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Landkreis Augsburg

31.07.2020

Tempolimit auf der A8: „Die Menschen müssen mit mehr Hirn fahren“

Auf der A8 zwischen Neusäß und Friedberg gilt jetzt ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern. 
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Das Tempolimit auf der A8 bei Augsburg zwischen Neusäß und Friedberg wird vor allem auf Facebook kontrovers diskutiert. Eine Auswahl der besten Beiträge.

Geht es um das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A8, kochen die Emotionen bei den Lesern hoch. So auch bei unserer aktuellen Berichterstattung über das neue Tempolimit zwischen Neusäß und Friedberg. Ab sofort gilt dort eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Ein Blick in die Kommentare der sozialen Netzwerke zeigt, wie kontrovers diese Maßnahme von den Autofahrern diskutiert wird.

„Sinnloser Aktionismus, weil ihnen nichts Besseres einfällt“, schreibt eine Leserin auf Facebook und spricht sich statt eines Tempolimits für ein Lkw-Überholverbot aus. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Fast die Hälfte aller Kommentare geht in diese Richtung. Klar, dass sich vor allem ein Berufskraftfahrer über diese Forderung aufregt.

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Weniger Unfälle geben, wenn alle ausreichend Abstand halten

„Alle, die über die Lastwagen schimpfen, würde ich hungern lassen – ohne uns gebe es nichts“, lässt er seinem Unmut freien Lauf. Sinnvoller wäre es, bei Augsburg auf der Zufahrt zur Autobahn an der Rastanlage West das zulässige Tempo von 60 auf 80 zu erhöhen. Dies würde das Einfädeln erleichtern und viele kritische Situationen lösen. Kai empfiehlt allen Befürwortern eines Lkw-Überholverbots, mal selbst mit einem 40-Tonner zu fahren: „Dann wissen die, was Anfahren bedeutet und wie Bremsen funktioniert.“ Es würde wesentlich weniger Unfälle geben, wenn alle ausreichend Abstand halten – „aber jeder will nur noch der Erste sein“.


Doch es gibt auch viel Lob für das neue Tempolimit. „Ich finde es gut, sollte bei Adelz- und Odelzhausen auch gemacht werden“, schreibt Nathalie. Es würden vor allem im Berufsverkehr einfach zu viele Unfälle an diesen Stellen passieren. Nutzerin Bettina gibt ihr recht. „Ich muss ganz ehrlich sagen – obwohl ich gegen ein Tempolimit war –, dass man dort jetzt viel entspannter fahren kann, grad bei Augsburg-West in Richtung München.“ Ramona stimmt dem zu: „Als ob man mit 120 nicht vorankommen würde ...“, schreibt sie und fügt an: „Ich find es super! Könnte generell auf der Autobahn sein. 120 oder 130 reicht vollkommen, um ans Ziel zu kommen. Und es ist entspannter.“

Es passieren mehr Unfälle auf Landstraßen

Sibylle könnte sich sogar eine Ausweitung des Tempolimits vorstellen. „Und was ist zwischen Zusmarshausen und Neusäß? Passiert da weiterhin nichts?“ Und auch Chrissi und Sibylle sind für eine Ausweitung des Tempolimits. Michael kann die Maßnahme nicht nachvollziehen. „Wer die Statistik liest, sollte wissen, dass mehr Unfälle auf Landstraßen passieren und es auch mehr Tote gibt.“ Dort gelte Tempo 100, und trotzdem würden dort Menschen sterben. Zudem tauchen nach seiner Erfahrung die Raser erst nach Feierabend auf und nicht während der Arbeitszeit. „Also wäre doch ein Tempolimit von 20 bis 6 Uhr besser, oder?“

Einen möglicherweise nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag macht Ronny. „Bei Tempo 120 brauch ich 6,5 Liter – könnt ihr das Tempolimit nicht auf 100 setzen? Da braucht mein Auto nur noch 5,8 Liter“, schreibt er und fordert, die Schilder durch Tempo-100-Zeichen zu ersetzen. „Ihr könnt ja dann noch mal Fotos machen.“ Etwas differenzierter sieht das Verkehrsgeschehen auf der A8 die Nutzerin Katja. „Viele Unfälle entstehen auch durch die großen Unterschiede bei der Geschwindigkeit der Einzelnen, etwa beim Spurwechsel.“ Sie findet es stressig, auf deutschen Autobahnen ein langsameres Fahrzeug zu überholen, weil der Fahrer immer erst genau austarieren muss, wie schnell der Hintermann auf der linken Spur angerast kommt. „Das ist in anderen Ländern viel entspannter“, schreibt sie. Autofahren diene lediglich dazu, von A nach B zu kommen, und sei kein Hobby. „Vielleicht muss man einfach mal wieder zum Ursprung der Erfindung zurückfinden“, lautet ihr Kommentar.

Unfälle trotz Abstandswarner, Müdigkeitswarner und vielem mehr

Seinen Frust über die Vielzahl der Unfälle lässt Kerem in seinem Kommentar freien Lauf. „Die Menschen müssen mit mehr Hirn fahren, dann gibt es auch keine Unfälle.“ Schließlich hätten die heutigen Autos so viele Extras an Bord, wie „Abstandswarner, Müdigkeitswarner und vieles mehr. „Ihr könnt noch so viele Regel und Gesetze machen – es werden trotzdem Unfälle passieren“, ist seine Meinung.

Angelika wiederum hat die Diskussion satt. „Wer in der Region wohnt, weiß, dass es fast täglich und teilweise zu sehr schweren und tödlichen Unfällen kommt. Das Limit hätte viel früher kommen dürfen.“

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Das Tempolimit auf der A8 ist nur der erste Schritt

Lesen Sie auch unsere A8-Multimedia-Story: Das A8-Experiment: Lohnt sich Rasen wirklich?

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