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Verwaltungswahl

29.04.2015

Umbau der Kirche liegt nach Wahl auf „dickem Eis“

Die Pläne zum Umbau der Christkönig-Kirche in Nordendorf haben die Gemüter erregt. Die Gegner siegten jetzt eindeutig bei den Kirchenverwaltungswahlen.
Bild: Marcus Merk

Nordendorfer haben indirekt über ein Pfarrheim in Christkönig abgestimmt. Mit eindeutigem Ergebnis

Nordendorf Die Gegner des Kirchenumbaus in Nordendorf haben bei den Kirchenverwaltungswahlen einen deutlichen Sieg eingefahren. Drei Vertreter der Initiative „Kein Pfarrheim in unserer Christkönigskirche“ sind ins vierköpfige ehrenamtliche Gremium gewählt worden. Sie sind gegen die Pläne ihres Pfarrers Franz Walden, einen Teil des Altarraums als Pfarrheim zu nutzen.

Der Seelsorger hätte gerne einen Teil der Kirche abgetrennt, der dann das marode Pfarrheim zumindest teilweise entlastet hätte. Dagegen gab es Widerstand bei einigen in der Dorfgemeinschaft, die sich in der Initiative „Kein Pfarrheim in unserer Christkönigskirche“ manifestierte. Nach einer Unterschriften-Sammelaktion wurden die Planungen erst einmal gestoppt.

Mit Spannung wurde nun die Kirchenverwaltungs-Wahl erwartet, sozusagen als Pro- und Kontra-Abstimmung zum Umbau. Die Neuwahlen waren nötig geworden, da die ursprüngliche Verwaltung im Zuge der Querelen um den Kirchenumbau im November letzten Jahres geschlossen zurückgetreten war. Für das vierköpfige Gremium standen sieben Kandidaten zur Wahl, drei von ihnen aus dem Lager der Umbau-Gegner. Der Verwaltungsrat entscheidet über das Kirchenstiftungs-Vermögen und unterhält Häuser in ihrem Besitz.

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Aus der Initiative traten Ilse Fuchsberger, 67 Jahre, Joachim Rott, 65 Jahre, Sprecher der Umbau-Gegner, und Rosa Hartl, 70 Jahre, an. Laut vorläufigem Endergebnis belegten sie Platz eins bis drei, mit einigem Abstand zu ihren Kontrahenten. Sie erhielten 254, 248 und 229 Stimmen – das vierte Mitglied des Gremiums ist Anton Würfel, 61 Jahre, der 158 Stimmen auf sich vereinen konnte. Die Umbau-Kritiker hatten im Vorfeld der Wahl mit Handzetteln für ihre Position geworben.

Zum Ausgang der Wahl äußert sich Pfarrer Franz Walden, Vorstand der Kirchenverwaltung, folgendermaßen: „Die neue Verwaltung wurde demokratisch gewählt und muss jetzt dafür sorgen, dass die Amtsgeschäfte weiterlaufen.“ Er erklärt weiter, dass ein aktueller Beschluss zum Umbau der Kirche existiere – im Moment aber auf „dickem Eis“ liege. Ob und wann das Thema wieder aufgegriffen werde, könne man im Moment noch nicht sagen. Zur Zukunft findet er versöhnliche Worte: „Derzeit stimmen die Rahmenbedingungen nicht, und so ein Projekt kann nur im Konsens verwirklicht werden.“ Bis auf Weiteres sei ein solcher nicht absehbar.

Joachim Rott von der Initiative gibt für sich, Ilse Fuchsberger und Rosa Hartl eine Erklärung ab: „Wir sind sehr dankbar, dass Gemeindemitglieder, die sich gegen den Umbau der Kirche Christkönig stemmen, in den Verwaltungsrat gewählt wurden.“ Besonders freuten sie sich über das klare Ergebnis. Ob in der Gemeinde nun Ruhe einkehre, müssten die nächsten Wochen zeigen.

Wieder mehr Harmonie in der Gemeinde wünscht sich auch Pfarrer Franz Walden: „Im Moment wollen wir in erster Linie die Eskalation verhindern.“ Im Moment sei es noch zu früh, die Diskussion über den Umbau wieder aufzunehmen. Deswegen sagte das Pfarrbüro einen schon vorbereiteten Infoabend, der für den heutigen Abend angesetzt war, ab. Informationen zum gestoppten Umbau sind trotzdem erhältlich – in abgedruckter Form in der Christkönigskirche.

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