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Gemeinderat

21.01.2019

Thierhaupten macht sich für Klimaschutz stark

Die Neukirchener Breite ist eines der jüngsten Wohngebiete von Thierhaupten. Wenn es jetzt an das nächste Baugebiet am Sonnenhang geht, steht eine Plus-Energie-Siedlung zur Debatte. Erste Diskussionen gab es jetzt im Marktrat.

Experte stellt das Konzept „Plus-Energie-Haus“ vor. CSU wünscht sich ein Budget von 20000 Euro

Von einer Plus-Energie-Siedlung bis zum Antrag für ein Klimaschutzkonzept für Thierhaupten: In der Sitzung des Marktrats wurde das Thema Umweltschutz großgeschrieben. „Energiepolitische Themen finden sich nicht nur in den Medien“, sagte Bürgermeister Toni Brugger. „Sie sind auch eine Aufgabe für uns im Rathaus.“

Daher präsentierte Energieberater Siegfried Mayr „mögliche Wege zu einer Plus-Energie-Siedlung“, wie sie im Thierhauptener Baugebiet „Am Sonnenhang“ entstehen könnte. Ausführlich gab der Experte einen Überblick über gesetzliche Grundlagen und Häuser, die aufgrund von Ausstattung und Dämmung energetisch unterschiedlich einzustufen seien. Bei der Bezeichnung „Plus-Energie-Haus“ handele es sich laut Mayr zunächst einmal nur um eine Idee ohne gesetzliche Definition.

Die Kriterien könnten bei der Realisierung einer solchen Siedlung vom Gremium festgelegt werden. Hinsichtlich der Eigenschaften schlug der Energieberater vor: „Die Verwendung von A++-Geräten könnte Pflicht sein und der Haushaltsstrom bilanziert werden. Es sollte mindestens so viel Energie erzeugt werden, wie das Haus auch verbraucht.“ Außerdem stellte Mayr verschiedene Möglichkeiten für eine Bezuschussung und Förderung vor.

Gemeinderat Franz Hölzl (CSU) zeigte sich begeistert über die Anregungen, die „gut für den Geldbeutel und für die Umwelt“ seien. Man solle das Vorhaben konkret angehen, so Hölzl. Mayr stimmte zu: „Ich stehe voll und ganz hinter der Idee und würde mich freuen, wenn Thierhaupten in diese Richtung geht.“

Marlies Fasching als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU lenkte die Gespräche ebenfalls auf den Umweltschutz: Sie stellte im Namen der Fraktion den Antrag auf ein Klimaschutzkonzept in Thierhaupten. In dieser Form könne die Marktgemeinde selbst gesetzte Ziele niederschreiben. „Wir könnten zum Beispiel Anreize geben, das Auto innerorts stehen zu lassen“, schlug Fasching vor. Eine bienen- und insektenfreundliche Bewirtschaftung der gemeindlichen Flächen und das Verwenden von regionalen Produkten im Rathaus seien ebenfalls vorstellbar. Außerdem soll bereits 2019 ein Haushaltsbetrag in Höhe von 20000 Euro eingestellt werden, der nur dem Klimaschutz dient. „Wir werden damit die Welt nicht alleine retten können, das ist schon klar“, fasste die CSU-Rätin zusammen. „Aber je mehr Menschen und auch Kommunen sich auf den Weg machen, desto besser ist es für unsere Gemeinde, unseren Landkreis und damit für uns alle.“

Ebenfalls thematisiert wurde das Gewerbegebiet im Thierhauptener Gemeindewald. Bereits vor längerer Zeit hatte die Firma Brandmayr ein an ihr Unternehmen angrenzendes Grundstück gekauft. Dieses ist als Bannwald ausgewiesen. Nun muss für den gerodeten Wald eine Ausgleichsfläche geschaffen werden. Im Gremium stellte Planer Walter Herb die Anregungen vor, die im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung eingingen. Dritte Bürgermeisterin Josefine Kreuzer (FW) betonte: „Im Gemeindewald wird es sich weiterhin um ein Gewerbegebiet handeln, nicht um ein Industriegebiet.“

Schließlich wurde ein fast zehn Jahre altes Thema wieder aufgegriffen: 2010 sollten südöstlich von Neukirchen Photovoltaikanlagen entstehen. Aufgrund verschiedener Vorgaben, die nicht eingehalten werden konnten, kam es nie zur Realisierung. Die damaligen Pläne könnten laut Brugger nun wieder aufgegriffen werden. Da der jetzige Gemeinderat mit diesem Vorhaben noch nicht befasst gewesen sei, informierte Anton Berchtenbreiter als geschäftsführender Beamter über den aktuellen Stand. Franz Hölzl plädierte dafür, den Standort der Photovoltaikanlagen „direkt neben Neukirchen“ nochmals zu überdenken.

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