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Haushalt

11.05.2018

Teure Pläne und sattes Finanzpolster

Die Gemeinde Westendorf hat einiges vor. Der Neubau des Bauhofs ist dabei mit der größte Brocken. Wie der Schuldenstand trotzdem sinken soll

Mit den Worten „unsere Planung war gut“ leitete Marco Schopper, der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Nordendorf, seinen Haushaltsvortrag in der Sitzung des Westendorfer Gemeinderats ein. Um gerade einmal 16000 Euro weiche der Jahresabschluss des Jahres 2017 von den geplanten Haushaltszahlen ab. Für die Haushaltsplanung 2018 strebt der Kämmerer ein ebenso passgenaues Ergebnis an.

Leicht gestiegen sind hingegen die Summen: Das Haushaltsvolumen beläuft sich heuer auf rund 5,4 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt: 2,73 Millionen Euro, Vermögenshaushalt: 2,66 Millionen Euro). Im vergangenen Jahr schloss der Gesamthaushalt noch unter fünf Millionen Euro. Die Steuersätze bleiben auf Vorjahresniveau. Eine Kreditaufnahme ist trotz großer Pläne nicht nötig.

Die größten Ausgaben sind im Vermögenshaushalt zu finden. Die Gemeinde kalkuliert mit rund 586000 Euro für den Grunderwerb. Darunter fallen Grunderwerbskosten für Grundstücke, für die Renaturierung des Schmütterles und für den Hochwasserschutz. In bewegliches Anlagevermögen will die Gemeinde 65000 Euro investieren. Die Ausstattung und Ausrüstung des neuen Bauhofs schlagen hier mit 37000 Euro zu Buche. Doch auch andernorts soll investiert werden: 10000 Euro sind für Spielplatz-Mobiliar reserviert.

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In vollem Gange ist bereits das, was mit 780000 Euro den größten Batzen im Bereich des Hochbaus ausmacht: die Planung und der Neubau des Bauhofs. Insgesamt wurden für Hochbauarbeiten im Jahr 2018 871000 Euro reserviert. Auch die Beschattung des Feuerwehrhauses, die bereits angebracht wurde, ist in diesem Posten mit 24000 Euro berücksichtigt. Für Planungen im Brückenbau sind 30000 Euro veranschlagt, und für die weitere Planung der Ortsentwicklung kann die Gemeinde 20000 Euro ausgeben.

Deutlich kleinteiliger ist die Liste der Ausgaben im Bereich Tiefbau, die sich in Summe auf 703000 Euro beläuft. Die Baumaßnahme an der Ortsverbindungsstraße Westendorf–Meitingen, die kürzlich fertiggestellt wurde, ist mit 130000 Euro einer der größten Kostenfaktoren in diesem Bereich. Auch für den Hochwasserschutz sind 150000 Euro reserviert. Die planmäßige Kanalsanierung, die bereits begonnen hat und sukzessive weiter umgesetzt wird, wurde mit 108000 Euro veranschlagt. Für die Bauhof-Außenanlagen rechnet die Gemeinde mit 50000 Euro. Auch Vorarbeiten an der Schulstraße und der Nordendorfer Straße wurden mit 35000 Euro bedacht. Weitere kleine Posten kommen im Tiefbau-Bereich hinzu. Die Umlagen, die in Form von Investitionsumlagen und einer Zuführung zu den Rücklagen als Ausgaben zu Buche schlagen, belaufen sich auf 468200 Euro.

Auf der Seite der Einnahmen sind nach wie vor die Gewerbesteuer, die Einkommensteuerbeteiligung sowie die Grundsteuer A und die Grundsteuer B die größten Posten (siehe Grafik). Auch kann sich Westendorf in diesem Jahr wieder über eine Schlüsselzuweisung in Höhe von rund 83000 Euro freuen. Im letzten Jahr erhielt die Gemeinde an dieser Stelle keinen Cent.

Auf der Ausgabenseite ist die Kreisumlage mit 790000 Euro der größte Posten. Die Gewerbesteuerumlage beläuft sich voraussichtlich auf 190000 Euro. Die VG-Umlage sollte stabil bei 181000 Euro bleiben. Auch die Umlagen für die Grundschüler in Westendorf, für die Mittelschüler in Meitingen und die Abwasserbeseitigung halten sich auf Vorjahresniveau.

Ein Blick in die Finanzen der kommenden Jahre zeigte, dass die Kommune noch einige Pläne hat. Für 2019 stehen aktuell bereits große Investitionen in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro in der Planung. Die Erneuerung der Schulstraße und der Nordendorfer Straße, der Hochwasserschutz sowie der Straßenbau im Gewerbegebiet sind hier die größten Posten. Erschrecken müsse in Anbetracht dieser Zahlen allerdings niemand, erklärte Rathauschef Steffen Richter: „Wir halten uns mit dieser Finanzplanung lediglich Optionen offen.“ Für das Jahr 2020 sind die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs geplant sowie der Brückenbau und die Renaturierung des Schmütterles. In Summe stehen hier bereits Ausgaben von einer Million Euro an.

Leisten kann sich die Gemeinde das in jedem Fall. Bis Ende 2018 sollen die Rücklagen auf 2,12 Millionen Euro anwachsen. Der Schuldenstand wird sich perspektivisch verringern: Ende 2018 werden hier 354000 Euro stehen. Sukzessive wird dann auch die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde sinken: Ende 2018 wird dieser Wert bei 224 Euro liegen. Zum Vergleich: Der bayernweite Schnitt liegt bei 607 Euro.

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