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Kultur

14.01.2019

Traumhaftes Tanzspektakel

Kommen am Ende von Tschaikowskis Ballettmärchen der Nussknacker und die Aufziehpuppe zusammen? Oder war doch alles nur ein wunderschöner Wintertraum?
Bild: Thomas Hack

Das russische Nationalballett lässt mit dem „Nussknacker“ Kinderträume aufleben

So wie zahllose Nostalgiefreunde „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und „Der kleine Lord“ zum Pflichtprogramm an den Weihnachtsfeiertagen auserkoren haben, gehört für viele kleine (und große) Klassikliebhaber ein ganz anderes Märchen unbedingt zur Winterzeit mit dazu: der „Nussknacker“ von Peter Tschaikowski.

Vom russischen Nationalballett detailverliebt und kurzweilig inszeniert, ließ die in spannende Choreografien gekleidete Weihnachtsgeschichte über romantische Liebe, unbeschwerte Kinderträume und das Reich der Fantasiegestalten Hunderte Besucher in die Stadthalle Gersthofen strömen. Die zauberhafte Metapher gegen das Erwachsenwerden wurde dabei trotz einer Vielzahl mystischer Bühnenelemente rundum kindgerecht aufbereitet und bestach keineswegs nur durch die tänzerischen Glanzleistungen des Ensembles, sondern gleichermaßen durch die liebevolle Gestaltung der Kostüme, die jeden Charakter wirkungsvoll unterstrichen.

Die zeitlose Geschichte: Die kleine Mascha genießt den heimatlichen Weihnachtsabend und ist überglücklich, hat sie doch eine lustige Aufziehpuppe und einen schönen kleinen Nussknacker geschenkt bekommen. Der Heilige Abend nimmt mit fröhlichen Tanzschritten seinen Lauf, doch kurz nach Mitternacht wird es düster im heimatlichen Weihnachtszimmer – und so manches von Maschas Geschenken beginnt ein Eigenleben zu führen ...

Besonders originell inszeniert wurde im folgenden Spektakel der Tanz der Süßigkeiten im großen Zuckerschloss: Die Marzipan-Ballerinas überzeugten mit wunderschönen beigen Ballkleidern, der „türkische Kaffee“ entführte auf geschmeidige Art und Weise in die Welt von 1001 Nacht, der „tanzende Tee“ aus chinesischen Gefilden erheiterte durch eine gelungene Melange aus professioneller Ballettkunst und herzerfrischenden Klischees. Ein weiterer Höhepunkt auf der Bühne: der spannende Kampf der unheimlichen Mäusearmee gegen die wackeren Zinnsoldaten. Das Wechselspiel von Gut und Böse wurde dabei perfekt umgesetzt durch Licht und Schatten, leuchtende Farben und mystische Nebelschwaden.

Und auch den Schluss des winterlichen Zaubermärchens hat das Ballettensemble effektvoll in Szene gesetzt. Denn nach all dem fröhlichen Treiben steht Mascha mit einem Male ganz alleine im Dunkel auf der Bühne – mit einem winzigkleinen Nussknacker in den Armen. War am Ende also doch alles nur ein wunderschöner Weihnachtstraum eines kleinen Mädchens? Für die Zuschauer in Gersthofen präsentierte sich dieser jedenfalls von höchst lebendiger Natur.

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