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Ustersbach

07.07.2019

Ustersbach feiert mit „seinem“ Dominic Loy

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Zum Lob Gottes: Der Projektchor der Pfarreiengemeinschaft unter Leitung von Stefan Wolitz umrahmte die feierliche Primiz in Ustersbach mit seinem Gesang.
Bild: Foto: Marcus Merk

Der frisch geweihte Priester  hältin seiner Heimatgemeinde Ustersbach seinen ersten Gottesdienst – eine logistische Herausforderung für den Ort.  

Nach 53 Jahren hat Ustersbach wieder einen Neupriester. Damals feierte Edmund Gleich in der Mariengrotte Primiz. Nun zelebrierte Dominic Loy, dessen Elternhaus in Mödishofen steht, auf dem Freigelände des Ustersbacher Forums seinen ersten feierlichen Gottesdienst als frisch geweihter katholischer Priester.

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Die Kirchenverwaltungen Ustersbach und Mödishofen sowie der Pfarrgemeinderat hatten bereits vier Tage vorher mit bis zu 50 Helfern Zelte, Buden, Erfrischungsstationen und eine Küche aufgebaut sowie das Altarzelt mit Blumen und Girlanden geschmückt. „Für uns eine logistische Herausforderung“, umriss Sabine Gaßner.

Rund 800 Personen wohnten der Feier bei, darunter viele Personen des öffentlichen Lebens, aber auch Abordnungen der Vereine und Institutionen. Rund 90 Ministranten, viele Priester aus der Region und Fahnenabordnungen sorgten mit ihren Talaren, Messgewändern, Uniformen und Trachten für ein buntes Bild. Zum feierlichen Einzug intonierte die Harmoniemusik Maingründel unter der Leitung von Manfred Übele „Herr, ich bin dein Eigentum“. Zum Bittruf entfaltete die „Missa Antiqua“ einen aparten Wechsel zwischen dem Blechbläserensemble und dem Projektchor der Pfarreiengemeinschaft.

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Zusammenhalt in Ustersbach erlebt

„Keiner geht den Weg der Nachfolge Jesu alleine“, meinte dann auch Dominic Loy in seiner Primizbroschüre, die reißende Abnahme fand. Darin verdeutlichte er, dass er im Rahmen der Vorbereitungen auf Priesterweihe und Primiz in Ustersbach und Mödishofen Gemeinschaft und Zusammenhalt noch einmal neu erlebt habe. Als Beispiele seiner Heimatverbundenheit nannte er unter anderem die Primizschale. Der Entwurf stammte von Walter Dochtermann, der nach dem Krieg in Mödishofen aufwuchs und ein Spielkamerad des Großvaters des Primizianten war. Die Kelchwäsche wurde von Mutter Evelyn Loy gestickt. Das Primizkreuz wurde von einem Schreiner aus Mödishofen gestaltet. Von der dortigen Kirche St. Vitus kam der Primizalter. Das Primizgewand war ein Geschenk der Pfarreiengemeinschaft, die 150 Jahre alte Primizkrone die Gabe eines in Ustersbach wirkenden Priesters.

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Primiz von Dominik Loy
Bild: Marcus Merk

Die Predigt hielt Domkapitular Regens Michael Kreuzer. Er war von 1994 bis 2006 Pfarrer in Ustersbach. Der Leiter des Augsburger Priesterseminars ging auf das Besondere der Seelsorger ein, auf deren Schwierigkeiten und die Erwartungen der Gläubigen.

Viele Primizbesucher kannten schon den Neupriester. Ihr Sohn sei mit ihm in die Schule gegangen, erzählte Margit Schmid. Bei Gislinde Müller war es die Tochter. Für Wilhelm Hampp war der Primizbesuch eine Selbstverständlichkeit und „tief vom Glauben“ gespeist. Der 65-jährige Johann Fendt fand den Gottesdienst „schön, feierlich und bewegend“. Loy machte beim Primizsegen auf das Besondere aufmerksam: „Der Segen eines Neupriesters ist mit einem so genannten ,vollkommenen Ablass’ verbunden, ein Privileg, das der Papst Primizianten gewährt.“

Pfarrfest schließt sich in Ustersbach an

Nach der Feier ging es mit dem Pfarrfest weiter. Abgerundet wurde der Tag mit einer Dankandacht in der Pfarrkirche St. Fridolin. Die Pfarreiengemeinschaft habe die Primiz seit Monaten geplant und organisiert, blickte Loy anerkennend zurück. „Deren Euphorie hat mich immer wieder begeistert.“ Ihre kluge und umsichtige Arbeit habe diesen Festtag erst möglich gemacht.

Loys Werdegang ist ungewöhnlich: 1989 geboren, wuchs er im Ustersbacher Ortsteil Mödishofen auf. Nach der Ausbildung zum Fachinformatiker machte er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur und studierte Theologie und Philosophie. Ab 2017 durchlief er das Diakonatspraktikum in der Pfarrei St. Ulrich und Afra in Augsburg. 2018 wurde er zum Diakon geweiht. Ab September tritt Loy in der Stadtpfarrkirche und Basilika St. Lorenz in Kempten eine Kaplanstelle an.

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08.07.2019

Ich hoffe der Neupriester Loys wird seinem Priesteramt gerecht. Viele Priester und Bischöfe so wie Kardinäle können gut Predigen,aber oft werden sie ihrer Predigt nicht gerecht. Ich habe schon viele Priester kennen gelernt,doch nie hat mir ein Priester ein Trinkgeld gegeben für meinen Messnerdienst, oder gar mir mal ein Bier bezahlt hätten in einer Gaststätte wo er auch eingeladen war. Unsere Priester verdienen heute ein schönes Gehalt,ich glaube das 5 fache was ich heute als Rentner bekomme. ( 650 Euro Rente ) Doch es sei ihnen gegönnt. Unsere Kirche sollte den Priesterberuf neu überdenken,und damit meine ich das auch ein Priester eine Lebensgefährtin oder Lebensgefährten haben sollte. Viele Priester sind oft alleine in ihrem Pfarrhaus und haben keinen Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin,und das sollte nicht sein.Ein Priester ist auch nur ein Mensch und hatt auch bedürfnisse wie zum Beispiel mit einer Frau zusamen zu leben. Jesus hat nie zu seinen Aposteln gesagt,gehet hinaus in die Welt und verkündet meine Botschaft. und das ohne die Frauen. Wir sollten in der heutigen Zeit uns von alten Dogmen der Kirche was das Zölibat anbelangt, uns verabschieden,und den Priester frei stellen lassen ob sie mit einer Lebenspartnerin oder Lebenspartner die Botschaft -Jesus vekündigen möchten, Der Priestermanel ist ein verschulden unserer Kirche, und wenn unsere Kirche sich nicht neu besinnt,was den Zölibat anbelangt,dann sehe ich schwarz für unsere Kirche. Papst Fraziskus sollte nicht auf die alten Kardinäle im Vatikan hören,sondern ein neues Kirchegesetz auf den Weg bringen ,wo das Zölibat aufgehoben wird,zum wohle seiner Stellvertretter Christi. Wir brauchen keine Frauen als Priesterinnen,wenn die Kirche den Zölibat abschaffen würde. Ich hoffe der Neupriester von Mödishofen wird es noch erleben,das unsere Kirche einen neuen Weg gehen wird,und das Zölibat der Vergangenheit angehört. Amen

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