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Meitingen

20.05.2015

Tiefbrunnen macht Probleme

Neben dem Tiefbrunnen Nr. 2 ist auch der Wasserhochbehälter in Langenreichen (unser Bild) renovierungsbedürftig. Noch heuer soll er für 330000 Euro eine neue Auskleidung erhalten.
Bild: Archivbild: Andreas Lode

650000 Euro stehen heuer im Haushalt bereit um die Meitinger Wasserversorgung zu sanieren.  Eine TV-Untersuchung hat einige Schäden sichtbar gemacht und erstaunliche Ergebnisse erbracht, zum Beispiel, dass im Meitinger Erdreich sogar Kohle lagert.

„Wenn Sie das Trinkwasser nicht brauchen, könnten Sie in Meitingen auch Kohle fördern“. Dieser bemerkenswerte Satz fiel in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Werksausschusses und war natürlich nicht ernst gemeint. Gesagt hat ihn Pamela Scheda vom Ingenieurbüro PfK Ansbach, die über den neuesten Stand der Sanierung der Wasserversorgung informierte und dabei auch die Schäden am Tiefbrunnen 2 erläuterte. Wie berichtet, hat sich der Markt Meitingen eine umfassende Sanierung der Wasserversorgung vorgenommen, nachdem im Oktober 2013 Keime im Trinkwasser entdeckt worden waren und es einige Zeit mit Chlor behandelt werden musste.

Am Tiefbrunnen 2, der 1985 erbaut wurde und 190 Meter tief ist, hatten sich nach Angaben von Pamela Scheda nicht nur Beläge gebildet, sondern der Brunnen ist im unteren Bereich auch deformiert und im Pumpensumpf haben sich Auflandungen angesammelt. Wenn man den Brunnen mit hohem Sogdruck reinige, dann werde das Wasser trüb. Hervorgerufen werde diese Trübung durch die Geologie, denn hier gebe es eine Kohleschicht, was bei den anderen beiden Trinkwasserbrunnen von Meitingen nicht der Fall sei.

Man habe eine Reinigung veranlasst und dabei stark sedimenthaltiges Wasser im Brunnen vorgefunden. Am Pumpensumpf sei der Brunnen eingebrochen, Erdreich sei eingedrungen. Die Filterschlitze, durch die normalerweise das Wasser komme, seien im untersten Bereich verschlossen, der Brunnen fördere dort kein Wasser. Man müsse den Brunnen deshalb dauerhaft stabilisieren und zu diesem Zweck den unteren Abschnitt mit Quellton verfüllen. Wie teuer das Verfüllen ist, lasse sich schlecht abschätzen. Auf jeden Fall müsse die Maßnahme vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt werden.

Eine TV-Untersuchung hatte die Probleme an diesem Brunnen zu Tage gefördert.

Beim Trinkwasserbrunnen 1, der 1974 erbaut wurde und 187 Meter tief in die Erde reicht, gibt es dagegen keinen akuten Handlungsbedarf, berichtete Schede über die weiteren Ergebnisse der TV-Untersuchung. Allerdings gebe es Korrosionsschäden an der Steigleitung und Beläge an den Filterschlitzen. Kalkabscheidungen ließen auf Undichtigkeiten am Sperrrohr schließen. In den nächsten fünf bis zehn Jahren gebe es hier also durchaus Sanierungsbedarf.

Der Brunnen 2 – in 2005 erbaut und 187 Meter tief – sei relativ stark verockert gewesen. Deshalb sei er jetzt mit Kolben und Bürsten mechanisch gereinigt worden. „Danach sah er gut aus“, so Scheda. Die Filterschlitze seien frei, die Rohre in Ordnung. Die Neigung zur Verockerung sei weiterhin stark, was aber nicht dramatisch sei. Jedoch verhärte der Belag mit der Zeit und könne dann nur noch durch den Einsatz von Salzsäure gelöst werden. Dies müsse genehmigt werden und könne andere Brunnen schädigen.

Scheda riet deshalb dazu, in kürzeren Abständen eine mechanische Reinigung durchzuführen sowie eine kleinere Pumpe einzubauen um den Volumenstrom des Wassers zu reduzieren; damit könne man den Mikroorganismen die Nahrung entziehen. Ein weiterer Rat der Expertin lautete, insgesamt kleinere Pumpen einzubauen. Dadurch gebe es weniger Verwirbelungen, die Brunnen würden nicht so schnell altern und die Stromkosten fielen geringer aus. Dafür müsse man die elektrischen Anlagen an den Brunnen dezentral neu aufbauen und dann eine Überbauung der Brunnenschächte vornehmen.

Bürgermeister Michael Higl kündigte an, am 17. Juni in einem Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt die geplanten Maßnahmen abzustimmen. Dann soll ein Konzept zur Überbauung der Brunnen ausgearbeitet werden. Gebaut werden soll noch in diesem Jahr. Im Haushalt stehen 650000 Euro bereit, davon allein 330000 Euro für die Auskleidung des Hochbehälters in Langenreichen.

Die geplante neue Auskleidung der Trinkwasserbehälterkammern soll jedoch erst nach der verbrauchsstarken Periode im Sommer durchgeführt werden.

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