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Fischach

24.04.2015

Umzugspläne: Netto will zurück in die Stadt und den Menschen

Der Discounter Netto möchte in die Ortsmitte von Fischach
Bild: Bild: Marcus Merk

Der Umzug des Discounters in Fischach wird konkreter. Jetzt hat der Investor seine Pläne im Gemeinderat vorgestellt. Und er hatte auch eine Warnung dabei.

Fischach Schon bald eröffnet der neue Rewe-Markt in Fischach. Der Supermarkt mit riesiger Glasfassade und einer Menge Parkplätze ist größer, moderner und vor allem: er steht mitten im Ort. Dass nun auch der in die Jahre gekommene Netto-Markt am Ortseingang nachziehen möchte, liegt auf der Hand.

„Das alte Nettogebäude ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Investor Rudi Kimmerle. Er legte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung erste konkrete Pläne zum Bauvorhaben vor. Auf dem Gelände der Gärtnerei Weinert, die seit mehr als 60 Jahren das Ortsbild Fischachs prägt, soll der neue Supermarkt entstehen. Kimmerle möchte das bestehende Gebäude abreißen und auf dem Grundstück einen modernen Einkaufsmarkt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 65 Parkplätzen entstehen lassen. „Wir wollen in Fischach bleiben, aber am heutigen Standort geht das nicht mehr“, erklärt Kimmerle.

Natürlich habe das auch mit dem starken Konkurrenten Rewe zu tun. Auch Netto wolle sich nun vergrößern, die Gänge verbreitern, ein neues Sortiment anbieten, und ebenfalls in die Ortsmitte ziehen. Netto verfolge das Konzept „Zurück in die Stadt“. Nicht mehr der Mensch solle zur Ware, sondern die Ware zum Menschen gebracht werden. Kimmerle: „Eins steht fest, entweder gehen wir mit der Zeit, oder Netto wird mit der Zeit gehen“.

Dieser Drohung sieht Bürgermeister Peter Ziegelmeier gelassen entgegen. Dennoch ist er ein Befürworter der Baupläne Nettos. Das Grundstück sei grundsätzlich gut für den Bau eines neuen Supermarkts geeignet. Außerdem entspreche das Vorhaben dem erklärten Ziel Fischachs, den Einzelhandel im Ortskern zu stärken. Angst mache ihm allerdings ein möglicher Leerstand des alten Gebäudes nach dem Umzug Nettos. Diese Angst versuchte Kimmerle auszuräumen: „Wir stehen bereits in Gesprächen mit Drogeriemärkten wie DM oder Rossmann, für die wäre das Gebäude perfekt“. Doch der Bürgermeister bleibt skeptisch. Auch er habe schon mehrfach versucht Drogeriemärkte für das Gebäude am Ortseingang zu begeistern, jedoch ohne Erfolg.

Skepsis zeigten die Gemeinderatsmitglieder auch bezüglich der entstehenden Baulücke bei einem Abriss der Gärtnerei. Die momentan bestehende Häuserfront, die eine bauliche Grenze zur Augsburger Straße darstellt, würde bei einem Abriss unterbrochen und es käme durch den vorgesehenen Parkplatz des Netto Marktes zu einer Lücke. Rudi Kimmerle stellte deshalb, zusammen mit einem Architekten, ein Parkplatzkonzept vor, das diese mögliche Lücke mit einem überdachten Abstellplatz für Fahrräder schließen könnte.

Ob der neue Netto Markt an der Augsburger Straße nun kommt, kann auch Bürgermeister Peter Ziegelmeier noch nicht mit Sicherheit sagen. Falls die Gemeinderatsmitglieder dem Bauvorhaben allerdings zustimmen, damit weitere Schritte eingeleitet werden können, könnte schon Ende des Jahres mit dem Bau des neuen Supermarkts begonnen werden, erklärt Ziegelmeier.

Umziehen wird Netto allerdings erst in frühestens zwei Jahren, sagt Investor Kimmerle. Denn so lange liefe der bestehende Mietvertrag noch.

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