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15.10.2019

Übersicht: Das kosten Baugrundstücke im Landkreis Augsburg

Die Preise für Baugrundstücke im Landkreis Augsburg steigen immer weiter. Wer kann sich das noch leisten?
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Plus Bauland hat sich zuletzt extrem verteuert. In manchen Orten ging es um 50 Prozent nach oben. Kapitalanleger schreckt das schon ab.

Steil angestiegen sind die Grundstückspreise im Augsburger Land. Wie die aktuellen Bodenrichtwerte zeigen, gingen die Preise für erschlossenes Bauland in einzelnen Orten innerhalb von zwei Jahren um bis zu 50 Prozent nach oben. Spitzenreiter ist Wehringen mit einem Anstieg von 56 Prozent.

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In nebenstehender Karte sind nicht nur die Zuwachsraten in den 46 Städten, Märkten und Gemeinden im Landkreis abgebildet, sondern auch Durchschnittspreise für den Quadratmeter voll erschlossenes Bauland. Die Zahlen hat ein Gutachterausschuss festgesetzt. Grundlage für die Wertermittlung waren die Immobiliengeschäfte der Jahre 2017 und 2018. Pro Jahr gibt es im Kreis etwa 3500 Vertragsabschlüsse.

Die sogenannten Bodenrichtwerte bieten eine gute Orientierung, welche Wohnlagen wie teuer sind. Über den tatsächlichen Verkaufswert eines einzelnen Grundstücks sagen sie aber nur bedingt etwas aus. Denn dieser ist vor allem in begehrten Lagen Verhandlungssache. Zudem sind die Preise nach Angaben von Branchenkennern in den vergangenen Monaten noch einmal gestiegen.

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1000 Euro pro Quadratmeter für Bauplätze im Landkreis Augsburg

Bei Bauplätzen in guten Lagen, die sich für Mehrfamilienhäuser eignen, sei leicht einmal ein Verkaufspreis von 1000 Euro je Quadratmeter drin, sagt Horst Schönfeld. Laut dem Kreissparkassenvorstand sind Bauplätze besonders im Augsburger Speckgürtel sowie in Orten mit guter Verkehrsanbindung gefragt. Wegen der guten Verbindungen in den Münchner Raum sei zum Beispiel Untermeitingen eine gefragte Wohngemeinde.

Nach wie vor übersteigt laut Schönfeld die Nachfrage das Angebot und das treibt die Preise. Allerdings geht der Bankmanager davon aus, dass sich der Anstieg spürbar verlangsamen könnte. Denn inzwischen hätten die Immobilienpreise eine Höhe erreicht, die für manchen Kapitalanleger abschreckend sei. Schon jetzt sei die Nachfrage etwas geringer geworden.

 

Der klassische Häuslebauer ist dagegen nach wie vor auf der Suche nach Grundstücken. „Der Traum vom Eigenheim lebt“, sagt Schönfeld. Laut Landesamt für Statistik machen Ein- und Zweifamilienhäuser im Landkreis nach wie vor den Löwenanteil bei den Baugenehmigungen aus.

Diese Faustregel sollten Häuslebauer beachten

Wobei sich auch bei diesen Projekten viele die Frage stellen: Wer soll das bezahlen, wenn schon der Bauplatz 300.000 Euro kostet? Banker Schönfelds saloppes Urteil: „Da braucht es schon eine gute Erbschaft.“ Das Einkommen von Durchschnittsverdienern reiche nicht mehr aus. Er rät potenziellen Häuslebauern oder Immobilienkäufern, bei den derzeit niedrigen Zinsen mit jährlichen Tilgungsraten von bis zu 3,5 Prozent zu kalkulieren. Weitere Faustregel: Wenn Zins und Tilgung über ein Drittel des Einkommens verschlingen, „wird es schwierig“, sagt Schönfeld. Außerdem: 20 bis 25 Prozent Eigenkapital sollten schon sein.

Wer die oben genannten Bedingungen nicht erfüllen kann oder will, bleibt wohl leichter in Miete. Er kann aber auch dort langfristig die Folgen hoher Grundstückspreise zu spüren bekommen, wenn diese auf die Miete durchschlagen. Durchschnittlich rund 30 Prozent macht der Kaufpreis für Grund und Boden am Gesamtpreis für den Quadratmeter Wohnraum aus, heißt es aus der Immobilienabteilung der Kreissparkasse.

Kommunen versuchen Grundstückspreise im Landkreis Augsburg zu senken

Angesichts der hohen Grundstückspreise versuchen manche Kommunen mit Einheimischen-Modellen gegenzusteuern. Beispiel Königsbrunn: Die größte Stadt des Landkreises spricht auf ihrer Homepage von einem Quadratmeterpreis von 500 Euro für erschlossenes Bauland. Die Bewerber für dieses Einheimischen-Modell dürfen nicht überdurchschnittlich viel Geld verdienen. Bei Alleinstehenden gilt das mittlere Einkommen in Königsbrunn, bei Paaren darf es das Doppelte davon sein, es gibt einen Freibetrag von 7000 Euro pro im Haushalt lebenden Kind.

Der Quadratmeter Grund wird in Königsbrunn derzeit zwischen 600 und 800 Euro gehandelt. Vor sieben Jahren waren es nach der damaligen Richtwerttabelle zwischen 180 und 360 Euro. Gersthofen bewegte sich auf ganz ähnlichem Niveau. Das teuerste Pflaster im Landkreis war damals wie heute Stadtbergen. Vor sieben Jahren lag der Spitzenwert dort bei 400 Euro – aktuell ist schon der Durchschnittswert deutlich höher. (mit adi)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Grundstückspreise im Augsburger Land sind alarmierend

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