Newsticker

Habeck fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Selbstständige

Theater

30.04.2015

Tricksender Opa

Anja und Niklas (Mitte, Julia Kannler und Michael Hollerauer) spielen Familie Bodmann ein Liebespaar vor – warum auch immer.
Bild: Christian Schaller

Mit dem Stück „Die Hochzeitsverhinderer” boten die Westheimer Witz und so manche Weisheiten

Mit dem Nachwuchs hat man es nie leicht. Das bekommt auch Opa Rudi zu spüren. Seine geliebte Enkelin Nina ist Hals über Kopf in Lothar verliebt und will so schnell wie möglich heiraten. Auch Mutter und Tante der Braut sind entzückt und treiben die Hochzeitsplanungen energisch voran. Nur der Großvater scheint zu bemerken, dass der unsympathische Bräutigam seiner Enkelin vor allem eines ist – und zwar der Falsche. Nun setzt er alles daran, die Eheschließung mit allen möglichen Tricks und vielfältigen Verhinderungsattacken zu verhindern.

Zu welch drastischen Mitteln Opa Rudi greifen muss und ob Enkelin Nina am Ende nicht doch noch den Richtigen heiratet, zeigte die Theatergruppe Westheim mit dem Stück „Die Hochzeitsverhinderer“ im Pfarrsaal von St. Nikolaus von Flüe. Der Dreiakter von Walter G. Pfaus begeisterte nicht nur das Publikum mit Witz und Charme, sondern offenbarte auch, dass Eltern und Großeltern eben doch oft recht behalten, auch wenn der Nachwuchs das erst hinterher einsieht. Denn was Großvater Rudi auch gegen die Hochzeitsvorbereitungen im Hause Bodmann einwenden könnte, würde auf taube Ohren stoßen. Die Braut Nina, ihre Mutter Rose und Tante Kathi sind unermüdlich damit beschäftigt, eine Traumhochzeit auf die Beine zu stellen. Der Opa ist jedoch nicht nur besorgt, sondern eben auch sehr gewitzt, und so beschließt er, seiner Familie den senilen alten Mann vorzuspielen, um so hinter allerlei dunkle Geheimnisse zu kommen. Denn wer achtet schon darauf, was er einem vergesslichen Greis erzählt? Doch warum sein Sohn Bodo alles mit der Videokamera filmen soll und damit einen ernsthaften Ehestreit mit seiner Frau Kathi riskiert, bleibt vorerst ein Geheimnis. Die beste Freundin und der Exfreund der Braut, Anja und Niklas, sollen nach Großvaters Plänen außerdem ein Liebespaar spielen. Doch ganz am Ende offenbart sich Opa Rudis geniale Beweisführung, wenn er den unliebsamen Lothar endlich des Betrugs überführen und aus dem Haus jagen kann. In Niklas ist schließlich auch bald ein neuer Bräutigam gefunden, denn für ihn hegt Nina immer noch Gefühle. Und spätestens dann ist allen klar: Opa ist alles andere als senil, denn er hat wirklich alles durchdacht und eingefädelt, um seine Familie heimlich, aber stetig auf den Weg zum Glück zu führen.

„Die Rolle des Opas war phänomenal“, findet Ulrike Wintermayr aus Schlipsheim. Ihre Tochter Ramona Wintermayr stimmt dem zu: „Der Großvater war sehr realistisch und gut gespielt. Es war ein tolles Stück.“ Besonders gelungen fanden die beiden außerdem das vorgetäuschte Liebespaar Anja und Niklas. Die Zuschauer Sieglinde und Oswald Gollmann aus Neusäß sind dagegen von der keifenden Tante der Braut angetan. „Die Hochzeitsplanerin Kathi war sehr temperamentvoll gespielt“, findet Sieglinde Gollmann. Und ihr Mann fügt hinzu: „Aber auch der Opa war toll, wenn er mal den Senilen spielt und dann wieder durchscheinen lässt, dass er es ja eigentlich gar nicht ist.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren