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Adelsried/Bonstetten

24.05.2019

Teilen sich Adelsried und Bonstetten bald ein Wassernetz?

Kommt bald Bonstetter Wasser aus dem Adelsrieder Hahn? Darüber wird jetzt diskutiert. 
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbol)

Eine Verbundsleitung zwischen Adelsried und Bonstetten könnte die Wasserversorgung beider Gemeinden in Zukunft verbinden. Aber ist das sinnvoll?

Die Wasserversorgungen der Gemeinden Adelsried und Bonstetten könnten in ein paar Jahren durch eine Verbundsleitung zusammenhängen, auch für die Notversorgung. Die Adelsrieder Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann (SPD) stellte diese Idee jetzt vor.

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Adelsried sei im Wasserversorgungskatalog noch ein „roter Fleck“, so Stegherr-Haußmann. Denn zum 2016 neu in Betrieb genommenen Tiefbrunnen am Axtesberg gäbe es derzeit keine Alternativversorgung. Keine Erlaubnis zur weiteren Wasserentnahme gab das Landratsamt für die alten Tiefbrunnen I und II am Kreuzfeld in Richtung Ortsausgang Welden. Daraufhin beschloss der Gemeinderat den Rückbau des ersten Tiefbrunnens (wir berichteten). Der zweite Tiefbrunnen sei nach einer Befahrung noch in recht gutem Zustand. Eine Reaktivierung würde Schätzungen zufolge rund 50 000 Euro kosten.

Kosten sollen bei 350.000 Euro liegen

Die Möglichkeit einer Verbundsleitung mit dem Nachbarort wurde bereits 2010 von einem Ingenieursbüro im Rahmen der Entscheidung für den Brunnenbau am Axtesberg mitgeprüft. Die Kostenschätzung dafür belief sich auf rund 350 000 Euro, inklusive der für das Gefälle zu Bonstetten nötigen Druckerhöhung. Ungefähr gleich viel würde auch ein neuer Brunnen kosten. Beide Maßnahmen würden vom Freistaat gefördert. Dafür müsse die Gemeinde jedoch baldmöglichst loslegen.

Teilen sich Adelsried und Bonstetten bald ein Wassernetz?

In Bonstetten bestünde aktuell das gleiche Problem, erklärt Bürgermeister Anton Gleich (CSU). Aktuell versorge ein Brunnen am Staufenberg die Gemeinde. Die zwei weiteren Brunnen auf Gemeindegrund können nicht mehr genutzt werden. Ein Wassernotverbund mit Adelsried wurde bereits 2014 durch einen von den Grünen initiierten Bürgerentscheid abgelehnt. Doch das Wasserwirtschaftsamt wies die Gemeindeverwaltung erneut darauf hin, sich ein zweites Standbein für die Wasserversorgung zu suchen. Deshalb hat auch Bürgermeister Gleich seinen Bonstetter Gemeinderäten die Alternativen aufgezeigt: Einen Notverbund mit Adelsried, einen generellen Verbund oder einen neuen Brunnen. Der Gemeinderat vergab einen Auftrag an ein Ingenieurbüro, die Alternativen und deren Kosten zu prüfen.

Was sind die Alternativen?

Ebenso berieten die Adelsrieder Gemeinderäte in der anschließenden Diskussion, welche der Möglichkeiten für Adelsried am besten sei. Gemeinderat und Installateur Franz Steiner (FWG) warnte vor der steigenden Wasserhärte bei einem Verbund. Würde man das Adelsrieder mit dem Bonstetter Wasser mischen, würde das Wasser kalkhaltiger. Bürgermeisterin Stegherr-Haußmann erinnerte, dass es sich um eine Notfallversorgung handle, die Vermischung jedoch für die Instandhaltung regelmäßig vorkommen könne. Einige Räte sprachen sich gegen die Reaktivierung des alten Tiefbrunnens aus, da mögliche Folgekosten ein Risiko darstellen würden. Für Bürgermeisterin Stegherr-Haußmann sei der Tiefbrunnen II jedoch noch eine Option. „Für mich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Notverbund oder Neubohrung“, so Steiner. Auch Josef Zott (CSU) stimmte zu.

Letztendlich half bei der Entscheidung die Kostenbetrachtung. Die Kosten für eine Verbundsleitung könnten sich die Gemeinden Adelsried und Bonstetten teilen, einen neuen Brunnenbau müsste jede Kommune selbst stemmen. Außerdem ginge der Trend sowieso zu Wasserverbünden, um dafür auch qualifizierteres Personal zu bekommen, bekräftigen Bürgermeisterin und Zott. Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte, eine Machbarkeitsprüfung dafür in Auftrag zu geben.

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