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Unwetter

10.07.2017

Sturmböen richten größere Schäden an

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3 Bilder
Zwischen Adelsried und Neusäß war eine Fahrerin im Grünstreifen gelandet.

Umgestürzte Bäume und überflutete Straßen. Bahn zwischen Dinkelscherben und Gessertshausen lahmgelegt

Das Gewitter am Sonntagabend brachte nicht nur Blitz und Donner, sondern vor allem auch schwere Sturmböen: Sie sorgten in weiten Teilen des Landkreises für Schäden. Zeitweise war die B 300 bei Diedorf gesperrt. Feuerwehren mussten heruntergebrochene Äste oder ganze Baumstämme aus dem Weg räumen.

Ein Baum landete auch auf dem Gleis der Bahnlinie Augsburg-Ulm. Zwischen Gessertshausen und Dinkelscherben war deshalb gestern ab 18 Uhr kein Zugverkehr mehr möglich. Die Bahn richtete für Fahrgäste einen Schienenersatzverkehr ein: Bis etwa 20 Uhr wurden die wartenden Zugfahrgäste mit Taxis im Pendelverkehr zwischen Dinkelscherben und Gessertshausen befördert. Auch auf anderen Strecken wurde der Bahnverkehr zeitweise unterbrochen.

Auf der Autobahn kam es zu zwei Unfällen: Die Autobahnpolizei musste nach Zusmarshausen und nach Adelsried, wo es in Fahrtrichtung Augsburg jeweils einen Leichtverletzten gab. Bei Adelsried war eine junge Frau in ihrem VW Polo offenbar zu schnell unterwegs, als der Starregen einsetzte: Als sie von der linken auf die mittlere Fahrspur wollte, verlor sie die Kontrolle über ihren Wagen.

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Das Fahrzeug schleuderte, prallte gegen die Mittelleitplanke und schlitterte von dort nach rechts auf den Grünstreifen. Mit dem Heck voran durchbrach das Auto zweimal den Wildschutzzaun, ehe er nach etwa 100 Metern zum Stehen kam. Die Fahrerin wurde leicht verletzt und vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Der Verkehr zwischen den Anschlussstellen Adelsried und Neusäß staute sich.

Kurz vor der Anschlussstelle Zusmarshausen in Fahrtrichtung München ein ähnliches Bild: Ein Kleintransporter war auf regennasser Fahrbahn nach links auf die Mittelleitplanke aus Beton geraten, wurde zurückgeschleudert und prallte anschließend gegen einen Kleinwagen, der gedreht wurde. Die Frau in dem VW Polo wurde leicht verletzt. Der Schaden belief sich auf rund 20000 Euro.

Der Starkregen sorgte auch für überflutete Straßen, teilweise lief Schlamm auf den Asphalt – so wie in der Deubacher Straße in Willishausen oder auch in Gessertshausen. Dort war im Ortszentrum beim Rathaus auch ein Baum umgestürzt. Zwischen Gessertshausen und Kutzenhausen an der B300 knickten weitere Bäume um, auf den Feldern wurde Mais flach gedrückt. Auch zwischen Gessertshausen und Margertshausen musste die Straße freigeräumt werden.

Wetterexperte Klaus Hager aus Neusäß geht davon aus, dass die Sturmböen Windstärke acht erreicht haben. Zum Vergleich: Bei Windstärke neun fallen die ersten Dachziegel. Denkbar sei, so Hager, dass der Landkreis im Kern einer Gewitterzelle lag. Dort passierte, was die Meteorologen als „Downrush“ bezeichnen: Kalte Luft stürzt von der Höhe fast senkrecht auf den Boden – ein schwerer Sturm, der entsprechend mit Regen oder Hagel Schäden anrichtet. Der Deutsche Wetterdienst hatte im Landkreis vor heftigem Starkregen sowie Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometer und Hagel gewarnt. Zentrum des Gewitters waren gegen 18 Uhr Stadt und Landkreis Augsburg. Ob sich das Extremwetter wiederholt? Klaus Hager: „Das Wetter bleibt nicht beständig.“

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