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Altenmünster-Violau

30.11.2017

Thomas Pfefferer ist jetzt der „Klassensprecher“

Thomas Pfefferer (Mitte), Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau, ist neuer Dekan im Dekanat Augsburg-Land. Das Foto zeigt ihn bei der Amtseinführung des neuen Hirblinger Pfarrers Thomas Groll im September.
Bild: Andreas Lode

Der Wallfahrtspfarrer aus Violau wird morgen in sein Amt als Dekan eingeführt. Im Interview erzählt der 45-Jährige, welche Aufgaben er jetzt hat. Besondere Angebote soll es für Trauernde und Brautpaare geben.

Erst Ministrant, später Orgelbauer und Sanitätssoldat, dann Priester: Thomas Pfefferer hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich. Jetzt kommt für den 45-Jährigen eine neue Aufgabe dazu: Er wurde von Bischof Dr. Konrad Zdarsa zum Dekan ernannt. Thomas Pfefferer ist in Monheim geboren und leitet seit 2010 die Pfarreiengemeinschaft Altenmünster/Violau. Seit 23. Oktober ist er nun Dekan von Augsburg-Land, am morgigen Freitag wird er bei einem Gottesdienst von Generalvikar Monsignore Harald Heinrich in sein Amt eingeführt.

Herr Pfarrer Pfefferer, sind Sie jetzt der Chef der Katholiken im Dekanat?

Pfefferer: Eigentlich bin ich der Vertreter des Bischofs hier im Dekanat, das Bindeglied zwischen den Pfarreien und der Bistumsleitung. Kürzlich war Kapiteljahrtag in Westendorf, da gedenken wir der verstorbenen Mitbrüder. Jedenfalls habe ich zum ersten Mal den Kapiteljahrtag geleitet und gesagt: „Mir ist noch nicht so ganz klar, was als Dekan auf mich zukommt.“ Da meinte Altdekan Ludwig Hihler: „Du bist so was wie der Klassensprecher.“

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Und was tun Sie als „Klassensprecher“?

Pfefferer: Ich vertrete die Mitarbeiter im Dekanat, also nicht nur die Priester, sondern auch Pastoral- und Gemeindereferenten. Ich möchte versuchen, für alle Ansprechpartner zu sein. Und zum Beispiel auch mal bei einem Mitbruder vorbei schauen, wenn ich mitbekomme, dass es ihm nicht gut geht. Da muss man ja nicht gleich zu einer übergeordneten Stelle gehen. Und ich will auch Mediator sein, wenn es Spannungen gibt. Wenn zum Beispiel eine Pfarreiengemeinschaft gegründet wird, dann kann nicht mehr alles bleiben wie es war. Ich kann als Unabhängiger in die Pfarreiengemeinschaft gehen und vermitteln.

Welche Aufgaben haben Sie als Dekan noch?

Pfefferer: Viel Organisatorisches. Ich organisiere zum Beispiel Vertretungen, wenn Pfarrer krank sind, und mache die Urlaubsplanung für die pastoralen Mitarbeiter und die Aushilfen. Auch die Firmplanung läuft über das Büro des Dekans: Die Pfarrämter melden ihre Wunschtermine, dann nehme ich Kontakt mit dem Firmspender auf. Zum Glück kann ich hier auf die Unterstützung unserer Dekanatsreferentin Gertrud Brem bauen.

Viele Pfarreien sind mittlerweile zu großen Einheiten zusammen geschlossen. Da haben die Haupt- und Ehrenamtlichen schon viel zu tun, als Pfarreiengemeinschaft zusammen zu wachsen. Welchen Stellenwert hat da überhaupt eine noch größere Einheit, das Dekanat?

Pfefferer: Gerade wenn die Gemeinden viel mit sich selbst beschäftigt sind, ist ein Austausch wichtig. Konferenzen, Treffen und Ideenbörsen auf Dekanatsebene können wertvoll sein, um die Laien vor Ort zu stärken. Um ihnen das Gefühl zu geben: Sie sind nicht allein unterwegs. Ich habe es schon erlebt, dass Leute sich überpfarrlich zusammen geschlossen haben, um zum Beispiel die Kommunion- und Firmvorbereitung zu organisieren.

Können Sie ein Beispiel nennen, was aus solchen überpfarrlichen Treffen entstanden ist?

Pfefferer: Pfarrgemeinderäte, Mesner und Organisten trafen sich, um über neue Formen des Abschieds nachzudenken. Wenn jemand stirbt, ist es bei uns ja Tradition, den Rosenkranz zu beten. Diese Gebetsform passt zu vielen Angehörigen und Verstorbenen nicht mehr. Es ist aber wichtig, in der Zeit zwischen Tod und Beerdigung, die so geschäftig ist, Trost zu erhalten und zu beten. Die Gruppe hat sich Alternativen zum Rosenkranz überlegt, zum Beispiel Psalmen- oder Taizégebete. Diese Initiative gäbe es nicht, wenn es das Dekanat nicht gäbe.

Welche Angebote und Veranstaltungen planen Sie in der kommenden Zeit im Dekanat?

Pfefferer: Ich bin ja auch Wallfahrtspfarrer hier in Violau, da passt es gut, dass es im Dekanat mehrere Wallfahrten im Jahr gibt. Im Bootshaus in Violau soll es Ideenbörsen für engagierte Laien geben, bei denen sie sich austauschen können. Zum Beispiel: Welche Angebote gibt es bei euch in der Fastenzeit? Wie geht ihr mit Trauernden um? Da können sich Ehrenamtliche nicht nur Rüstzeug holen, sondern sich für ihre Arbeit auch selbst stärken.

Wie könnten Gläubige noch profitieren?

Pfefferer: Ein Schwerpunkt wird auch das Thema kirchliche Trauungen sein. Es gibt ja ein paar beliebte Kirchen im Dekanat, zum Beispiel in Kloster Holzen oder bei mir in Violau, in denen viele heiraten wollen. Die Pfarreien bekommen da sehr viele Anfragen, da stößt der Ortspfarrer oft an seine Grenzen. Ich würde gerne Mitbrüder organisieren, die den Brautpaaren helfen können und die Trauungen übernehmen.

Der Gottesdienst zur Amtseinführung findet am Freitag, 1. Dezember, um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche Violau statt. Anschließend lädt der Pastoralrat der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau zum Stehempfang im Pfarrheim ein.

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