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Aystetten

27.03.2020

Trotz Corona: Handwerker weigert sich die Hände zu waschen

Gebot der Stunde: Hände waschen. Ein Handwerker in Aystetten sah das offenbar anders.
Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Plus Eine Frau aus Aystetten bittet einen Handwerker sich die Hände zu waschen. Er weigert sich. Sie beschwert sich bei mehreren Ämtern.

Weil ihr Gefrierschrank Geräusche machte, rief eine Frau in Aystetten einen Handwerker. „Ich habe ihn gebeten sich die Hände zu waschen. Er weigerte sich und meinte, er sei kein Aussätziger“, erzählt die Aystetterin. Der Elektriker habe sich auf dem Absatz umgedreht. „Er hat meine Notlage ausgenutzt. Was wäre wenn der Gefrierschrank kaputt gegangen wäre?“

Sie war erbost und rief die Polizei: „Ich habe mich gefragt, warum wir Deppen zu Hause sitzen wenn Handwerker sich nicht mal an grundlegende Hygienebestimmungen halten“, sagt sie. Ihr Mann sei selbstständig und würde die wirtschaftlichen Auswirkungen der Beschränkungen spüren. Die seien durch solches Verhalten erst nötig geworden.

Ihrer sei sicherlich nicht der einzige Haushalt, in dem der Elektriker zu Besuch gewesen sei und er müsse sicherlich ihr Gefriergut berühren. „Keine Ahnung ob das Virus da überleben kann“, sagt sie. Bei der Polizei in Gersthofen habe man ihr nicht helfen wollen: „Die meinten sich regelmäßig die Hände zu waschen sei nur eine Empfehlung und sie könnten nichts machen“, sagt sie.

Trotz Corona: Handwerker weigert sich die Hände zu waschen

Polizei: „Die Anweisung Hände zu waschen ist nur eine Empfehlung.

Raimund Pauli von der Polizei Zusmarshausen findet das richtig: „Die Anweisung Hände zu waschen ist nur eine Empfehlung. Wenn wir das bei jedem durchsetzen müssten, wären wir überfordert“, sagt der Polizeihauptkommissar. Er rät der Dame aus Aystetten notfalls den Auftrag zu beenden. Er könne erst eingreifen, wenn der Handwerker sich weigern würde das Haus zu verlassen.

Die Dame aus Aystetten ließ sich damit nicht abspeisen. Sie rief auch beim Landratsamt Augsburg an: „Dort hat man mir gesagt, dass man keine juristische Handhabe hätte. Total unmotiviert“, erinnert sie sich. Sie hätte sich erhofft, dass man dem Handwerker auf die Finger klopfen würde. Ihr Marsch durch die Institutionen ging weiter: „Dann habe ich im Gesundheitsministerium in München angerufen“, sagt sie. Man habe ihr im Laufe des Tages einen Rückruf von einem Mitglied des Krisenstabs versprochen. Seitdem habe sie nichts mehr gehört. „Ich persönlich habe keine Angst vor Corona. Ich bin nur vorsichtig“, sagt die Aystetterin.

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