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Gersthofen

02.03.2018

Technisch möglich – aber auch sinnvoll?

Zukunftsvision? So ähnlich wie hier auf unserer Bildmontage könnte es aussehen, wenn die Straßenbahnlinie 4 durch Gersthofen fährt – hier an der „Strasserkreuzung“ zwischen Augsburger, Bahnhof, - Donauwörther und Bauernstraße.
Bild: Marcus Merk (Fotomontage)

 Eine Machbarkeitsstudie zeigt, wie eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 nach Gersthofen aussehen könnte. Dafür ist aber ein großer Aufwand nötig. Die Stadträte sehen noch einige Unwägbarkeiten.

Eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 vom Haltepunkt Oberhausen-Nord P+R bis zur Berliner Straße ist technisch möglich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Gersthofer Stadtrat vorgestellt wurde. Weil dies mit beträchtlichem Aufwand und grob geschätzt 45 Millionen Euro Ausgaben verbunden ist, stieß die vorgeschlagene Trassenführung auf Zweifel.

Seit einigen Jahren dürfen die Busse der Gersthofer Verkehrsgesellschaft, wegen eines geänderten AVV-Konzepts, das Parallelfahrten mehrerer Linien zulässt, nicht mehr bis zum Hauptbahnhof in Augsburg fahren. Die Fahrgäste müssen am Haltepunkt Oberhausen-Nord P+R in die Straßenbahnlinie 4 umsteigen. Weil das den Umstieg auf öffentlichen Nahverkehr unattraktiver macht, ließ die Stadt Gersthofen das Ingenieurbüro Herbert Heinhaus prüfen, ob eine Verlängerung der Tramlinie technisch möglich ist.

Sieben neue Haltestellen in Gersthofen

Das Ergebnis ergab eine Verbindung durch die Augsburger und Donauwörther Straße bis zur Kreuzung Berliner Straße im Norden Gersthofens mit sieben neuen Haltestellen. Eine Variante, bei der die Straßenbahn an der Strasserkreuzung nach Westen in die Bahnhofstraße einbiegt und dort bis zum Park-and-Ride-Platz am Bahnhof führt, wurde verworfen. Der Grund seien zu enge Straßenbreiten, scharfe Gegenkurven und damit hohe Geräuschentwicklung, sagte Diplomingenieur Alexander Schwindel, der die Machbarkeitsstudie vorstellte.

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Die technisch machbare Variante führt von Oberhausen Nord über die Kreuzung an der Schönbachstraße bis zur Berliner Straße in Gersthofen. Eine Fahrt auf dieser 3,8 Kilometer langen Strecke würde etwa elf Minuten dauern. Ein eigener, von der Straße abgetrennter Gleiskörper, ist nur auf rund 1750 Metern möglich. Gerade im Gersthofer Stadtkern zwischen Am Hohlweg im Süden und der Thyssenstraße im Norden müssen die Bahnen auf der Straße fahren. Damit der Verkehr geordnet fließen kann und die Straßenbahn Vorrang erhält, sind laut Alexander Schwindel 16 Ampelanlagen erforderlich. Die Kreisverkehre an der Schönbachstraße sowie an der Schubertstraße und am Kirchplatz müssen zurückgebaut werden.

Park-and-Ride-Platz im Norden ist denkbar

Westlich der Berliner Straße liegt die Wendeschleife, dort könnten 280 neue P+R-Stellplätze errichtet werden. Die Fußwege haben nach diesem Konzept eine Mindestbreite von 1,5 Metern, die Radwege 1,60 Meter auf Augsburger und 1,50 Meter auf Gersthofer Flur. Nicht bei allen Kreuzungen, beispielsweise an der Bauernstraße, kann in beide Richtungen in die Augsburger/Donauwörther Straße eingebogen werden.

Peter Schönfelder (SPD/Grüne) schlug vor, die Trasse weiter nach Norden über Röntgen- und Henleinstraße ins dortige Gewerbegebiet und zur Stiftersiedlung zu führen.

Max Poppe (CSU) befürchtete „eine deutliche Verschlechterung für den Individualverkehr, denn gerade an den Stellen im Zentrum, wo wir jetzt schon Probleme haben, gibt es keine eigene Trasse“. Eventuell sei es besser, die Bahn am Festplatz enden zu lassen und von dort ein leistungsfähiges Busnetz anzubieten. „Eine Straßenbahnverlängerung wird es ohnehin nur mit einem Gesamtverkehrskonzept und einer deutlichen Ausweitung des Busverkehrs geben“, sagte Bürgermeister Michael Wörle.

Reicht eine Spur im Gersthofer Stadtkern?

Bernhard Happacher (FW) schlug vor, ab der Schubertstraße nach Norden nur eine Spur auf einem abgetrennten Gleiskörper anzubieten. „Die entgegenkommende Bahn müsste dann warten, bis die andere zurückkommt.“ Dies lehnte Augsburgs Stadtwerkechef Walter Casazza ab: „Eingleise sind Flaschenhälse, eine Verzögerung einer Bahn trifft alle nachfahrenden.“

Albert Kaps (Pro Gersthofen) befürchtete, dass die Straßenbahn zu Stoßzeiten mit den Autos im Stau stecken bleiben und sich Schleichverkehr entwickeln würde.

Die Parkplätze entlang der Augsburger Straße bleiben erhalten – bis auf den für die Haltestellen benötigten Platz erklärte Schwindler auf Anfrage Sandra Meitingers (CSU). Als nächster Schritt soll nun eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt und errechnet werden, wie viele Fahrgäste die Straßenbahn nutzen würden.  Kommentar

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