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Diedorf

23.01.2020

Trinkwasser in Diedorf: Wann kommt das Ende der Chlorung?

Nur noch ein letzter Schritt – dann kann die Marktgemeinde Diedorf mit ihren 11.000 Einwohnern langsam wieder aus der Trinkwasserchlorung aussteigen.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

Gerne hätte der Bürgermeister auf den Bürgerversammlungen in Diedorf das Ende der Chlorung bekannt gegeben. Donnerstagabend wäre dazu die letzte Gelegenheit.

Gerne hätte Bürgermeister Peter Högg auf den Bürgerversammlungen in den Diedorfer Ortsteilen in dieser Woche diese eine Botschaft in seinem Redemanuskript stehen gehabt, dass die Zeit des Chlors im Trinkwasser endlich vorbei sei. Doch so weit kam es bis jetzt nicht.

Beim Termin am Dienstagabend in der alten Schule in Biburg konnte er, wie schon am Abend zuvor in Anhausen und auch gestern in Willishausen, von keiner neuen Entwicklung berichten. Eine Antwort auf den Antrag zur Aufhebung der Netzchlorung gibt es noch nicht. Diese Aufhebung kann nur das Gesundheitsamt im Landratsamt Augsburg aussprechen. Dabei ist der Bürgermeister sicher, nun mit seiner Mannschaft auch wirklich alle Vorgaben befolgt zu haben, die diesem Schritt noch im Wege stehen könnten. Nicht allein beim Gesundheitsamt, sondern teilweise auch bei der übergeordneten Landesbehörde, dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, müssen aber alle Maßnahmen und Gutachten noch einmal überprüft werden.

Eine UV-Anlage reinigt das Trinkwasser

Im Mittelpunkt der Bemühungen der Gemeinde steht dabei aktuell der Tiefbrunnen in Anhausen. Seit dem Jahr 2011 weiß die Gemeinde nach einer Kamerabefahrung von einem Schaden dort. Durch ein Leck kann im schlimmsten Fall Oberflächenwasser bis zur Trinkwasserpumpe gelangen – ein Umstand, der aber bislang nie nachgewiesen wurde, so Peter Högg. Erst in den vergangenen Wochen und Monaten ist die Gemeinde dort nun tätig geworden. Eine UV-Anlage reinigt das gepumpte Wasser, bevor es ins Rohrsystem geleitet wird. Und seit wenigen Tagen ist zusätzlich eine Trübungsmessanlage installiert. So habe man nun täglich im Blick, dass alle vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden – was die Zahlen zeigen würden, so der Bürgermeister auf der Bürgerversammlung.

Univ.-Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin der Hochschulambulanz für Umweltmedizin am Universitätsklinikum Augsburg, beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Chlor.
Video: Maria Heinrich

Die Arbeiten am Tiefbrunnen in Anhausen sind damit aber nicht beendet. Er soll saniert oder durch einen neuen Brunnen ersetzt werden, so Högg. „Das geht aber erst dann, wenn die Versorgung mit Trinkwasser auch ohne den Brunnen sichergestellt ist.“ Entweder, weil ein neuer Brunnen am Netz ist (ab dem Frühjahr soll es dafür Probebohrungen geben) oder weil durch eine neue Druckerhöhungsanlage die Stadtwerke Augsburg mehr Trinkwasser nach Diedorf liefern können.

Bei Verkeimung muss im ganzen Leitungsnetz gechlort werden

Vor etwa 15 Jahren sind die ehemals getrennten Wasserversorgungen in den Diedorfer Ortsteilen Biburg, Kreppen, Willishausen, Hausen und Oggenhof auf der einen und Anhausen, Diedorf, Lettenbach und Vogelsang auf der anderen Seite durch eine Schieberanlage zu einer Einheit verbunden worden. Ein Weg, den man aus heutiger technischer Sicht nicht mehr unbedingt gehen würde, so Wassermeister Rainer Kroker. Denn im Falle einer Verkeimung müsse nun eben im gesamten Leitungsnetz Chlor eingesetzt werden. Rein technisch ist die Trennung der beiden Teile inzwischen aber wieder möglich.

Manchmal sei er der Einzige in der Verwaltung, der noch an einen zeitnahen Ausstieg aus der Chlorung glaube, gab Bürgermeister Högg auf der Bürgerversammlung in Biburg zu. Tatsächlich hofft er, auf der letzten Veranstaltung im Diedorfer Bürgerhaus am Donnerstagabend genau diese Botschaft verkünden zu können. (jah)

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