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Zusmarshausen

26.06.2019

Telefon-Trick: Banker schlägt Alarm und verhindert Betrug

Die Betrüger sitzen oft in einem Callcenter im Ausland. 

Ein falscher Staatsanwalt will 25000 Euro von einer 86-Jährigen ergaunern. Als das Geld übergeben werden soll, klicken die Handschellen.

Er ist der Held des Tages: Ein Bankmitarbeiter aus Zusmarshausen hat eine 86-jährige Frau vor einem großen Schaden bewahrt. Sie wäre beinahe um 25 000 Euro erleichtert worden. Am Ende klickten die Handschellen.

Die Polizei nahm am vergangenen Freitag einen 24 Jahre alten Mann fest. Er gehört vermutlich zu einer Bande, die es auf ältere Menschen abgesehen hat. Als Opfer hatten die Kriminellen auch eine 86-jährige Frau aus dem Bereich Zusmarshausen im Visier.

Anrufer gibt sich als Staatsanwalt aus

Sie erhielt am Freitag gegen 11 Uhr einen Anruf von einem Unbekannten. Kaum zu glauben: Der Anrufer gab sich als Staatsanwalt aus und warnte vor einem bevorstehenden Verbrechen. Er berichtete der Seniorin von einer Einbrecherbande, die die Polizei angeblich festgenommen hatte. Allerdings seien mehrere der Täter noch auf der Flucht – sie könnten gefährlich sein.

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Geschick: Im Gespräch fragte er die erschrockene Seniorin aus. Er fragte sie auch nach ihren Vermögenswerten. So erfuhr er offenbar auch von Geld auf einem Bankkonto. Weil die Ersparnisse wegen der flüchtigen Kriminellen angeblich in Gefahr seien, forderte er die Frau auf, gleich zur Bank zu fahren. Dort sollte sie 25000 Euro abheben und einem Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft übergeben. Perfide: Um Vertrauen zu gewinnen, bestellte der falsche Staatsanwalt sogar ein Taxi für die 86-Jährige.

Bankmitarbeiter kommt die Summe komisch vor

Die ließ sich abholen und zur Bank fahren – doch dort fiel der Betrugsversuch auf. Einem aufmerksamen Bankmitarbeiter kam die hohe Geldsumme spanisch vor. Er verständigte die Polizei. Die stellte den Kriminellen eine Falle.

Sie schnappte zu, als ein 24-jährigen Mann noch am selben Tag am Wohnort der 86-Jährigen das Geld abholen sollte. Der Mann gehört vermutlich zu einer Bande. „Davon ist auszugehen“, heißt es auf Anfrage beim Polizeipräsidium Schwaben Nord. Wegen der laufenden Ermittlungen gibt die Polizei derzeit keine weiteren Details bekannt. Der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Augsburg erließ einen Haftbefehl wegen versuchten Betrugs.

So schützen Sie sich vor Betrügern am Telefon

Immer wieder geben sich Betrüger am Telefon als Polizisten oder Staatsanwälte aus, um an Geld und andere Wertgegenstände zu kommen. So kann sich jeder schützen:

  • Die Polizei wird niemanden am Telefon um Geldbeträge bitten. Die Polizei ruft auch niemals unter der Notrufnummer 110 an – dank technischer Tricks können Betrüger unter falschen Telefonnummern anrufen.
  • Niemals am Telefon Details zu finanziellen Verhältnissen preisgeben.
  • Am Telefon nicht unter Druck setzen lassen. Am besten einfach den Hörer auflegen – das ist keinesfalls unhöflich.
  • Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben. Niemals unbekannten die Haustüre öffnen und sie hereinlassen.
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