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Zusmarshausen

04.03.2016

Umgang mit Geld: Das ist fast wie Monopoly

Vermögensberater Gerhard Biber hat Azubis spielerisch in die Welt der Finanzen eingeführt.
Bild: Manuela Rauch

Bei der Azubi Akademie in Zusmarshausen führt ein Vermögensberater Jugendliche durch den Finanzdschungel. Dabei wird ihnen auch bewusst, dass ein Auto gar nicht so einfach zu finanzieren ist.

Erik ist 16 Jahre alt und angehende Fachkraft für Lagerlogistik. Was mit seinem Geld passiert, darum haben sich in erster Linie immer die Eltern gekümmert, erzählt er. Haben die darüber gesprochen, „habe ich eigentlich oft nicht verstanden worum es geht“. Auch in der Berufsschule werde der Stoff meist nur theoretisch durchgekaut. Rente, Investmentfonds, Zinsniveau. Das Vokabular der Finanzwelt klingt gerade für Jugendliche oft trocken und alles andere als spannend. Wer aber die Grundlagen der Geldpolitik beherrscht, hat es im Leben oft einfacher. Unter dem Motto „Umgang mit Geld“ ließen sich die Jugendlichen der Azubi Akademie in Zusmarshausen von Gerhard Biber erklären, wie man sich im Finanzdschungel zurechtfindet, ohne den Überblick zu verlieren.

Biber ist Vermögensberater in Zusmarshausen. Der Exkurs sei eine Vorbereitung auf das Leben, erklärt er. „Die jungen Menschen wissen oft nicht, was auf sie zukommt, wenn sie ihr erstes eigenen Geld verdienen.“ Der Experte stellt daher möglichst alltagsnahe Beispiele in den Raum. Auf einem Plakat haben die Teilnehmer ihre Wünsche und Ziele notiert. Ganz oben auf der Liste: ein Auto. „Der Klassiker“, sagt Biber. Doch bis sich der Traum vom eigenen Wagen erfüllt, muss gespart werden. Biber erklärt, wie Kreditverträge funktionieren und was hinter einer Finanzierung steckt. „Am Ende wird dann vielen bewusst, dass der angestrebte Wagen doch nicht so günstig ist, wie sie dachten.“

Dass die Menschen, meist aus Unwissenheit, ihren Spielraum falsch einschätzen, sei nichts Ungewöhnliches. „Die Finanzbildung in Deutschland ist allgemein schlecht, auch die Erwachsenen haben Defizite“, sagt Biber. Die Gründe sieht der Experte in der vermeintlichen Komplexität. Alles werde umständlich und schwierig dargestellt. Das mache die Mechanismen der Finanzmärkte für viele nicht nachvollziehbar und damit gleichzeitig uninteressant.

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Im Workshop führt Biber die Jugendlichen locker an das Thema heran. Er macht aus der Finanzwelt eine Art Monopoly-Spiel. Es gilt, das Eigenheim zu finanzieren, zu möglichst guten Konditionen einen PC zu kaufen oder verschiedene Investmentfonds zu vergleichen. Am Ende sind viele schlauer. Erik sagt, dass er nun mehr Überblick habe, was Sache ist. Die Berührungsängste seien weg. „Eigentlich ist das gar nicht kompliziert“, findet er.

Alexandra macht eine Ausbildung zur Industriekauffrau. „Wir haben zuhause schon viel darüber gesprochen“, sagt sie. Wie umfangreich das Thema Geld aber ist, habe sie dennoch überrascht. Vielleicht sei sie in Zukunft sogar etwas mutiger. „Jetzt weiß ich, dass es sich lohnen kann etwas zu investieren“, sagt die 17-Jährige. Gerhard Biber warnt vor zu viel Eifer und gibt den Azubis zum Schluss einen Ratschlag mit auf den Weg. „Führt ein Haushaltsbuch“, sagt er. Denn wer die Einnahmen und Ausgaben im Blick hat, der weiß auch, was er sich leisten kann. „Sonst droht schon in den jungen Jahren ganz schnell die Schuldenfalle.“

Die Azubi Akademie wird vom Bund der Selbstständigen in Zusmarshausen organisiert und bietet branchenübergreifenden Betriebsunterricht für Auszubildende. Die Workshops finden in der Regel alle vier Wochen statt. Die Unternehmen wechseln sich dabei ab.

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