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Gessertshausen

02.06.2018

Überlastung und Engpässe im Rathaus

Die Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen kümmert sich um den Rathausbetrieb von Gessertshausen und Ustersbach. Der Gessertshauser Bürgermeister spricht von einer Überlastung des Personals.
Bild: Marcus Merk

Der Gessertshauser Bürgermeister Jürgen Mögele nennt Gründe für die Probleme und sieht auch den Gemeinderat in der Pflicht.

Was ist los in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Gessertshausen, die sich um den Rathausbetrieb der Gemeinden Gessertshausen und Ustersbach kümmert? Auf der Bürgerversammlung von Gessertshausen spricht Bürgermeister Jürgen Mögele (CSU) von einer Überlastung des Personals. Jetzt wird er deutlich: In der Vergangenheit sei vor allem die Verwaltung nicht auf die Aufgaben der Gegenwart oder Zukunft vorbereitet worden, sagt er.

Sowohl in der Bürgerversammlung als auch auf einer der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte Mögele deshalb von „Altfällen“ gesprochen, um die er sich nun kümmern müsse. „Seit Jahren sind in der Verwaltung 15 Mitarbeiter tätig. Erst zum April konnten zwei neue Stellen geschaffen werden“, erklärt Mögele. Die neuen Kräfte sollten vor allem das Bauamt entlasten.

Schließlich würden die Aufgaben immer mehr, auch in einer Verwaltungsgemeinschaft wie Gessertshausen. Bis vor wenigen Jahren hatte das Team im Rathaus noch aus einer Reihe von eingespielten Kräften bestanden, die zum Großteil seit vielen Jahren dort tätig waren. Heute gebe es nur noch einen einzigen Kollegen im Alter über 50 Jahren in der VG, berichtet Mögele. Dass Kräfte mit langjähriger Erfahrung bei einem Wechsel an eine andere Arbeitsstelle auch ihre Kenntnisse mitnehmen, mache die Arbeit aktuell nicht leichter, bedauert der Bürgermeister. Er gibt zu: Inzwischen müsse jeder das ganze Jahr über volle Leistung bringen, und oft genug mehr als das.

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Die Engpässe bekommen auch die Bürger zu spüren

Stimmt, es gebe Engpässe im Rathaus, die auch die Bürger zu spüren bekommen, bestätigt Zweiter Bürgermeister Werner Pux (Grüne). Doch die Gessertshauser Gemeinderäte seien nicht unbedingt die Ersten, die davon etwas mitbekommen. Denn anders als in anderen Kommunen sei hier nicht der Gemeinderat das Aufsichtsgremium, sondern die VG-Versammlung. Dieser gehören neben den Bürgermeistern Mögele und Max Stumböck aus Ustersbach nur wenige Räte aus den beiden Gemeinden an. „Deshalb wissen oft die Bürger schneller Bescheid, was im Rathaus los ist als die Gemeinderäte“, erklärt Pux.

Eine weitsichtigere, mutigere Einstellung mit Blick auf die Fragen der Zukunft wünscht sich hingegen Bürgermeister Jürgen Mögele vom Gemeinderat. „Jetzt ist die Zeit der Investitionen“, beschreibt er. Wichtige Themen wie die Ansiedlung von neuem Gewerbe müssten jetzt angegangen werden. Das sei freilich nicht einfach, schon allein im Grunderwerb. Genau deshalb hofft er aber auf all jene, die Mut und Unternehmergeist dazu aufbrächten, beschreibt er.

Der Gemeinderat hat den Haushalt kürzlich abgelehnt

Der Gemeinderat hatte zuletzt den Finanzplan für die kommenden Jahre abgelehnt, er soll nun auf der Sitzung am kommenden Montag, 4. Juni, verabschiedet werden. „Uns fehlt oft die Information über die Gedankengänge im Rathaus“, beschreibt hingegen Werner Pux. Unter anderem geht es bei der Finanzplanung darum, wie die hohen Tilgungen von möglichen Krediten gegenfinanziert werden könnten. „Da muss der Bürgermeister Vorschläge machen, über die wir im Rat dann reden können“, so Pux.

So sehen das auch die Freien Wähler. Sie schreiben in einer Pressemitteilung, dass der Finanzplan weder schlüssig zeigte, mit welchen Einnahmen das Rathaus in den nächsten Jahren plant, noch waren die Räte überzeugt, dass alle nötigen Ausgaben enthalten waren. Beide Punkte seien jedoch elementar wichtig. Und auch für den Bürger gehe es um mehr als die übliche Haushaltspolitik, schließlich könnte er die Folgen in den kommenden Jahren direkt im Geldbeutel spüren, sind die Freien Wähler überzeugt. „Sorgfältige Planung und verantwortungsvolle Abwägung sind jetzt gefragt“, so die Freien Wähler.

Bürgermeister Jürgen Mögele kann sich vorstellen, dass ein Moderator und Berater für kommunale Aufgabenstellungen helfen könnte, Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung fit für die Zukunft zu machen. Ein Weg, den sich auch Werner Pux vorstellen kann. „Das könnte eine Lösung sein. Allerdings muss dieser Moderator dann auch gemeinsam festgelegt werden“, nennt er eine Bedingung.

Die nächste Sitzung des Gemeinderats findet am Montag, 4. Juni, um 19.30 Uhr im Rathaus statt.

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