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Kreis Augsburg

03.05.2019

Typisierung in Horgau: Emma hat Blutkrebs und braucht Hilfe

Emma bekommt bereits den sechsten Chemoblock.
Bild: Druckhey

Diagnose Leukämie: Um zu überleben, braucht das Mädchen dringend einen Stammzellenspender. Die Welle der Hilfsbereitschaft ist groß und gibt Hoffnung.

Die bittere Diagnose traf das einjährige Mädchen überraschend. Zunächst fiel der Verdacht der Ärzte auf eine Hirnhautentzündung. Später stellte sich heraus: Emma hat Blutkrebs. Momentan bekommt die Kleine bereits den sechsten Chemoblock. „Es ist hart“, sagt ihr Onkel Simon Vogel aus Horgau. Die Nebenwirkungen machen der Kleinen zu schaffen. „Aber Emma und ihre Eltern sind tapfer und stark“.

Um zu überleben braucht das Mädchen dringend einen Stammzellenspender. In Horgau hat Vogel am Samstag, 11. Mai, deshalb eine große Typisierungsaktion geplant.

Eine Autogrammstunde für die kleine Emma

Simon Vogel ist der Onkel der kleinen Emma, die mit ihren Eltern Friederike und Björn Druckrey in Berlin lebt. Er ist überwältig von der Hilfsbereitschaft vieler Menschen, die sich für die kleine Emma starkmachen. Unterstützung gibt es zum Beispiel von den AEV-Profis Arvids Rekis und Henry Haase. Sie geben in Horgau eine Autogrammstunde für die kleine Emma. Die beiden Eishockeyprofis meldeten sich , als sie von der Aktion für das Mädchen hörten, erzählt Vogel. Auch Boxweltmeisterin Tina Schüssler wird bei der Typisierungsaktion in der Horgauer Rothtalhalle vor Ort sein. „Die Hilfe in dieser verzweifelten Situation ist großartig“, sagt Vogel.

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Zeitgleich zu der Aktion in Horgau werden zwei weitere Typisierungen in Velten bei Berlin und in Braunschweig stattfinden. Auch sie wurden von der Familie des kleinen Mädchens organisiert. Über 10 000 Flyer und Plakate hat Vogel zudem im Augsburger Land schon verteilt. „Das Feedback ist phänomenal“, sagt er. In den sozialen Medien werde die Aktion fleißig gepostet. Auch an Schulen gibt es immer wieder Typisierungsaktionen. Am Beruflichen Schulzentrum in Neusäß zum Beispiel haben sich bei vergangenen Aktionen über 1400 potenzielle Spender untersuchen lassen.

Bürgermeister stellt die Rothtalhalle zur Verfügung

Schirmherren der Aktion in Horgau sind Staatssekretärin Carolina Trautner, Landrat Martin Sailer und Horgaus Bürgermeister Thomas Hafner. Er stelle die Rothtalhalle zur Verfügung. Die Entfernung zwischen Berlin und Horgau spiele keine Rolle, um das Leben der Einjährigen zu retten, erklärt Brigitte Lehenberger aus Münster. Sie ist ehrenamtliche Unterstützerin der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS und sagt: „Jede Aktion hilft. Und jeder kann helfen. Wir sind deutschland- und weltweit vernetzt.“ Etwa zehn Prozent der Patienten würden noch vergeblich auf ihren passenden Stammzellenspender warten.

Bei Menschen mit Blutkrebs funktioniert das blutbildende System im Körper nicht mehr. Sie sind auf die Spende von Stammzellen eines genetischen Zwillings angewiesen. Den zu finden ist aber nicht einfach. Deshalb gibt es die Typisierungsaktionen. Mit drei Wattestäbchen wird ein Wangenabstrich beim potenziellen Spender gemacht. Die Stäbchen werden dann im Labor auf verschiedene genetische Merkmale typisiert. Die Ergebnisse werden in das zentrale Knochenmarkregister aufgenommen. So kann weltweit nach passenden Spendern gesucht werden. Mitmachen kann jeder im Alter von 17 bis 55 Jahren, der keine entzündlichen, chronischen oder genetischen Krankheiten hat. Andere Krankheiten wie eine Erkältung oder Bluthochdruck haben keinen Einfluss. Nach der Typisierung sind mögliche Spender lediglich in das System aufgenommen. Ob sie tatsächlich spenden möchten, können sie später entscheiden.

Typisierung in Horgau: Die Chance auf ein neues Leben

Wie erfolgversprechend diese Typisierungsaktionen sind, zeigt der Fall von Bianca Pfeiffer aus Zusmarshausen. 2007 wurden unter rund 1150 Typisierten 15 potenzielle Spender gefunden. Einer davon ist Christian Weldishofer aus Zusmarshausen. Der Notfallsanitäter konnte 2011 durch die periphere Spende aus dem Blut einem damals 55-jährigen Deutschen die Chance auf ein neues Leben schenken.

Auch die Geschichte von Nele aus Langweid hat viele Menschen berührt. Das Mädchen war zehn Jahre alt, als bei ihr erstmals Blutkrebs diagnostiziert wurde. Durch intensive Behandlung konnte sie zunächst geheilt werden, doch zwei Jahre später kehrte die Erkrankung zurück. Nur noch eine Stammzelltransplantation konnte ihr Leben retten. Nach langem Warten wurde ein passender Spender gefunden. Inzwischen hat sich die 14-Jährige ins Leben zurückgekämpft.

  • Info Die Typisierungsaktion für Emma findet am Samstag, 11. Mai, von 11 bis 16 Uhr in der Rothtalhalle in Horgau statt.
  • Internet Infos auch unter www.dkms.de
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