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Ustersbach

18.04.2018

Ustersbach braucht Geld für den Kreuzweg

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2 Bilder
Damit der Kreuzweg im Wäldchen der Lourdesgrotte in Ustersbach wieder neu erstrahlt, werden die sakralen Denkmäler in den kommenden Monaten professionell renoviert.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Die sakralen Kunstwerke im Wäldchen der Lourdesgrotte sind mehr als 100 Jahre alt. Sie leiden jedoch stark unter der Witterung.

Die Restaurierung des Kreuzwegs im Wäldchen der Lourdesgrotte nimmt weiter Fahrt auf. In den kommenden Monaten werden alle Stationen umfangreich saniert. Dafür muss die Gemeinde viel Geld aufbringen. Nun appellieren Kommune und Pfarrei St. Fridolin an die Bürger, die Arbeiten mit einer freiwilligen Geldspritze zu unterstützen.

Die fachgerechte Restaurierung der insgesamt 14 Kreuzwegstationen an der Grottestraße erfolgt in enger Absprache mit der Gemeinde und der Pfarrei. Darüber hinaus hat der Gemeinderat im Dezember einstimmig für die Notwendigkeit des Projekts votiert.

Ein ausführliches Konzept erstellt

Vorarbeiten zur Sanierung erfolgten durch den Steinrestaurator Michael Pfanner aus München. Danach wurde in Zusammenarbeit mit einem Schwabmünchner Architekturbüro und den Denkmalschutzbehörden ein ausführliches Konzept zur Wiederherstellung der Kreuzwegstationen erstellt. Die Durchführung wickelt eine spezielle Restaurierungswerkstätte in Sigmarszell ab.

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Ausgangspunkt des Kreuzwegs war die von Ustersbacher Bürgern errichtete Grotte in einem Eichenhain, nur wenige Gehminuten von der Pfarrkirche St. Fridolin entfernt. Die Gedenkstätte wurde im August 1893 feierlich gesegnet. Sie ist der weltberühmten Grotte im südfranzösischen Ort Lourdes nachempfunden. Wichtig war den Menschen damals, dass mit der Muttergottes von Lourdes auch der „heilige Ort“ ihrer Erscheinung nachgeahmt wurde. 14 Jahre später seien die Kreuzwegstationen hinzugekommen, ebenso die Figur des „ruhenden Christus“, erzählt Bürgermeister Max Stumböck. „Sie waren bereits 1888 auf dem Kirchberg St. Fridolin errichtet worden“, ergänzt Pfarrer Ralf Putz.

Die Witterung und der Zahn der Zeit haben an den sakralen Denkmälern stark genagt. Die gemauerten Bildstöcke, aber auch die Bild- und Schrifttafeln sind mittlerweile nachhaltig geschädigt.

Ein Neun-Punkte-Paket für die Sanierung

Die Sanierungsmaßnahme beinhaltet ein Neun-Punkte-Paket. Neben der Reinigung vom biologischen Befall, den Kreuzsanierungen, der Erneuerung der Abdeckungen und der Restauration der Farbreliefs aus Kunststein und Ausbesserungen der Fassungen stehen noch die Neufassungen der Schrift auf den Platten und die Entfernung von alten Beschichtungen auf den Sandsteinen an. Hinzu kommen Neuverfugungen der Ziegelsockel, Austausch von Ziegeln, die Erneuerung der Ziegelfundamente und die Verfüllung des Erdreichs rings um die Sockel mit Kies. Nicht einbezogen in die Restaurierung sind die Grotte und die Kreuzkapelle. Beide befinden sich in einem guten Zustand.

Sowohl Bürgermeister Stumböck als auch Pfarrer Putz sprechen von einer umfassenden und arbeitsintensiven Restaurierung. Das Projekt schlage mit rund 55000 Euro zu Buche. „So kostet beispielsweise die Sanierung einer Inschrift 400 Euro, die einer Relieftafel mit den Heiligenfiguren 500 Euro und die Wiederherstellung einer kompletten Kreuzwegstation 3500 Euro“, berichten sie.

An Zuschüssen erhält die Gemeinde insgesamt 10000 Euro. Der Rest muss von ihr geschultert werden. Um die Kosten abzufedern, rufen Gemeinde und Pfarrei die Bürger auf, die dringend notwendige Sanierung mit einer großzügigen Spende unter den Arm zu greifen.

Mit der jetzigen Sanierung sei der bauliche Erhalt dieses Ensembles bayerischer Volksfrömmigkeit auf Jahrzehnte hinaus gesichert, sind sich Max Stumböck und Ralf Putz sicher. Die neuerliche Segnung findet übrigens am 15. August im Rahmen eines Gottesdienstes statt. An diesem Tag jährt sich die Segnung der Grotte zum 125. Mal.

Spende: Geldspenden für die Sanierung der Kreuzwegstationen nimmt die Gemeinde Ustersbach entgegen. Nähere Informationen im Rathaus unter 08238/3006-0.

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