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Ausstellung

19.09.2015

Tiere und Pflanzen ins rechte Licht gerückt

Michael Mährlein, Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, kam über die Liebe zur Fotografie zum Verein. Den Sperlingskauz auf diesem Bild konnte er in einem Tal hinter München ablichten.
Bild: Stefanie Brand

Im Rathausfoyer in Meitingen sind derzeit Fotos von Eulen, Sperbern und einer echten Rarität zu sehen

Ein Sperlingskauz sitzt auf einem Ast und blickt mit durchdringenden Augen drein. Der Hintergrund ist malerisch verschwommen, und die Äste, auf denen die kleine Eule sitzt, bilden einen perfekten Rahmen. Entstanden ist das Bild in einem Tal hinter München. „Erst haben wir ihn gehört, dann haben wir ihn fliegen sehen, und dann konnten wir ihn fotografieren“, erinnert sich Michael Mährlein, Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und begeisterter Naturfotograf. Dieses Bild und 34 weitere Aufnahmen von ihm und sieben anderen Fotografen sind in der Wanderausstellung „Schützenswert! Wildlife-Aufnahmen der AG Naturfotografie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben“ zu sehen, die aktuell im Foyer des Rathauses in Meitingen Station macht.

Beim Gang durch die Ausstellung, die am Donnerstagabend eröffnet wurde, beschreibt Mährlein gern die einzelnen Motive. Das stolze Sperbermännchen, das ihm als Fotomotiv nur den Rücken gekehrt hatte, konnte er in der Nähe von Biberbach knipsen. „Das Weibchen, das kurz darauf kam, konnte ich von vorne aufnehmen“, erklärt er. Doch dieses Foto hat es nicht in die enge Auswahl geschafft, denn der Platz war begrenzt. Weit über 500 Bilder wurden eingereicht. In Anbetracht der 30 Ausstellungsstücke, auf die sich die Ausstellung beschränken musste, fiel die Auswahl schwer. Erich Kuchling, selbst Naturfotograf, und Eberhard Pfeuffer, der Ehrenvorsitzende des Naturwissenschaftlichen Vereins, wählten 30 Bilder aus. In der Ausstellung in Meitingen konnten fünf weitere Bilder Platz finden, sodass die Besucher noch bis 30. Oktober insgesamt 35 Bilder sehen können.

Während die Tiere auf den Bildern wohl von den meisten erkannt werden, weist Eberhard Pfeuffer auf das für ihn „sensationellste“ Bild hin, obgleich es ihn doch traurig stimmt. Die Fotografin Petra Wörle konnte vor zwei Jahren das Karlszepter im Augsburger Stadtwald ablichten. „Es ist ein wahres Eiszeitrelikt“, sagt er und befürchtet, dass es wohl die letzte Aufnahme der Pflanze aus dieser Region sei. Das Karlszepter bevorzuge nämlich Moore und finde hier kaum mehr einen Lebensraum, erklärt er.

Doch genau das sei mitunter der Ansatz der Ausstellung, wie Michael Mährlein in der Eröffnungsrede erklärte. „Kostbarkeiten der Natur zu erkennen und das zu schützen, was wir kennen – das ist unser Ansatz“, erklärt der Naturfotograf, der die Fotografie auch als Ausgleich zu seiner Tätigkeit als Informatiker betrachtet. Damit ist der Vorsitzende des Naturwissenschaftlichen Vereins auch ein Beispiel dafür, dass sich im Verein nicht nur Naturwissenschaftler engagieren, sondern alle aktiv sind, die die Schönheit der Natur in der Umgebung – in Schwaben – erkennen und schützen möchten. Zustande kam die Ausstellung durch das Engagement der Ortsgruppe Meitingen des Bundes Naturschutz. Gudrun Schmidbaur, die Vorsitzende, freute sich sichtlich über die Gäste, die zur Eröffnung im Rathausfoyer erschienen sind. „Bilder, die Sehnsüchte wecken“, werden präsentiert, erklärte sie und wies dabei eindringlich darauf hin, dass nur mit einem wachen Auge und einem bewussten Umgang mit der Natur auch Lebensräume geschützt werden können. Ihr Dank galt auch Meitingens Bürgermeister Michael Higl, der sich im Namen der Gemeinde für die ansprechende Ausstellung bedankte und die Gelegenheit auch nutzte, um sich lobend über das Engagement des Bund Naturschutzes zu äußern.

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