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Steppach

27.04.2015

TSV-Mitglieder sorgen sich um ihren Verein

Christin-Nicole Hebach und Christian Gruber gehören zum neuen Führungsteam des TSV Steppach.
Bild: Andrea Faber

Schwere Aufgabe fürs neue Team: Wie geht es weiter mit der maroden Sporthalle?

Das Interesse an der Jahreshauptversammlung beim TSV Steppach war groß. Über 120 Mitglieder fanden sich ein, wo sonst im Schnitt etwa 80 Personen zu erwarten sind. Den spannendsten Punkt auf der Agenda nahm neben den Neuwahlen die Diskussion um die Zukunft der vereinseigenen Halle ein. Insgesamt wurde an dem Abend klar: Viele Mitglieder sorgen sich um die Zukunft ihres Sportvereins. Weiterhin war herauszuhören, dass viele eher einen Neubau einer Halle als eine Sanierung favorisieren.

Neu gewählt wurden Tobias Wiesner als Erster Vorsitzender. Er war an dem Abend aus beruflichen Gründen verhindert. Ihm zur Seite stehen im Führungsteam Christin-Nicole Hebach als kassenführende Vorsitzende des Traditionsvereins. Christian Gruber, ehemals mit dem Posten Hebachs betraut, rückt zum Zweiten Vorsitzenden auf.

Zum Start in die Hallendiskussion stellte Gruber drei mögliche Szenarien vor: einen Neubau, eine Sanierung oder auch eine mögliche Rückgabe der Erbpachtverträge an die Stadt. Den Neubau umschrieb er mit den meisten Vorteilen für den Verein, die Sanierung mit den meisten Nachteilen. Bei einer eventuellen Pachtvertragsrückgabe würde nach Aussagen der Stadt die Halle nicht weiterbetrieben, so Gruber.

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Als Tenor der allgemeinen Diskussion kristallisierte sich heraus, was ein Mitglied dann auch klar äußerte: „Eine Sanierung wird nicht reichen.“ Wiederholt waren Stimmen zu hören, die ihrem Ärger dar-über Ausdruck machten, dass der Verein sich stets selbst finanziert habe, doch jetzt, wo es ihm schlecht gehe und er Geld brauche, bekäme er nichts von der Stadt. Hingewiesen wurde auch auf die Summe, die sich die Stadt in langen Jahrzehnten gespart habe, in denen sie den TSV – anders als andere Vereine – nicht subventionieren musste. „Wir werden dafür bestraft, weil wir Eigenleistungen erbracht haben“, so ein erzürnter Redner. Er meinte damit den Einsatz der Mitglieder für den Bau der Halle vor rund 30 Jahren und später für Reparaturarbeiten.

Auch wurde die Angst geäußert, nach einer eventuellen Kooperation mit dem Post SV könnten die Steppacher TSVler „auf der Strecke bleiben“. Eine Wortmeldung verdeutlichte diese Angst noch: „Es gäbe nichts Schlimmeres, als wenn der TSV untergehen würde.“

Gruber erklärte dazu, dass es hier Gespräche gebe, die aber noch am Anfang stünden, und der Post SV die Steppacher Variante nur „als eine von mehreren Möglichkeiten prüfe“. Auf eine Kooperation mit dem Augsburger Verein sei man gekommen, „weil diese Geld haben, aber keinen Platz, und bei uns ist es umgekehrt“, erläuterte er dem Plenum.

Angesichts einer bereits langsam bröckelnden Infrastruktur müsse nun zeitnah gehandelt werden, denn im Bereich Turnen stehen beispielsweise in Kürze weder die Abteilungsleitung noch die Stellvertretung mehr für das Amt zur Verfügung, berichtete ein Mitglied. Auf den Hinweis, die Turner könnten sich bald anderen Sportvereinen anschließen, sagte Bürgermeister Richard Greiner, dass dies wohl ernsthaft zu diskutieren sei. Er verwies auf einen „Kooperationsprozess“ der Neusässer Vereine, den er als neuen Trend sehe. Er wolle eine gute Zukunft für den Verein wie auch für Steppach, doch die Halle sei für die Stadt formal ein „Fremdobjekt“ und kein Eigentum, so wie andere Sporthallen im Stadtgebiet. Der Bürgermeister betonte, wie wichtig für die Stadt eine Kontinuität in der Vereinsführung sei.

Rainer Christl von der JFG Schmuttertal hakte beim Thema Kooperationen ein. Er verwies auf seine guten Erfahrungen mit gemeinschaftlichem Engagement.

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