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Neusäß

08.01.2020

Titania-Bad überfüllt: Schon mittags kam keiner mehr rein

Die Zahlen der Besucher im Titania steigen weiter an. In den Weihnachtsferien gab es einen regelrechten Ansturm von Kunden. Das Bild ist nach der Renovierung im Sommer entstanden.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Wegen der großen Besucherzahl gab es in den Ferien bereits mittags einen Einlassstopp. Es kamen am Tag durchschnittlich 2000 Besucher in die Therme.

Ausnahmezustand herrschte in den Weihnachtsferien in der Titania-Therme in Neusäß: Der Besucherandrang war an jedem Tag so groß, dass bereits mittags an der Kasse ein Einlassstopp verhängt wurde. Es kam erst wieder einer der Wartenden rein, wenn andere rausgingen. „So einen Ansturm haben wir hier noch nicht erlebt“, sagt Betriebsleiterin Jana Freymann. An jedem Ferientag tummelten sich rund 1700 bis 2000 Besucher im Wasser oder schwitzten in den Saunen.

Besucher reagierten unterschiedlich auf Einlassstopp  im Titania

Über Facebook informierte das Titania-Team über Beginn und Ende des Einlassstopps. Die Kommentare und Reaktionen fielen recht unterschiedlich aus. Während die einen Verständnis zeigten und sich bedankten, rechtzeitig informiert zu werden, gab es auch Unmut. Die Forderung „anbauen“ wird immer mal wieder geäußert.

Die Weihnachtsferien seien schon immer die Zeit mit den meisten Besuchern gewesen, weiß Freymann. Doch in diesem Jahr kamen so viele wie noch nie. Ein Grund sei vielleicht, dass das Ski- oder Schlittenfahren als Ferienprogramm für viele ausgefallen sei. Da es in der Therme rund 900 Spinde gibt, wird der Durchgang an der Kasse ungefähr bei dieser Besucherzahl vorübergehend geschlossen.

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Diese Maßnahme müsse ergriffen werden, damit die Bademeister noch einen Überblick haben und niemand gefährdet wird, erklärt Freymann. Die Mitarbeiter an der Kasse müssten bei dem Andrang ruhig Blut bewahren. Das Foyer sei um die Mittagszeit komplett voll mit Wartenden gewesen, beschreibt die Betriebsleiterin die Situation. Die meisten der Besucher seien aber „relativ entspannt und verständnisvoll“ gewesen. Während die einen auf ihre Chance warteten, fuhren andere aber auch wieder davon, beispielsweise weil kein Parkplatz mehr zu finden war oder ihnen das Warten reichte.

Stadt Neusäß will Titania-Bad so schnell nicht vergrößern

Die Stadt ist Eigentümerin des Bades. Doch beim Thema Vergrößerung tritt der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner auf die Bremse. Abgesehen davon, dass der Stadt die Flächen im Umfeld nicht gehören, müsse der Betrieb einer solchen Therme von einer Stadt einer Größe wie Neusäß auch dauerhaft gestemmt werden. „Wenn es mal nicht gut läuft, hat die Stadt das ja auch voll zu tragen,“ sagt Greiner. Er freue sich auf der einen Seite, dass „das Bad boomt“. Auf der anderen Seite wisse er, dass man in Ferienzeiten von der Kapazität her an die Grenzen stoße. Seit dem Jahr 2014 gebe es bei den Besuchern einen Zuwachs von 40 Prozent. Die Gründe dafür sind nach Ansicht von Greiner das Aus der Königstherme in Königsbrunn und die Investitionen, um die Therme attraktiver zu gestalten. Dazu komme, dass der Ballungsraum Augsburg „wächst und wächst“. Das Bad locke vor allem Leute mit einer Anfahrt von 50 bis 60 Kilometern an.

Gastronomiebereich im Titania wurde jüngst erweitert

Die Stadt plant aktuell zwar nicht den großen Ausbau, aber mehrere Investitionen. Nach dem Bau der Schärensauna mit 90 Plätzen wurde jüngst der Gastronomiebereich erweitert und vom Saunabereich abgegrenzt. Das Nebeneinander von Gastronomie und Sauna war ein Kritikpunkt gewesen. Die Bio-Sauna wurde in den Außenbereich verlagert. In dem vom Badbeirat entwickelten Konzept bis zum Jahr 2025 ist als weiterer Schritt der Bau einer Rutsche mit einem eigenen Becken im Außengelände vorgesehen. Im Bad selbst soll der Kleinkindbereich attraktiver werden. Betriebsleiterin Jana Freymann antwortet auf die Frage nach ihren Vorstellungen für die Zukunft: „Wir würden uns vor allem im Erlebnisbereich etwas wünschen.“

Der Bereich für die Bewirtung ist jüngst umgestaltet worden.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Sie und ihre Mitarbeiter sind jetzt aber erst einmal nach diesem Ansturm geschafft. Damit alle im Team Freizeit hatten, wurden die Ferien in Schichten geteilt. So konnte jeder wenigstens ein paar Tage am Stück frei haben. Jana Freymann und ihre Kollegen freuen sich jetzt auf normalen Betriebsalltag. Eine schnelle Entlastung für das Titania erhofft sich Bürgermeister Greiner von der Wiedereröffnung des Steppacher Hallenbades, die vom Gesundheitsamt für nächste Woche ins Aussicht gestellt worden sei. Dann können der Schwimmunterricht und das Training der Wasserwacht wieder in dem Hallenbad stattfinden. Auch für die Öffentlichkeit steht das Bad dann wieder zur Verfügung.

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Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolfoto)

Die bewegte Geschichte der Titania-Therme in Neusäß

Noch vor wenigen Jahren steckte die Titania-Therme in Neusäß in der Krise. Die Turbulenzen hatten im September 2012 begonnen, als Legionellen im Wasser gefunden wurden. Eine Besucherin erkrankte daran sogar. Das Bad wurde geschlossen. Es zeigte sich, dass das Verhältnis zwischen Stadt und Betreiber Uwe Deyle zerrüttet war. Wegen ausstehender Pachtzahlungen kündigte die Stadt den Vertrag mit Deyle, der mit seiner Unternehmensgruppe zudem die inzwischen geschlossene Königstherme in Königsbrunn betrieben hat. Die Kommune übernahm das Titania selbst, um es wieder auf Spur zu bringen.

Der Kundenkreis kommt nicht nur aus dem Großraum Augsburg sondern geht bis nach München, Ulm, Donau-Ries oder ins Allgäu.

Lesen Sie hierzu den Kommentar: Es wird eng im Stadtgebiet

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