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Zusmarshausen

12.11.2018

Umgehung sorgt für Zoff in Zusmarshausen

Auf diesem Luftbild wird sichtbar, wie die Umfahrung einmal verlaufen wird. Im Streitheimer Forst (unten) wurden bereits etwa 4,8 Hektar Wald gerodet. 

An die Umfahrung Adelsried soll auch die Weldener Straße in Streitheim angeschlossen werden. Weshalb die Pläne dazu für Diskussion sorgen.

Verkehrsknotenpunkte verbinden mehrere Straßen miteinander und sollen den Verkehr möglichst flüssig halten. Verschiedene dieser Bauwerke tragen so interessante Namen wie Hantel, Hundeknochen, Kleeblatt, Trompete, Büroklammer oder Holländerrampe. Letztere ließ bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates die Debatte und vor allem die Emotionen der Bürgervertreter nur noch achterbahnfahren. Erst recht, weil die im Ort höchst umstrittene Umfahrung von Adelsried auf der Tagesordnung stand, an die etwa die Weldener Straße in Streitheim im Norden angeschlossen werden soll.

Die Mehrheit entschied sich zwar für die „höhenfreie Anbindung der Kreisstraße A33 am Ortseingang mit Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen“, vorher hatte jedoch ein kontroverser Meinungsaustausch stattgefunden. Ob die komplexe Rampe statt der zunächst angedachten, einfacheren T-Kreuzung tatsächlich kommt, blieb offen.

Wie sehr den Bürgervertretern Fragen im Zusammenhang mit den derzeitigen, ungeliebten Bauaktivitäten jenseits der Autobahn unter die Haut gehen, zeigte etwa Elke Schwarz von den Freien Wählern: „Haben wir denn jetzt wirklich alle Alternativen diskutiert oder dürfen noch andere Varianten besprochen werden?“, fragte eine verdutzte Gemeinderätin und forderte dazu auf, „bis zum Schluss zu kämpfen für eine sichere Lösung im Sinne der Streitheimer.“

Das Projekt „Holländerrampe“ ist umstritten

„Das Megaprojekt Holländerrampe“ wurde von ihm strikt abgelehnt und – weil laut Staatlichem Bauamt damit keine weiteren Kosten für die Kommune entstehen würden – als „Millionengeschenk und trojanisches Pferd“ bezeichnet, vor dem man sich in Acht nehmen müsse.

Der Hintergrund: Das Aktive Bürgerforum unterstellt, dass die Rampe im Zuge einer größeren Maßnahme „spendiert“ werden soll – nämlich dem Ausbau einer schnellen Achse zwischen westlichem Landkreis Dillingen und B300 bei Augsburg. Als Alternative schlugen Juraschek und die Kollegen kostengünstigere und ebenso sichere T-Kreuzungen oder Kreisverkehre vor. Weitere Breitseiten gegen Augsburg kamen mit Drittem Bürgermeister Stefan Vogg vom schärfsten Kritiker der Entlastungsstrecke des Nachbarorts Adelsried. Er monierte nicht nur den enormen Flächenverbrauch durch das sechseinhalb Kilometer langen 13-Millionen-Euro-Projekts, sondern auch die künftigen Folgen: „Das wird nach Fertigstellung 2020 die neue Rennstrecke im Land“, thematisierte er die Ängste vieler Bürger in Streitheim. „Dort wird jetzt schon eine Zunahme des Durchgangsverkehrs um 25 Prozent befürchtet.“ Letzterem widersprach Erwin Fischer (FW), der sogar an seinem Navi austestete, wohin bei Umleitungen die Reise gehen solle: „Die enge und steile Ortsdurchfahrt wird nie Autofahrers Liebling werden.“

Dies zeigt nur, wie sehr sich die „Fronten“ an diesem Abend durch alle Fraktionen zogen. Als hätte er den brisanten Verlauf schon geahnt, hatte Bürgermeister Bernhard Uhl in einem ausführlichen Statement zuvor für die „höhenfreie Anbindung“ geworben und die Idee eines Kreisverkehrs vor allem aus zeitlichen Gründen verworfen: „Ich wollte etwas für die Streitheimer herausholen und Motivation für mich war, die wesentliche Verbesserung der Verkehrssicherheit dort“ und den Vorteil, dass sie bequemer und komfortabler in den überörtlichen Verkehr ein- und ausfahren könnten.

Aus der Haut fahren wollte dagegen Harry Juraschek, als er in der Begründung der Verwaltungsvorlage ausgerechnet „seine“ Kreuzung wiederfand: Der Knotenpunkt der Staatsstraße 2027 und der Kreisstraße A20 südlich von Wörleschwang. Nach etlichen Karambolagen wäre die Stelle behördlich beinahe zum Unfallschwerpunkt erklärt und im Sinne des seit Jahren dafür trommelnden Juraschek modifiziert worden. Ohne Erfolg. „Dort sind nie richtige Maßnahmen ergriffen worden. Sich aber jetzt hinzustellen und das als Vorzeigebeispiel für eigene Sicherheitsbemühungen hinzustellen, das ist schon perfide.“

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