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Wollbach

01.03.2020

Unternehmer genervt: Immer wieder Hochwasser im Gewerbegebiet

Immer wieder kommt es im Gewerbegebiet in Wollbach zu Hochwasser. Zuletzt im Februar. Ein unzumutbarer Zustand, meint Unternehmer Horst Höhe.
Bild: H. Höhe

Ein Unternehmer klagt über Probleme im Gewerbegebiet im Zusmarshauser Ortsteil Wollbach. Wenn es nicht bald besser wird, überlegt er wegzugehen.

Für Horst Höhe und seine Firma ist Hochwasser kein Ausnahmezustand: Seit vier Jahren staue sich im Gewerbegebiet Wollbach , wo die Höhe GmbH ihren Hauptsitz und ihre Produktionshallen hat, das Wasser, erzählt der Unternehmer. Der Starkregen Anfang Februar brachte das Fass zum Überlaufen: Es staute sich so viel Wasser, dass die Feuerwehr anrücken musste, um die Straße abzupumpen. Doch das Hochwasser sei nicht das einzige Problem, mit dem seine Firma zu kämpfen habe, sagt Höhe.

Die Firma in Wollbach stellt Schalldämmungen und Industrietechnik her. Im Jahr 2016, als das Unternehmen einen weiteren Teil des Grundstücks im Gewerbegebiet erwarb, seien im Kaufpreis die Herstellungskosten für eine Wasserversorgungsanlage und einen Kanal enthalten gewesen, erzählt Höhe. Doch: „Beide sind noch nicht erbaut worden, obwohl für den Markt Zusmarshausen eine Bauverpflichtung für vier Jahre besteht.“ 2020 müsse der Bau also eigentlich abgeschlossen sein, meint Höhe. Doch die Gemeinde sieht das anders: Ein Bauzwang bestehe erst, wenn die Erschließungsanlagen fertiggestellt sind, heißt es in einem Schreiben der Gemeinde. Da die Erschließung jedoch noch nicht beendet sei, habe die Baufrist noch nicht einmal begonnen.

Die neue Halle in Wollbach sei nur zu 30 Prozent nutzbar

Ein weiteres Problem stelle die Erschließung für die dritte Produktionshalle dar, in welche die Firma eigentlich im Januar einziehen wollte, sagt Höhe. Anfang Februar 2020 seien allerdings immer noch keine Maßnahmen zur Erschließung getroffen worden, es habe noch nicht einmal die Planung zur Ausschreibung für den Bau gegeben, berichtet Höhe. Die Straße, auf der sich das Wasser seit Jahren sammelt, wurde im Februar von Feuerwehrleuten abgepumpt, allerdings ohne Erfolg: „Das Wasser sammelt sich schon wieder und steigt“, sagt Höhe.

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Außerdem gebe es an der Halle immer noch keinen Strom, sie sei nicht mit Lastwagen befahrbar, es gebe keine Sanitärräume und keinen Schmutz- und Frischwasseranschluss. Die Halle sei also nur zu 30 Prozent nutzbar, sagt Höhe. Immer wieder habe seine Firma in den letzten Jahren den Zusmarshauser Bürgermeister Bernhard Uhl kontaktiert, es habe jedoch nichts gebracht, sagt Höhe: „Immer wurden uns Taten versprochen, es ist dann jedoch nie etwas passiert. Das ist reine Hinhaltetaktik.“

Vonseiten der Gemeinde jedoch wird das Geschehene anders geschildert. Bereits zu Beginn der Baumaßnahmen habe sich die Bebauung des Gewerbegebiets als extrem schwierig dargestellt: Der Untergrund sei nicht tragfähig und vor allem extrem torfhaltig. Das habe die Erschließung des Grundstückes erschwert, da zahlreiche Untersuchungen und Abstimmungen mit verschiedenen Behörden notwendig gewesen seien. Außerdem habe die Gemeinde bereits viel Geld in die Hand genommen, um der Firma Höhe zu helfen: So seien beispielsweise 55 000 Euro bezahlt worden, um die provisorische Zufahrt zu der dritten Produktionshalle zu erstellen.

Dem Gemeinderat werden Beschlüsse zur Weiterentwicklung vorgelegt

Auch beim Hochwasser Anfang Februar habe die Gemeinde auf eigene Kosten das Wasser abpumpen lassen. „Bei der Entwicklung des Gewerbegebiets habe ich in den zuständigen Sachgebieten eine ganz hohe Priorität angeordnet“, sagt Uhl. Dem Gemeinderat werden bald Beschlüsse zur Weiterentwicklung des Gewerbegebiets vorgelegt.

Für Höhe ist die Lage trotzdem momentan nicht verkraftbar. Wenn sich weiterhin nichts tue, werde er darüber nachdenken, mit der Firma wegzugehen. „Viele Kollegen sind bereits ins nähere Ausland an der tschechischen Grenze gegangen.“ Dort funktionierten der Bau und die Erschließung neuer Gewerbeflächen viel schneller und besser: „Kunden, welche erst letztes Jahr bis zu 10 000 Quadratmeter Hallen dort gebaut haben, produzieren heute schon zu 100 Prozent.“

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