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Neusäß

27.09.2020

Streit um die Friedensnacht in Neusäß: Musik trotz Corona?

In den vergangenen Jahren waren viele Vereine bei der Friedensnacht dabei.
Bild: Marcus Merk (Archivbild)

Plus Ein Gottesdienst, dann eine Feier mit den Fahnenabordnungen der Vereine: So sah die Friedensnacht in Neusäß bisher aus. Doch das geht heuer wegen der Corona-Auflagen nicht.

Bürgermeister Richard Greiner hat auf der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung, Schulen und Sport klargemacht, warum heuer am Volkstrauertag einiges anders sein muss. „Wir wollen keinen Corona-Hotspot schaffen.“ Gleichzeitig wolle man aber doch so viel wie möglich den Neusässer Bürgern bieten. In normalen Jahren seien üblicherweise um die 300 Personen zur Friedensnacht gekommen.

Zum Gottesdienst in die Neusässer Kirche St. Ägidius dürften nur 83 Menschen

Die neue Leiterin des Kulturbüros, Veronika Wanninger, und ihre Mitarbeiterin Tanja Meir haben sich deshalb in den vergangenen Wochen mit Alternativen beschäftigt. Sie sehen vier Möglichkeiten: Zum einen könnte die Feier allein mit einem Gottesdienst in St. Ägidius stattfinden. Laut Hygienekonzept könnten daran 82 Personen teilnehmen. Der Rest der Friedensnacht müsste abgesagt werden.

Die zweite Möglichkeit wäre, den Gottesdienst mit einer Gedenkfeier zu verbinden und als Livestream in die Stadthalle zu übertragen, wo weitere Personen teilnehmen könnten. Als dritte Alternative schlug Tanja Meir eine solche Feier im Stadion des TSV Neusäß vor. Allerdings: „Für das Stadion gibt es noch kein Hygienekonzept. Wie viele Menschen dann wirklich dabei sein können, wissen wir noch nicht“, gab sie zu bedenken.

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Auch ein Livestream zur Friedensnacht Neusäß wird diskutiert

So war es dann auch die vierte Möglichkeit, die nun weiterentwickelt werden soll: Die gesamte Feier findet in der Stadthalle statt, dort gibt es laut Hygienekonzept Platz für etwa 200 Personen. Tanja Meir berichtet, dass Pfarrer Spiegel sich vorstellen könne, den Gottesdienst dort statt in der Kirche abzuhalten. Hinzukommen könnten Elemente der Feier der Stadt, freilich anders als sonst. So sei schon klar, dass mit den Vereinen abgesprochen werden müsse, dass sie kleinere Abordnungen als üblich schicken, um mehr Zuschauer zuzulassen. „Auch die Musik muss sicher im kleinen Rahmen auftreten. Wir sollten zudem kostenlose Einlasskarten ausgeben, damit niemand umsonst kommt und abgewiesen wird“, schlug Stadtrat Markus Bühne (CSU) vor.

Und an dieser Stelle war es mit der Übereinstimmung im Ausschuss vorbei. Seine Kollegen Silvia Daßler (Grüne) machte deutlich, dass man lieber vorab an den Planungen beteiligt gewesen wäre, statt ein fertiges Konzept nur noch absegnen zu dürfen. Dazu wäre es auch gut gewesen, vorab schriftlich etwas in der Hand zu haben, statt erst während der Sitzung informiert zu werden. „Das hätten wir dann auch in der Fraktion besprechen können“, sagte sie. Tatsächlich hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen im Ausschuss und auch mit den Vereinen gegeben, wie die Friedensnacht attraktiver für einen größeren Teilnehmerkreis gestaltet werden könne. Versucht wurde vor allem, jüngere Menschen einzubinden. Wirklich ergeben hatten die Versuche allerdings nicht viel.

Stadtrat Sommer beklagt fehlende Absprache

Auch Stadtrat Stefan Sommer von den Freien Wählern passte das Vorgehen nicht. „Wir sind doch hier, um gemeinsam etwas zu entwickeln“, sagte er. Er sprach auch das Weinfest in wenigen Tagen auf dem Rathausplatz an: Auch das sei einfach plötzlich da gewesen, ohne vorherige Abstimmung mit den Stadträten. Dann hätte er nämlich eine Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle vorgeschlagen.

Eine Kritik, die Bürgermeister Richard Greiner überhaupt nicht verstehen konnte. „Wir sind mitten in einer Pandemie“, erinnerte er. Im Kulturbüro werde nach den tagesaktuellen Vorgaben versucht, das Mögliche auch umzusetzen. So sei es mit dem Weinfest gewesen, nachdem die möglichen Betreiber für einen Volksbiergarten, der zunächst als Ersatz für das Volksfest geplant war, alle abgesagt hätten. Und so sei es auch mit der Friedensnacht. Da käme auch etwa Blasmusik bei einer Veranstaltung überhaupt nicht infrage. Schließlich stimmte der Ausschuss einstimmig für das Konzept der Friedensnacht am 14. November.

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