungen über das knapp vier Hektar große Baugebiet mit mehr als drei Dutzend Flächen seinen Stuhl verlassen muss. Deshalb übernahm Zweiter Bürgermeister Bernd Adam (CSU) das Kommando der Erörterung, bei der auch zwei persönlich beteiligte Räte bei einer Abstimmung über das Vorhaben ihre Hand nicht heben durften.

Die Überarbeitung war notwendig geworden, weil laut Landratsamt im Plan festgelegte Höhenbezugspunkte fürs Bauen nicht mehr der Realität entsprechen. Der Hintergrund: Einst im Konzept eingetragene Referenzlinien im dortigen Gelände waren wegen der Erdarbeiten im Rahmen der Erschließung nicht mehr aktuell. Das heißt, es wird Bezug genommen auf etwas, das gar nicht mehr da ist. „Wo der natürliche Boden beim Bauen entfernt wurde, müssen neue Bezugspunkte her“, erklärte Gastreferent Gerd Sahlender der überraschten Runde, der auch Bernd Adam klarmachte, dass damit für alle Seiten Rechtsklarheit geschaffen werden müsse.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Ingenieur Sahlender von einem Kissinger Planungsbüro präsentierte Fotos der betreffenden Erschließungsstraße in Hanglage, bekam deshalb jedoch die volle Wucht der Kritik einzelner Bürgervertreter zu spüren. „Für mich sieht das wie eine falsch verplante oder verbaute Straße aus“, zürnte Rätin Petra Zinnert-Fassl (Freie Wähler) und warf wegen des sichtlich ansteigenden Untergrunds das im Ort berühmt-berüchtigte Stichwort „Mauerbau“ in die Runde. In einem anderen Baugebiet in Bonstetten gab es bereits Probleme, weil dort eine deutlich zu hohe Mauer gebaut worden war. Ein zwei Meter hoher Gartenwall in Richtung Straße ärgerte manches Ratsmitglied so sehr, dass sich darüber sogar eine Grundsatzdebatte entzündete. Schließlich musste ein Teil der Mauer rückgebaut werden.

Als Petra Zinnert-Fassl bei weiteren von der Verwaltung vorgeschlagenen Planungstext-Änderungen eine „schleichende Vergrößerung der Grundflächenzahl“ und damit ein höheres Maß an Bebauung befürchtete, ging Interims-Sitzungsleiter Bernd Adam entschieden dazwischen: „Bleiben Sie bei den Fakten. Man kann etwas infrage stellen und dabei auf Unterstellungen verzichten.“ Die Besitzer dürften nicht schlechter dastehen als vorher. Und: „Wir können doch nicht den gesamten Abhang abtragen, damit alles in Ihrem Sinne ausfällt.“ Auch CSU-Parteikollege Georg Kaim sowie der Grüne Leo Kränzle rieten zu raschem Handeln. Dies beherzigend brachte das Gremium die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg.

Auch über den Umbau der Grundschule in Adelsried wurde diskutiert. Wobei das 1,5-Millionen-Euro-Projekt eines Neubaus der Grundschule erst auf Anfang steht. Die bislang mit dem Nachbarn Adelsried dort genutzte Einrichtung aus den 80er-Jahren soll von einer Fläche von 174 Quadratmetern auf beinahe das Doppelte wachsen. Von den 143 Kindern an der Schule stammen knapp 60 aus Bonstetten.

Tendenz steigend, worauf Hermann Wengenmair (CSU) hinwies: „In Zukunft werden es neun Klassen statt jetzt sieben Klassen sein, mit mehr Lehrern und Platzbedarf“, begründete das Ratsmitglied sein Anliegen eines Neubaus. Den sah der Bürgermeister am ehesten auf dem benachbarten Sportgelände. Den Standort auf der grünen Wiese präferierte Lehrkraft Petra Zinnert-Fassl ebenso. Ein Beschluss zu den Plänen zur Grundschule wurde nicht gefasst.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren