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Gersthofen-Hirblingen

27.06.2017

Unternehmer stellt Verein ein Holzhaus hin

Das ist das neue Gebäude in der Wertinger Straße, das ein Unternehmer für einen Verein gebaut hat. 
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Das ist das neue Gebäude in der Wertinger Straße, das ein Unternehmer für einen Verein gebaut hat. 
Bild: Foto: Tanja Wurster

Die neue Heimat der Schwäbischen Trachtenkapelle Hirblingen ist in mehrerlei Hinsicht ungewöhnlich

Sie sind zu Hause angekommen, die Musiker der Schwäbischen Trachtenkapelle Hirblingen. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie im alten Feuerwehrgebäude probten. Eng sei es dort gewesen, der Brandschutz völlig unzureichend, die Akustik eine Katastrophe.

Ganz anders ist die Lage seit Januar. Seitdem hat der Verein seinen Probenraum im neuen Mehrzweckgebäude in der Wertinger Straße 35a. „Die Akustik ist ein Traum“, sagt Georg Miller, musikalischer Leiter des Vereins, spürbar bewegt bei der Einweihungsfeier.

Rund 200 Gäste kamen zu dem Festakt am Sonntag, der – wie könnte es anders sein – musikalisch von der Trachtenkapelle Hirblingen untermalt wurde. Dass die Trachtenkapelle jetzt unter besten Bedingungen auf 135 Quadratmetern probt, ist vor allem Markus Brem zu verdanken. Der Hirblinger Stadtrat, der zugleich zweiter Vorsitzender der Trachtenkapelle ist und seit 38 Jahren Bariton im Verein spielt, errichtete in privater Trägerschaft das Mehrzweckgebäude. Innerhalb kurzer Zeit errichtete der Landwirt und Bundestagskandidat der Freien Wähler auf seinem Grundstück das Gebäude. Baubeginn war im Juli 2016, zwei Monate später wurde bereits Hebauf gefeiert.

Der Holzbau umfasst eine Gesamtnutzungsfläche von 391 Quadratmetern und ist im östlichen Teil zweistöckig, im westlichen Teil einstöckig gebaut. Dank einer Photovoltaikanlage und eines Batteriespeichers ist es energetisch auf dem neuesten Stand, zudem CO2-neutral. Als Plus-Energie-Haus erzeugt es mehr Energie, als es verbraucht. Die überschüssige Energie wird von Brem selbst genutzt und ins öffentliche Netz eingespeist. Insgesamt 655000 Euro investierte Brem in den Bau. Rund 30 Prozent brachte er an Eigenkapital auf, die restliche Summe finanzierte er. Fördergelder bekam er über die KfW.

Das Haus sieht er als Plattform für Dorfentwicklung und Zukunftsgestaltung. Es solle zum Wohle der Dorfgemeinschaft genutzt werden. Zudem sei er in der „glücklichen Lage“, die Voraussetzungen für solch einen Bau zu haben, sagt Brem über seine Motivation.

Dafür trage er das unternehmerische Risiko, genügend Mieter für die nächsten Jahre zu finden. Ankermieter ist derzeit die Trachtenkapelle, deren Mietvertrag insgesamt zehn Jahre läuft. Einige Räume in den oberen Stockwerken stehen noch leer, doch es gibt Anfragen. Zum Zuge kommen sollen Vereine oder andere ehrenamtlich tätige Organisationen. Grundsätzlich könne das Gebäude auch anderweitig genutzt werden, beispielsweise als Büroräume oder Ausstellungsfläche für Firmen.

Bei dem Bau kamen überwiegend örtliche Gewerke zum Zuge. Zudem packten viele Musiker selbst mit an. Insgesamt rund 1300 Arbeitsstunden kamen in Eigenleistung zustande. Drei Personen hob Brem besonders hervor: seinen Bruder Robert und Reinhold Schmid, beide ehemalige Vorsitzende der Trachtenkapelle, sowie Gründungsmitglied Martin Schmid, die alle mehrere hundert Stunden investierten.

Investitionszuschüsse seitens der Stadt gab es keine. Doch bekommt der Verein im Rahmen der Vereinsbezuschussung Mietzuschüsse in Höhe von 1600 Euro pro Monat - was ebenfalls zunächst auf Widerstände im Stadtrat stieß. Möglich ist das durch die Vereinsbezuschussung, von der laut Brem theoretisch jeder Verein profitieren könne. Auch Bürgermeister Michael Wörle betonte – „um Gerüchten vorzubeugen“ – dass die Trachtenkapelle nicht bevorzugt werde. Die finanzielle Unterstützung sei vergleichbar mit der anderer Gersthofer Vereine.

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