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Stadtbergen

29.11.2012

Unsichere Zukunft für das Ost-Ampelmännchen

Seit Kurzem verrichtet ein Ampelmännchen aus dem Osten seinen Dienst in Stadtbergen. Unklarer denn je scheint nun die Frage, ob es bleiben darf - denn es ist nur durch ein Versehen der Baufirma an seinen jetzigen Ort gelangt.
Bild: Andreas Lode

Noch immer ist unklar, ob der Stadtberger Ost-Ampelmann bleiben darf. Eine Rechtsgrundlage gibt es für das Ampelmännchen wohl nicht.

Seit einigen Wochen verrichtet das Ost-Ampelmännchen an der Stadtberger Bismarckstraße brav seinen Dienst und warnt Autofahrer vor Fußgängern – ob es dauerhaft bleiben darf, ist aber mehr denn je unsicher. Denn nur durch ein Versehen der Baufirma aus Thüringen gelangte der Hutträger nach Stadtbergen. Im Stadtberger Rathaus kann man mit dem Versehen der Baufirma sehr gut leben – Bürgermeister Paul Metz betonte bereits, das Männchen gerne behalten zu wollen. Dennoch ist es unklarer denn je, ob das Männchen an seinem Platz bleiben darf.

Die Trennung zwischen West und Ost zeigt sich an der Ampel

Denn eigentlich gibt es dafür keine Rechtsgrundlage, wie Werner Reschke von der Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt sagt: „In der Straßenverkehrsordnung sind gewisse Symbole nicht vorgesehen – und dazu gehört auch dieses Ampelmännchen.“ Dass Gebieten in Ostdeutschland und vor allem in Berlin noch an jeder Ecke die Ampelmännchen mit dem Hut zu sehen gibt, liegt nach Einschätzung von Reschke an dem Bestandsschutz, den die Männchen dort genießen. Eine Klausel, die es für Stadtbergen nicht geben kann: „Dass das Männchen einfach genehmigt wird, kann ich mir nicht vorstellen.“

Dass das Männchen aber zwingend wieder von der Bildfläche verschwinden muss, bedeutet dies aber auch nicht, wie Reschke betont: „Wir werden die Stadt Stadtbergen vorerst nicht dazu auffordern, die Anlage auszutauschen. Das wäre ein großer wirtschaftlicher und finanzieller Aufwand.“ Letztlich könnte das Männchen also, wenn es schon nicht genehmigt wird, doch immerhin von den bayerischen Behörden geduldet werden. Stadtbergens Bürgermeister Metz wundert sich über den Standpunkt des Amtes: „Ich bin überrascht, dass es immer noch eine Trennung zwischen Ost und West gibt.“ Mit einer Duldung könne er aber auch leben: „Hauptsache, wir können es behalten.“

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Unterdessen haben unsere Leser ein eindeutiges Votum gefällt: Bis zum Ende der Abstimmung am Mittwochabend wurden per Telefon und Internet rund 1000 Stimmen abgegeben. Nur zwölf Prozent wollen das Männchen nicht mehr haben. 41 Prozent möchten es behalten, 47 Prozent wollen sogar noch mehr Ost-Ampelmännchen sehen.

Sagen Sie am Freitag in Stadtbergen Ihre Meinung

Wer sich zur Zukunft des Ampelmännchens äußern möchte, kann dies übrigens am morgigen Freitag ab 10.30 Uhr an der entsprechenden Kreuzung tun. Ein Videoteam der Online-Redaktion macht dort mit der „Grünen Couch“ Station. Der Videobeitrag wird dann auf unserer Homepage zu sehen sein.

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