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Stadtbergen

15.01.2019

Strohmayr zur SPD: Schwierig, aber nicht aussichtslos

Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr muss nun ein größeres Gebiet abdecken und sich auch mit mehr Themen befassen.
Bild: Andreas Lode

Wie sich die arg gebeutelte SPD im Augsburger Land wieder finden will.

Nur noch auf neun Prozent der Stimmen käme die SPD, wenn Landtagswahl wäre. So das Ergebnis einer Meinungsumfrage aus der vergangenen Woche. Simone Strohmayr glaubt trotzdem an die Zukunft ihrer Partei: „Wir werden wieder an Wichtigkeit gewinnen.“

Die SPD-Politikerin aus Stadtbergen ist eine von zwei schwäbischen Landtagsabgeordneten, die nach dem Debakel bei den Wahlen im Oktober noch im Amt sind. Mit Harald Güller (Neusäß) hat sie sich die Betreuung Schwabens und des Landkreises Augsburg aufgeteilt.

20 Mitarbeiter weniger

Strohmayr arbeitet von drei Büros aus: Eines ist im Münchner Landtag, wo die SPD-Fraktion die Hälfte ihrer Büros räumen und 20 Mitarbeiter weniger beschäftigen muss. Die beiden anderen Büros sind in Kissing im Kreis Aichach-Friedberg, wo Strohmayr als Direktkandidatin antrat, und im heimischen Stadtbergen. Dort befindet sich auch die Anwaltskanzlei, die nach Angaben der 51-Jährigen beinahe stillgelegt ist: „Ich mache nur noch ganz wenig.“ Auch ihr Stadtratsmandat in Stadtbergen hat sie zurückgegeben.

Begründung: Sie wolle ihre Kräfte konzentrieren auf die politische Arbeit für den Landtag. „In der jetzigen Situation will ich nicht auf zu vielen Hochzeiten tanzen.“ Weil die Zahl der SPD-Abgeordneten geschrumpft ist, muss Strohmayr nicht nur ein größeres Gebiet abdecken, sondern sich auch mit mehr Themen befassen. Ihren Schwerpunkt sieht sie aber nach wie vor in den Bereichen Soziales, Bildung, Frauen und Familie. Und die Rolle ihrer Partei müsse es sein, den Menschen in schwierigen Fragen Lösungen anzubieten und keine Panikmache zu betreiben.

Erst fangen und neu organisieren

Das gelte zum Beispiel für die Frage der Arbeitsplatzsicherheit oder den Mindestlohn, der nach Dafürhalten der SPD in Bayern höher liegen soll als in anderen Teilen der Republik. Strohmayr gesteht ein, dass sich ihre Fraktion nach dem Wahldebakel erst fangen und neu organisieren musste. Ihre Situationsbeschreibung: „Gerade ist es schwierig, aber nicht aussichtslos.“ Schwer tut sich die SPD auch im Augsburger Land. Die Europawahlen im Mai 2019 und die Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 rücken näher und der Unterbezirk im Augsburger Land hat noch nicht einmal einen Vorsitzenden, nachdem der bisherige, Florian Kubsch, im November das Handtuch geworfen hatte. Die Nachfolge ist offenbar noch immer nicht spruchreif.

Ähnlich sieht es bei der Frage nach einem Landratskandidaten aus, der im Frühjahr 2020 antritt. Gegenüber unserer Zeitung sagte Strohmayr, dass sie sich einen Herausforderer für Amtsinhaber Martin Sailer (CSU) wünsche. So richtig in Sicht scheint aber noch keiner.

Für die SPD in den Wahlkampf zu ziehen, war jedenfalls im Herbst kein Zuckerschlecken, räumt Simone Strohmayr ein. Ob an Infoständen, am Telefon oder per E-Mail - zum Teil sei sie wüst beschimpft worden. „Die Leute wollen keinen Dialog mehr, sondern nur ihren Frust los werden.“ Das sei verständlich, weil die Situation in vielen Lagen unübersichtlich sei. Aufgabe der SPD sei es nun, Lösungen anzubieten – und das durchaus auch in eigener Sache. „Wir sind gezwungen, uns zu überdenken“, sagt Simone Strohmayr und lässt offen, ob sie in fünf Jahren wieder antritt. „Das ist noch unendlich weit weg. Jetzt müssen wir erst einmal in den Arbeitsmodus finden.“ (cf)

Hier geht es zum Kommentar von Christoph Frey zur Lage der SPD: Kein Retter in Sicht

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