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Steppach

19.05.2015

Turner dürfen nicht mehr an die Geräte

Nach einer Überprüfung der Turngeräte durch einen Fachmann der Firma Wallenreiter (rechts) hat Vereinsvorsitzender Tobias Wiesner (Mitte) die Benutzung der Geräte in der Halle des TSV Steppach untersagt. Die kommissarische Leiterin der Turnabteilung, Alexandra Ottlik, kennt die Situation.
Bild: TSV Steppach

Nach einem Gutachten fällt beim TSV Steppach die Trainingsmöglichkeit weg. Dem Verein droht weiterer Ärger.

Neuer Schlag für den TSV Steppach: Die größte Abteilung des Vereins mit insgesamt 1200 Mitgliedern, die Turnabteilung, steht vor ihrer Auflösung. Vor gut einer Woche trat die Abteilungsleitung zurück, nur zwei Tage später fällte der neue Vorsitzende Tobias Wiesner eine schwerwiegende Entscheidung: Nach einer Überprüfung der Turngeräte durch die Firma Wallenreiter mit einem vernichtenden Urteil hat er den Sport an den Geräten, vom Kasten über die Trampoline bis zu den Barren, untersagt. „Es geht hier um die Sicherheit“, so seine klare Ansage. Die Turnabteilung mit ihren 600 Mitgliedern wird jetzt kommissarisch von Alexandra Ottlik geleitet.

Weder die Angebote des Eltern-Kind-Turnens, noch die Schüler oder die so oft erfolgreichen Erwachsenenmannschaften können diese jetzt noch nutzen. „Es geht nicht allein um die Haftung, sondern vor allem darum, dass sich niemand verletzt“, sagt er. Wiesner war bei der Begutachtung der Sportgeräte dabei. Verschlissene Polsterungen von Kästen, Trampoline, die nicht mehr fest an ihrem Gestänge verankert waren und die Gefahr, sich an fast jeder Bank Splitter einzuziehen, waren dabei die Regel. Während sich die Kleinen noch mit Ball- oder Singspielen behelfen können, fällt den leistungsorientierten Sportlern mit einem Schlag die Trainingsmöglichkeit weg.

Das kann nicht lange gut gehen, weiß Wiesner. Rund 30000 Euro müsste der chronisch klamme Verein allein in neue Geräte investieren. Kommt nicht bald ein Signal, wie es mit dem TSV Steppach weitergehen könnte, wollen sich die Turner ab Juli zu Vereinen der Nachbarstadt Stadtbergen hin orientieren. Doch auch aus Neusäß selbst könnte Hilfe kommen: Bürgermeister Richard Greiner berichtet, dass inzwischen die Belegungen der Turnhallen der Stadt überprüft worden sind. „Ich bin ganz guter Dinge, dass die Turnabteilung aus Steppach da ausweichen kann.“

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Tobias Wiesner hofft nun jedoch auf weitere Signale vonseiten der Kommunalpolitik, sprich, wie die einzelnen Fraktionen zu den Plänen einer Fusion mit dem Augsburger Post SV stehen. Der TSV Steppach erhofft sich davon die Möglichkeit, eine moderne Turnhalle erstellen und auch langfristig betreiben zu können. Ein Umbau des Vereins wäre jedoch wohl nötig, hinzu kommt die Notwendigkeit einer finanziellen Beteiligung der Stadt an den Plänen. „Uns geht es aber vor allem um Hilfe für einen Neusässer Verein. Inwieweit der Stadtrat bereit ist, die Pläne mitzutragen, kann ich nicht sagen“, so Greiner.

Zum anderen hofft der Vereinsvorsitzende, dass die Mitglieder sich gerade in diesem Moment nicht vom TSV Steppach abwenden. Viele Jahre mit zahlreichen Versäumnissen der oft wechselnden Vereinsführung macht er für den Frust im Verein und vor allem bei den Turnern verantwortlich. „Die Geräte dort sind seit 15 Jahren veraltet.“ Wie berichtet, denkt der TSV Steppach seit Jahren immer wieder über eine Sanierung oder einen Neubau der Halle nach. Die steht auf dem Grund der Stadt Neusäß, gehört aber dem Verein. Und eigentlich, ist Wiesner überzeugt, kann sich ein Verein solch eine Halle erst ab einem Mitgliederstand von 3000 leisten. Deshalb befürchtet der Vorsitzende, dass der Verein auch bei einer möglichen Sanierung mit Unterstützung der Stadt auf lange Sicht pleite bleiben könnte. „Uns fehlen weiterhin jährlich so um die 30000 Euro.“

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