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Tempolimit: 1000 Unfälle in einem Jahr sind einfach zu viel

Tempolimit: 1000 Unfälle in einem Jahr sind einfach zu viel
Kommentar Von Matthias Schalla
24.01.2020

Es gibt keinen Grund, der gegen einen Versuch eines Tempolimits auf der Autobahn zwischen Augsburg und Ulm-Elchingen spricht. Also einfach mal testen!

Der Schritt ist überfällig. Nachdem sich vier Bundestagsabgeordnete schriftlich an Innenminister Joachim Herrmann und den noch amtierenden Verkehrsminister Hans Reichhart gewandt haben, kam nur eine Woche später eine Antwort. Mag sein, dass eine so schnelle Reaktion aus dem CSU-Ministerium auf einen Brief von vier CSU-Abgeordneten ein Stück weit dem Wahlkampf geschuldet ist. Der Sache ist es jedoch dienlich. Denn die Politik hat bereits viel zu lange gezaudert. Ein Tempolimit einzurichten und den freien Bürgern ihre freie Fahrt wegzunehmen, ist sicherlich keine populäre Entscheidung. Aber eine lebenswichtige.

Es sind im vergangenen Jahr zu viele Unfälle auf der A8 passiert

Viel zu viel ist in den vergangenen Monaten auf der A8 zwischen Augsburg und Ulm-Elchingen passiert. Allein drei Vollsperrungen im Dezember binnen 14 Tagen. Der betriebswirtschaftliche Schaden geht in die Millionen, vom menschlichen Leid ganz zu schweigen. Sicherlich wäre es vermessen, davon auszugehen, dass mit dem Aufstellen einiger 120er-Schilder alle Probleme gelöst sind. Ein Tempolimit reduziert zwar die Geschwindigkeit – sofern auch kontrolliert wird – nicht aber die Rücksichtslosigkeit einiger Autofahrer.

Doch auch wenn immer wieder betont wird, wie sicher Autobahnen im Vergleich zu Landstraßen sind, sind die Zahlen deutlich. Knapp 1000 Unfälle pro Jahr auf 90 Kilometern sind einfach zu viel. Es gibt keinen Grund, der gegen einen Versuch spricht. Zuständig ist die Autobahndirektion Südbayern, und die Betreibergesellschaft Pansuevia wäre nach eigener Aussage kurzfristig in der Lage, Schilder aufzustellen. Also, Wahlkampf hin oder her – einfach mal testen!

Tempolimit: 1000 Unfälle in einem Jahr sind einfach zu viel

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25.01.2020

Als erstes sollte man die Ursachen für schwere Unfälle auf der A8 als ein Redakteur richtig darstellen Herr Schalla. Bei der Meldungen in der AA als Gründe liest man entweder "von Sonne geblendet, auf die Bremse getreten" oder "Porsche Fahrerin bei Spurwechsel Auto übersehen" oder...... Wo steht es das, dass die Autos mit einem Tempo über 130 unterwegs waren? Wenn das so ist wie Sie es wollen, dann soll die Tempo von ICE-Zügen auf 100 km/h reduziert werden, um schwere Unfälle wie in Eschede zu vermeiden. Und die Flugzeuge auf 80 km/h reduzieren, dann hat die Bahn wenigstens eine Chance trotz der Verspätung schneller am Zielort zu sein. Und Bus und Bahnen auf Tempo 30 in der Innenstadt zu drosseln, da die Unfälle viel öfters stattfinden als auf der Autobahn.

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25.01.2020

Sehr geehrter Herr R.,

auch ich möchte Ihnen mit Ihrer Antwort nicht zu Nahe treten, sind Sie vielleicht einer der Fahrzeugführer, welche mit über 80 Km/h zu schnell geblitzt wurden?

Ihre Antwort erschließt sich mir ebenfalls wissenschaftlich nicht! :

"Ich will Ihnen ja nicht zu Nahe treten, Herr H. Aber zufälligerweise bin ich die genannte Strecke München - Augsburg selbst schon öfter gefahren (zu verschiendsten Uhrzeiten, auch Nachts) und die Zeitersparnis ist deutlich höher als Ihre genannten 2 Minuten. Wenn man sich das alleine auf eine Strecke von 40km ausrechnet, braucht man bei einem Durschnittstempo von 130 kmh im Vergleich zu 200 kmh knapp 6,5 Minuten länger - also liegt in Ihrem „Wissenschaftlichen Test“ ein Fehler vor."

Um auf dieser Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit( also mal unwissenschaftlich für Sie erklärt zu erreichen) Dürften Sie weder bremsen, noch beschleunigen und bewegen sich dadurch rein physikalisch von Augsburg nach München mit konstanten 130Km/h?! Sie sind mit verlaub besser als Walter Röhl und die Formel 1! Tja, auch rechnen will gelernt sein! Nur so viel dazu...

Auf Ihre Umwelt Kommentare gehe ich gar nicht erst ein, wissenschaftlich ausgedrückt ist mir dieser Vergleich zu profan...

Mit den Besten Grüßen, in hochachtungsvoller Würde Ihrer Person

Herr H.

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24.01.2020

Wer nicht fahren kann, fährt auch bei z.B. 100 km/h schlecht und gefährlich.

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24.01.2020

Man darf nicht vergessen, dass die fehlende Tempobegrenzung auf deutschen Autobahnen schon eine rotgrüne Bundesregierung überstanden hat. Wenn nun mancher nur gegen die CSU und den ADAC hetzt, ist das eher ein Hinweis auf fehlenden Durchblick.

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24.01.2020

Schön, dass Sie, wenn auch indirekt, einer rotgrünen Bundesregierung Durchblick bescheinigen.

Verlassen Sie sich drauf, allzu lange wird die idiotische "freie Fahrt für freie Bürger" auch in dieser unserer Raserrepublik Deutschland nicht mehr möglich sein, nicht mal für Ausländer, die hier völlig mautfrei ihre Privatrennen veranstalten. Müsste Ihnen eigentlich gefallen, oder?

https://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/adac-und-das-tempolimit-nichts-gelernt-a-085ce384-5bcd-462a-8c28-9f488f05f3d4

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24.01.2020

Ich beziehe mich auf einen älteren Artikel
https://www.welt.de/motor/news/article180375268/Weniger-Unfaelle-in-Oesterreich-als-in-Deutschland-Sicherheit-auf-der-Autobahn.html
Wenn ich in den Süden fahre, freue mich immer, bei Salzburg über die Grenze zu kommen, weil ab dort das Fahren auf der Autobahn gegenüber dem gefühlten aggressiven Chaos in Deutschland zur Erholung wird. Wenn ein Tempolimit 130 km/h 25% weniger Verkehrstote bedeutet, worauf warten wir eigentlich noch? Wessen Interessen schützen denn autofreundliche Politiker und der ADAC eigentlich? Welcher vernünftige Mench könnte gegen ein Tempolimit sein?

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24.01.2020

Der vernünftige Mensch, der gerne mal schneller als 130km/h fährt, wenn es die Bedingungen zulassen.
Ganz Einfach.
Ich persönlich halte 160km/h für eine sehr angenehme Reisegeschwindigeit. Woher kommt eigentlich diese magische Zahl von 130km/h?

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24.01.2020

Offensichtlich hat sich diese magische Zahl von 130 in vielen Ländern bewährt. Vielleicht kannst du sicher und rücksichtsvoll schnell fahren, das trifft aber leider nicht auf jeden zu, manche glauben das nur. Und mir sind weniger Verkehrstote wichtiger als die persönliche Freiheit von ein paar Schnellfahrern. Wenn jeder verantwortungsvoll mit harten Drogen umgehen könnte, wäre es auch kein Problem, diese zu legalisieren.

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26.01.2020

@Gerold R: Wenn es um Tote und verletzte geht, warum sind dann noch keine Sicherheitskleidung bei Motorradfahrern, Helme bei Fahrrad und E-Scootern oder Skifahrern Pflicht?
Die Tempolimitdebatte ist für mich zuerst mal nur reine Gier nach Aufmerksamkeit.

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24.01.2020

Könnte was bringen, wird aber nichts ändern!
Ob jemand bei erlaubten 120km/h auf der linken oder mittleren spur kriecht und das Rechtsfahrgebot ignoriert, oder ob jemand bei Tempolimit drängelt oder ohne macht keinen Unterschied.
Die wenigen die den meisten ärger verursachen, indem sie rücksichtslos und "ohne Hirn" unterwegs sind wird das nicht ändern.

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24.01.2020

Sollte jemand es wagen mit Richtgeschwindigkeit einen LKW zu überholen, könnte es sein, dass er von der Straße gefegt wird, wenn hinten einer mit 250 km/h auffährt. Zumindest wird man meist genötigt mit Blinklicht und rücksichtslosem Auffahren sich in Luft aufzulösen. Seltsamerweise ist es in anderen Ländern durchaus möglich mit 120 oder 130 ganz ohne Stress auf der Autobahn zu fahren.

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26.01.2020

@Richard M: Wenn jemand mit 250km/h auf jemanden aufläuft, der mit 130km/h einen LKW überholt, hat der mit 250km/h zu bremsen. Wenn jemand mit 250km/h auf der linken spur fährt und der andere hinter dem LKW so knapp herauszieht, dass der auf der linken spur nur mit mühe einen Unfall verhindern kann (oder eben nicht), dann ist der mit den 130km/h schuld.
Gegenseitige Rücksichstsnahme ist in so einer Egoistengesellschaft, wie wir sie mittlerweile in Deutschland haben leider nicht mehr möglich, wenn auch Rücksichtnahme viel zu teuer ist, sie kostet nämlich Überwindung.

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24.01.2020

Sehr geehrter Herr Schalla, Sie haben recht! Man muss viele für die Vergehen von wenigen bestrafen. Ich bin generell auch für ein Tempolimit! Sie werden es nicht glauben, ich bin beruflich ein Vielfahrer, es geht leider nicht anders, da die Termine sehr kurzfristig kommen und ich kreuz und quer durch Deutschland reisen muss. Nicht wegen der Unfälle, diese lassen sich dadurch nicht vermeiden, in keinster Weise! Der Umwelt zuliebe. Ich habe persönlich vor Jahren schon einen zeitlichen Test gemacht auf der A8 von Augsburg nach München und zurück, Nachts um 3 Uhr. Die Zeitersparnis zwischen 200+ und 130 waren 2 Minuten?! Der Spritverbrauch hingegen stieg durch das "Bodenblech" fahren ins unermessliche... Somit auch die Belastung der Umwelt! Das verträgt sich nicht. Di von Ihnen angesprochenen Menschen, werden sich aber auch durch Tempolimits nicht abschrecken lassen, selbst durch die drakonisch erhöhten Strafen bei illegalen Rennen! https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Verkehrspolizei-blitzt-Raser-mit-Tempo-184-id56539186.html Glauben Sie wirklich das es etwas bringt, vernünftig fahrende Menschen durch Tempolimits noch weiter zu bremsen um die Unfallstatistik zu reduzieren? Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen! Hier sollten doch andere Maßnahmen, ähnlich wie beim Motorrad Führerschein greifen. Abstufung der PS bei Fahranfängern! Warum darf ein 18-jähriger kein Motorrad mit 150 PS fahren, aber wenn Papa die Kohle hat ein Auto mit über 1000PS?! Das würde im übrigen auch der Umwelt beitragen, da mit diesen Kleinfahrzeugen auch wesentlich weniger CO2 ausgestoßen wird! Mit freundlichen Grüßen...

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24.01.2020

Ich will Ihnen ja nicht zu Nahe treten, Herr H. Aber zufälligerweise bin ich die genannte Strecke München - Augsburg selbst schon öfter gefahren (zu verschiendsten Uhrzeiten, auch Nachts) und die Zeitersparnis ist deutlich höher als Ihre genannten 2 Minuten. Wenn man sich das alleine auf eine Strecke von 40km ausrechnet, braucht man bei einem Durschnittstempo von 130 kmh im Vergleich zu 200 kmh knapp 6,5 Minuten länger - also liegt in Ihrem „Wissenschaftlichen Test“ ein Fehler vor.

Des weiteren ist der Umweltaspekt völliger Käse: das Umweltbundesamr gibt bei dauerhaftem Tempolimit eine maximale Ersparnis von 0,5% (!!) des gesamten deutschen Jahres-CO2-Ausstoßes an. Das lustigste hierbei ist, dass diese Zahl anhand von Daten aus dem Jahre 1996 (!!!!) berechnet wurde. Effektiv geht man von ca. 0,33-0,38% aus... Wahnsinn!

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24.01.2020

"braucht man bei einem Durschnittstempo von 130 kmh im Vergleich zu 200 kmh knapp 6,5 Minuten länger"

Potzblitz 6,5 Minuten gewonnen, wenn das nicht gegen ein Tempolimit und für den "gesunden Menschenverstand" frei nach Andy Scheuer spricht!
Wie war denn dabei die Differenz bei Ihrem individuellen Spritverbrauch, auch wenn der verm. steuerlich abzugsfähig ist?
Blöd nur, dass sich inzwischen sogar der ADAC von der "freien Fahrt für freie Bürger" abwendet.

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24.01.2020

@ Georg KR: Der ADAC ist eine Meinungslose Fahne im Wind.

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