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Müller Milch

30.01.2020

Theo Müller wird 80: Das sagen Weggefährten über den Milchbaron

Theo Müller, der Milchbaron aus Aretsried, ist 80 Jahre alt. Er hat nicht nur den kleinen Ortsteil der Gemeinde Fischach entscheidend geprägt.
Bild: Fred Schöllhorn (Archiv)

Plus Warum die Produktion von Müller Milch vielleicht in Schwabmünchen gelandet wäre und weshalb Helmut Haller in Fischach anheuerte.

Jetzt kann er auch nachlesen, wie er den Fischacher Ortsteil Aretsried über die Jahrzehnte mitverändert hat: Milchbaron Theo Müller erhielt am Donnerstag zum 80. Geburtstag, der in der Firmenzentrale mit vielen Ehrengästen gefeiert wurde, eine Ortschronik. Das ehemalige kleine Staudendorf hätte sich auch ganz anders entwickeln können. Dann nämlich, wenn sich der Konzern in den südlichen Landkreis orientiert hätte.

Im Juni 1994 waren die Blicke der Verantwortlichen aus der Lebensmittelbranche auf Schwabmünchen und Reichertshausen bei Pfaffenhofen gerichtet. Damals verkündete das Bremer Konzern Kraft Jacobs Suchard die Schließung der beiden bayerischen Käse-Werke – eine für viele Mitarbeiter überraschende Entscheidung. Die Produktion beispielsweise des Streichkäses „Philadelphia“ sollte in Niedersachsen konzentriert werden. In Schwabmünchen verließen bis dahin jedes Jahr rund 30.000 Tonnen Käse das Werk im Süden der Stadt. Und dann war plötzlich Schluss für die rund 350 Mitarbeiter. Der damalige Landrat Karl Vogele protestierte und sprach angesichts der noch kurze Zeit vorher investierten Millionen von einer „Kaltschnäuzigkeit“ des Kraft-Konzerns, der man ohnmächtig gegenüberstehe. Gleichzeitig streckte er schon die Fühler aus: Könnte nicht Müller Milch das leer stehende Werk mit den Fachkräften übernehmen? „Das wäre ein großer Wurf für Schwabmünchen gewesen“, erinnert sich Vogele. Es gab bereits Kontakte.

Erst im vergangenen Jahr errichtete Müller Milch ein neues Hochregal.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Als der große Aretsrieder ganz klein anfing

Doch am Ende hatte Müller wohl schon das neue Werk in Leppersdorf in Sachsen im Blick. Dort eröffneten sich durch die Grenzöffnung und die Nähe zum osteuropäischen Markt ganz andere Perspektiven. Der damalige Landrat Vogele hatte mit Theo Müller viele „streitbare Gespräche“. Vogele: „Er wusste, dass er ein starker Partner für den Landkreis sein kann. Und ich wusste, dass wir als Behörde auch die Zügel anlegen mussten.“ Vogele hat die Firmengeschichte von Müller genau verfolgt: Sein Vater, der ebenfalls Karl hieß, war nämlich Käser.

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Tatsächlich hatte der große Theo Müller einst ganz klein angefangen. Der frühere Landtagsabgeordnete Max Strehle kann sich noch an diese Zeit erinnern. Die Molkerei in Aretsried sei „eine kleine Quetsche“ gewesen wie etliche andere auch in der Gegend. Aber Müller habe Ideen gehabt und den Mut, auf neue Produkte zu setzen. Strehle: „Davor muss man den Hut ziehen.“ In den Anfangsjahren habe der Molkereichef regelrecht um die Milch kämpfen müssen und die Bauern überzeugen, dass sie ihn beliefern. So reibungslos ging die Expansion nicht vonstatten. Müller legte sich mit Bauern und mit Greenpeace-Aktivisten an. Auch hatte er das eine oder andere Mal Ärger mit den Behörden. Mal ging es um zu viel gefördertes Grundwasser, mal um ausgelaufene Sahne und ein folgendes Fischsterben in der Schmutter, mal um Schwarzbauten.

Theo Müller lebte mit seiner Familie in Aystetten

Vor dem Umzug des heutigen Fischacher Ehrenbürgers in die Schweiz lebte Müller mit Familie in Aystetten. Groß in Erscheinung getreten sei der mutmaßlich reichste Mann des Dorfes nicht, sagt der damalige Bürgermeister Max Rindle. „Müller ist immer nur zwischen Aystetten und Fischach hin und her gefahren.“ Rindle kannte den schwer reichen Unternehmer gar nicht, als der eines Tages auftauchte und die örtliche Turnhalle mieten wollte, damit der Sohn mit Freunden dort Basketball spielen konnte. Ein damals leicht ungewöhnliches Ansinnen, weil die Halle nur für die Schule und Vereine gedacht war. Als Rindle fragte, wer denn für eventuelle Schäden aufkommen würde, antwortete der ihm Unbekannte: „Ich.“ „Und wer sind Sie?“ „Theo Müller.“ Damit war es dann geklärt.

Als es um den Erhalt des örtlichen Einzelhandelsgeschäfts ging, habe Müller außerdem eine Warenspende im Wert von 10.000 Euro angeboten, erinnert sich Rindle. Letztlich habe man das aber nicht benötigt. Ansonsten habe der schwer reiche Unternehmer immer betont, er spende nur in Fischach. Das stimmte aber nicht ganz.

Die Zentrale vpn Müller Milch befindet sich nach wie vor in Aretsried, auch wenn zum Konzern längst diverse weitere Standorte zählen. Über ihn kursieren jede Menge Geschichten. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Hauptsponsor der Tischtennis-Frauen aus Langweid

Von 2002 bis 2006 war Müllermilch Hauptsponsor und Namensgeber der Tischtennis-Frauen aus Langweid. Unter dem Namen Müllermilch Langweid wurden drei deutsche Meistertitel (2003, 2004 und 2006) und 2005 der Europapokal der Landesmeister errungen. „Zustande gekommen ist die Verbindung über Hans Gufler“, berichtet der damalige Vorsitzende Gert Jungbauer. „Der ehemalige Tischtennisspieler war seinerzeit Controlling-Chef bei Müllermilch und hat die Mannschaft auch als Fan auf ihren Auslandsreisen nach Ungarn oder Holland begleitet.“ Während dieser Zeit siedelte Theo Müller in die Schweiz um. Der einzige direkte Kontakt zwischen dem TTV Langweid und Theo Müller bestand in einem Brief, in dem der Konzernchef bestimmte, dass die Zusammenarbeit beendet wird.

Wurde Helmut Haller von Theo Müller bezahlt?

Es gibt noch ein weiteres Kapitel Sportsponsoring: Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Helmut Haller Anfang der 1980er- Jahre von Theo Müller bezahlt worden sei, als die Augsburger Fußball-Ikone beim damaligen B-Klassisten TSV Fischach für ein halbes Jahr die Kommandos gab. Günter Schubert, der damals als Spieler aktiv war, kann das nicht bestätigen. Er erinnert sich nur, dass Haller über den Fußball-Funktionär Wilfried Ostrowski nach Fischach gekommen sei. Um für weitere Trainerlizenzen zugelassen zu werden, musste er auch einen Amateurverein trainiert haben. „Es war eine geile Zeit“, erinnert sich Schubert, „er hatte noch einige Tricks auf Lager und das Training war nicht allzu hart. Dafür war er sehr gesellig und immer für eine Runde Schafkopf zu haben.“ Ausgezahlt hat sich der prominente Trainer übrigens nicht: „Als Helmut Haller zur Winterpause kam, waren wir Tabellenführer. Am Ende sind wir dann nur Dritter geworden“, kann Günter Schubert heute darüber lachen.

Weit zurück liegt auch ein anderes Treffen: Es war im November 1997, als der Nachwuchspolitiker Martin Sailer, damals 27 Jahre alt, erstmals auf den mächtigen Milch-Mogul traf. Er zeigte einer Delegation der Jungen Union den Betrieb und diskutierte anschließend mit dem CSU-Nachwuchs. „Mitteilsam und als Persönlichkeit für uns alle sehr beeindruckend“ sei Müller gewesen, erinnert sich der heutige Augsburger Landrat und Bezirkstagspräsident an das Treffen. Und: „Am Ende haben wir ihm die verbindliche Zusage für drei weitere Lehrstellen abgetrotzt.“

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30.01.2020

Ich kannte noch den Vater von Theo Müller und habe mit seinen Vater Luis Müller schon Schafkopfen gespielt im Gasthaus Birling in Aretsried. Auch weiss ich noch das in der Nähe von der Molkerei ein Schweinestall stand,wo die Magermilch den Schweinen verfüttert wurde. Der Milchlaster von der Molkerei Müller der jeden Abend die Milch in der Milchsammelstelle von jedem Dorf abgeholt hatte kann ich mich noch gut erinnern. Die Milchsammelstellle war auch immer ein Ort wo man sich getroffen hatte und die neuesten Nachrichten vom Dorf sich ausgetauscht hatte. Die Milchsammelstelle war auch immer ein Ort wo wir Jungentlichen unsere Thermine für das Wochenende festgelegt haben. Es kam auch schon öfters vor das wir mit unseren Milchkesseln einige Stunden in der Milchsammelstelle verbrachten wenn einer einen kasten Bier mit brachte. So gesehen hat die Milchsammlestelle von Müller das Dorfleben mit gestaldet. Ich habe einmal mit dem Theo Müller zu tun gehabt ,als er mich fragte ob ich nicht bei ihm Arbeiten möchte,doch leider musste ich damals absagen da ich in einer anderen Firma gearbeitet habe. Später habe ich dann doch beim Theo Müller gearbeitet doch nach 14 Tagen musste ich aufhören weil in zwei Firmen gleichzeitig zu arbeiten war mir dann doch zu viel . Theo Müller war in seinen jungen Jahren ein Arbeitstier und man konnte ihn jeden Tag in seiner Firma sehen und für ihn gab es kein Wochenende oder einen Urlaub.Seine Mutter hatte schon dafür gesorgt das der Theo in seinen jungen Jahren den Mann stehen musste in seiner Firma,wer seine Mutter noch kannte der weiss von was ich schreibe. Theo Müller war früher kein leichter Scheff,den er forderte von seinen Arbeiter alles ab. Doch wie heißt es so schön ohne Fleiß kein Preis. Auch die Verhandlungen mit seine Bauern waren auch nicht leicht,denn es gab nicht nur die Molerei Müller sondern damals gab es noch viel Konkurenz. Auch mit der Gemeinde Fischach hatte sich der Theo Müller sich immer sich auseinander setzen müssen, doch erst als Bürgermeister PeterZiegelmeier am Ruder war konnte die Firma Müller mehr expantieren. Bürgermeister Peter Ziegelmeier war für die Firma Müller ein Segen,den für den Peter Ziegelmeier galt der Grundsatz ,wessen Brot ich esse .dessen Lied ich singe. Auch die Gemeinde Fischach hatt der Firma Müller viel zu verdanken ,dank der großen Gewerbesteuer einnahmen. Die Firma Müller gibt vielen Arbeiter Lohn und Brot und das ist ein großer Verdienst von Theo Müller. Was Theo Müller in seinen jungen Jahren geleistet hat, verdient meinen Respeckt und seine Kinder werden Ihm das Wasser nicht reichen können auch wenn sie heute im Ausichtsrat sitzen. Ich gönne dem Theo Müller seinen Reichtum, denn er hat es mit seiner harten Arbeit erlich verdient. Seine harten Jugendjahren kann er nicht mehr zurück hollen,doch wenn er jetzt seinen Ruhestand in der Schwez genießt,dann sei es ihm gegönnt. Wer eine Firma mit Fleiß und Verzicht aufbaut,der verdient unseren Respeckt und keinen Neid. Ich hoffe Theo Müller kann noch lange seinem Ruhm genießen,denn er hat es sich ehrlich verdient. Die Grundpfeiler der Firma Müller waren und sind Theo Müller als Gründer so wie seine Bauern und auch die vielen Kühe.
Ohne unsere Kühe gebe es die Firma Müller vielleicht gar nicht,darum sollten wir auch immer unseren Kühen den besten Stall und das beste Futter geben und eine Massentierhaltung lehne ich ab. Zum Schluß alles gute Theo Müller und viel Gesundheit

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