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Gersthofen

22.04.2015

Umbau: Das Gymnasium zieht auf den Festplatz

Kompakt präsentiert sich das Gersthofer Schulzentrum. Wenn oberhalb der jetzigen Mittelschule der Neubau fertig ist, soll auch schon kurz darauf das Gymnasium saniert oder neu gebaut werden. Doch die Räume in der alten Mittelschule bieten kein Ausweichquartier. Ein Grund ist fehlender Brandschutz.
Bild: Marcus Merk

Wenn das Paul-Klee saniert oder neu gebaut wird, steht daneben die alte Mittelschule leer. Doch das hilft nicht. Die Stadt gibt mehrere Gründe an, warum das Gebäude nicht als Ausweichquartier taugt.

Gersthofen Wenn in ein paar Jahren das Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen saniert oder neu gebaut wird, dann werden die Schüler für die Übergangszeit in Container umsiedeln, die auf dem Festplatz aufgestellt werden sollen. Diese Lösung favorisiert Landrat Martin Sailer, wie er gestern im Schul- und Kulturausschuss des Landkreises sagte. Anscheinend gibt es auch gar keine andere Lösung. Eine Anfrage des Landratsamts an die Stadt Gersthofen hat ergeben, dass die Gymnasiasten für die Übergangszeit nicht in die alte Mittelschule umziehen können. Der Hauptgrund: Die alte Mittelschule steht zu dicht am Neubau. Ein echter Brandschutz wäre nicht mehr möglich. Und die Stadt Gersthofen sieht noch weitere Gründe, weshalb sie dem Landratsamt nicht mit den dann leeren Räumen aushelfen kann: Die Pausenhofaufteilung wäre sehr kompliziert, ebenso die Regelung des Zugangs zu den Gebäuden. Außerdem stehen die beiden Schulkomplexe so nah beisammen, dass vom einen Klassenzimmer leicht in ein anderes geschaut werden könnte und es kaum Diskretion gebe. Und schließlich würde sich der Abschluss der Arbeiten für die neue Mittelschule verzögern. Das hat ein Gespräch zwischen Vertretern beider Häuser ergeben.

In ein paar Monaten beginnen, wie berichtet, die Arbeiten am Neubau der Mittelschule Gersthofen, direkt hinter dem Altbau am gemeinsamen Schulzentrum mit Paul-Klee-Gymnasium und Förderzentrum St. Franziskus. Im Herbst 2017 werden die Klassen dort einziehen, dann soll der Altbau abgerissen werden. Fast zeitgleich, so plant man im Landratsamt, soll das Gymnasium saniert oder neu gebaut werden, frühestens ab 2018.

In diesem Zusammenhang hatte das Landratsamt auch in Gersthofen nachgefragt, ob es nicht einen Alternativstandort gebe, falls die Schule neu gebaut werden solle. Und auch hier kam eine Absage aus Gersthofen: Allein der bisherige Standort stehe zur Verfügung, wolle man auch in Zukunft Synergien bestmöglich nutzen. Einziges Zugeständnis: Der Festplatz könnte in der Bauphase als Lehrerparkplatz genutzt werden. Dieses Angebot griff Landrat Sailer jetzt in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses auf: Egal ob Neubau oder Sanierung, er sei dafür, die Zeit des Umbaus so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. In dieser Zeit können die Schule auf den Festplatz verlagert werden. Jetzt solle zunächst die Machbarkeitsstudie vorangetrieben werden, um sich schließlich seriös entscheiden zu können. Die Schulleitung selbst, so Kreisrat Peter Ziegelmeier (Fischach) tendiere wohl zu einem Neubau. Diesen Eindruck habe er bei einem Besuch vor Ort bekommen.

Doch schon jetzt braucht das Paul-Klee-Gymnasium mehr Platz. Entgegen allen Hochrechnungen haben die Schülerzahlen dort in den vergangenen Jahren stark zugenommen, sie stiegen von 769 im Schuljahr 2003/04 auf aktuell 1014. Rein rechnerisch fehlen der Schule im Moment drei Klassenzimmer. Zum neuen Schuljahr sollen deshalb fünf neue Räume in Containern entstehen. Die kommen teilweise aus Diedorf, wo das dortige Gymnasium in seinen Neubau einziehen wird, teilweise werden sie angemietet. Inklusive Möblierung kosten die fünf Klassenzimmer fast 500000 Euro. Eine Zahl, die Kreisrat Bernhard Walter (Altenmünster) kaum glauben wollte. Kreisbaumeister Frank Schwindling erklärte dem Ausschuss die Summe so: Es gehe nicht allein darum, ein paar Container zu verladen. Es gehe um Erdarbeiten für neue Fundamente und die Ertüchtigung der Elektroversorgung. „Das ist eine komplette Baumaßnahme“, erläuterte er. Wie sich die Schülerzahlen am Paul-Klee-Gymnasium in Zukunft entwickeln, das soll für die kommenden Jahre dann das Schulraumgutachten des Landkreises zeigen, das im Herbst in seiner neuesten Form vorliegen wird. Unterdessen kostet das Paul-Klee-Gymnasium auch kurz vor Neubau oder Sanierung ordentlich im Unterhalt: In diesem Jahr werden allein fast 700000 Euro in eine neue Brandalarmierungsanlage gesteckt.

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