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Diedorf

30.07.2020

Umweltskandal in Diedorf: Der Gemeinde droht jetzt ein Bußgeld

In Diedorf wurde das Kehrgut auf dem Häckselplatz abgeladen und dann dort ungeschützt gelagert.
Bild: Marcus Merk

Plus Wegen der falschen Lagerung von Kehrgut verlangt das Landratsamt weitere Informationen von der Gemeinde. Die legt ein neues Konzept vor.

Der Marktgemeinde Diedorf droht möglicherweise ein Bußgeld im Zusammenhang mit dem falsch gelagerten Kehrgut auf dem Häckselplatz. Wie das Landratsamt Augsburg als Aufsichtsbehörde der Verwaltung jetzt mitgeteilt hat, will es noch mal einen Bericht der Gemeinde, was tatsächlich auf dem Häckselplatz in den vergangenen Jahren passiert ist - und warum.

Mindestens 15 Jahre lang wurde der Dreck der Straßen in Diedorf, von Laub über Müll bis zu Salz- und Splittresten nach dem Winter, ungesichert auf dem Häckselplatz bei der ehemaligen Kläranlage gelagert. „Wir räumen ein, in der Vergangenheit nicht regelgerecht gehandelt zu haben und werden ein neues Konzept vorlegen“, so Bürgermeister Peter Högg jetzt auf der Gemeinderatssitzung. Das Gesetz sagt, dass dieser Kehrricht nur auf einer versiegelten Fläche mit Anschluss an die Kanalisation gelagert werden darf. Ob ein Schaden für die Umwelt entstanden ist, steht noch nicht fest.

Beobachtung eines Diedorfers bringt Umweltskandal ins Rollen

Wie berichtet, hatte die Beobachtung eines Diedorfers den Fall ins Rollen gebracht. Der Mann hatte gesehen, wie die Kehrmaschine der Gemeinde das Kehrgut auf einen großen Haufen auf den Häckselplatz gekippt hatte. Der Platz war damals nicht gesichert, der Haufen mit dem Kehrgut mehrere Meter hoch. Der Diedorfer wandte sich an die Partei der Grünen in Diedorf, die fragten in der Verwaltung nach.

Auf der Gemeinderatssitzung in dieser Woche hat Bürgermeister Peter Högg jetzt noch einmal Fragen der Gemeinderäte Horst Heinrich ( CSU) und Frank Wasser (Bürgerunion) zu dem Thema beantwortet. Unter anderem wollten sie wissen, ob der Gemeinde ein Bußgeld drohe. Das kann die Rechtsaufsicht des Landratsamts noch nicht abschließend beantworten. Dazu benötigt das Amt nochmals Informationen von der Gemeinde.

Allerdings hat die Rechtsaufsicht schon einmal mitgeteilt, dass bei falscher Lagerung etwa von Kehrgut durchaus ein Bußgeld drohen kann, auch wenn das nicht vorsätzlich, sondern fahrlässig geschehen ist. Bürgermeister Peter Högg hat inzwischen die politische Verantwortung dafür übernommen, dass der Lagerplatz nicht den bestehenden Verordnungen entsprach.

In Diedorf ist der Ärger um falsch gelagertes Kehrgut nahe des Lettenbachs noch nicht ausgestanden.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Diedorf handelt: Beim Landratsamt liegt ein neues Konzept vor

In Diedorf ist nun bereits gehandelt worden. Dem Landratsamt ist ein neues Konzept vorgelegt worden, „das dort wohlwollend aufgenommen wurde“, so Högg. Bislang lagerte der Kehrricht ungesichert auf dem Häckselplatz und wurde einmal im Jahr von einer Fachfirma abtransportiert, die der Gemeinde dafür einen Entsorgungsnachweis ausstellte.

„In Zukunft wird der Häckselplatz nicht mehr als Zwischenlager für Kehrgut genutzt. Alternative Lagerplätze, auch bei externen Firmen mit Entsorgungsnachweis, werden geprüft“, so der Bürgermeister auf der Sitzung. Zudem wurden aus dem noch vorhandenen Kehrgut auf dem Häckselplatz Proben genommen. Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.

Inzwischen wurde der Haufen auch mit einer wasserdichten Folie abgedeckt. Zuvor hatte das Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth gegenüber der Augsburger Allgemeinen angekündigt, Wasserproben aus dem nahe gelegenen Lettenbach nehmen zu wollen, um eine eventuelle Verunreinigung auch des Bachs zu überprüfen - allerdings erst nach längeren Regenfällen. Kehrgut kann mit Schwermetallen und Mineralöl verunreinigt sein.

Eine weitere Bürgerin sorgt sich ums Abwasser in Diedorf

Unterdessen ist beim Landratsamt ein weiterer Hinweis einer Bürgerin eingegangen, die sich um das Abwasser in Diedorf Sorgen macht. Sie hatte beobachtet, dass die Fahrzeuge des Bauhofs auf deren Platz an der Gewerbestraße gewaschen werden. Bürgermeister Peter Högg: „Das dabei anfallende Schmutzwasser wird über einen Ölabscheider in die Kanalisation eingeleitet.“ Allerdings bestehe auch hier Handlungsbedarf.

„Es ist dringend notwendig, einen neuen Waschplatz mit neuem Ölabscheider zu bauen.“ Pläne dafür gebe es seit Längerem. Allerdings wurden die Kosten dafür in den vergangenen drei Jahren immer wieder aus den Haushaltsplanungen gestrichen. Jetzt sollen sie aber auf der nächsten Sitzung des Gemeinderats Anfang Oktober wieder zur Abstimmung vorgelegt werden.

Einige Diedorfer beobachten genau, was in der Gemeinde geschieht. So hatte ein Bürger gesehen, dass der Bauhof am Friedhof in Willishausen mitten im Juli die Hecke schnitt. „Da könnten doch noch Vögel brüten“, so Gemeinderätin Claudis Kargl (Grüne). Die Umweltfachfrau der Gemeinde, Anna Röder, ist sich sicher, dass die Bauhofmitarbeiter sich vorher vergewissert hätten, dass das in dieser Hecke nicht der Fall ist. „Ich kläre das mit dem Bauhof“, so Röder.

Ein weiterer Bürger, so Bürgermeister Högg, hätte sich bei der Gemeinde gemeldet. Er habe beobachtet, dass bei starkem Regen über einen Abscheider am Bürgerpark auch Schmutzwasser in den Anhauser Bach gelangen könnte. Stimmt, sagte der Bürgermeister. Das Bauwerk sei aber nach wie vor Stand der Technik und in dieser Weise üblich.

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