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Sanierung

12.07.2020

Ustersbach plant eine moderne Wasserversorgung

Die Ustersbacher Wasserversorgungsanlagen entsprechen nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik.
Bild: Symbolfoto: Alexander Kaya

Plus Die Gemeinde Ustersbach will die gute Versorgung sichern. Die hohe Kostenschätzung hat den Gemeinderat überrascht.

Bürgermeister Willi Reiter machte gleich eingangs der jüngsten Gemeinderatssitzung klar: Die Ustersbacher Wasserversorgungsanlagen entsprechen nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Geplant sei deshalb eine schrittweise Erneuerung beziehungsweise Sanierung der Einrichtungen. Dazu informierte Johanns Brandl von den Stadtwerken Augsburg (swa) das Gremium über ein Sanierungskonzept. Am Schluss gab es allerdings überraschte Gesichter. Um das Projekt stemmen zu können, müsste die Gemeinde derzeit geschätzt rund 3,4 Millionen Euro berappen.

Doch der Reihe nach: Seit Juli 2018 erfolgt die Wasserversorgung von Ustersbach vollständig über den Notverband Staudenwasser. Eigene Anlagen wurden vom Netz genommen und sind aktuell nicht betriebsbereit. Hintergrund dazu sei eine Beeinträchtigung der Wasserqualität gewesen, wie der Referent mitteilte.

Der Hochbehälter aus dem Jahr 1960 ist sanierungsbedürftig

Die Ausgangssituation stellt sich ungenügend dar. „Der Hochbehälter aus dem Jahr 1960 ist sanierungsbedürftig“, so Brandl. Der Brunnen 5 weise einen ordnungsgemäßen Zustand auf, aber unerwünschte Ablagerungen. Beim Brunnen 4 habe eine Beprobung und Kamerabefahrung eine ungesicherte Wasserqualität ergeben. Beim Brunnen 3 sei die Wasserqualität dagegen sehr gut, die Ergiebigkeit allerdings gering. Die Brunnen 1 und 2 aus den 1950er-Jahren seien mittlerweile ohne Wasserrecht, stellte der swa-Mitarbeiter fest. Eine Reaktivierung sei hier nicht sinnvoll. Im Hinblick auf diese Situation schlug Johannes Brandl dem Gemeinderat einen ersten Schritt zur Wiederinbetriebnahme vor: „Eine Teilwasserversorgung aus eigenen Anlagen sollte dringend umgesetzt worden, um die aktuelle Vollversorgung über den Notverbund zu reduzieren.“ Er empfahl in diesem Zusammenhang die Sanierung von Brunnen 3, eine provisorische Ertüchtigung des Hochbehälters mit Wieder-Inbetriebnahme der Kammer 1 sowie den Umbau des Notverbunds. Die Vorteile davon: eine höhere Versorgungssicherheit sowie weniger Fremdwasserbezug und damit geringere Kosten.

Neubau eines Hochbehälters mit 1000 Kubikmeter

Das darauf folgende Sanierungskonzept betrachtete Brandl über einen Zeitraum von 20 Jahren und Kostenvergleichsrechnungen. Dabei kam er auf vier Varianten, von denen er allerdings drei verwarf, weil sie für die Gemeinde Risiken oder starke Nachteile beinhalteten. Er plädierte schließlich für den Neubau eines Hochbehälters mit 1000 Kubikmeter, einer Aufbereitungsanlage mit Anbindung und Erneuerung von Brunnen 5, jeweils mit Betriebsgebäude, sowie die Sanierung des Rohrnetzes.

Diese Wasserversorgung bezeichnete der Referent als zukunftsfähig und den Regeln der Technik entsprechend. Darüber hinaus sei die Versorgungssicherheit gewährleistet bei hoher Trinkwasserqualität. Wenn alles nach Plan lauft, könnte 2022 mit der Aufbereitung von Brunnen 5 begonnen und 2025 der Hochbehälter in Betrieb genommen werden. Als grobe Kostenschätzung für diese Variante nannte Brandl 3,4 Millionen Euro, davon 1,1 Millionen für die Aufbereitungsanlage und 1,8 Millionen Euro für den Hochbehälter. Spätestens bei der Nennung der Kosten kehrte bei den Räten Nachdenklichkeit ein. Wie solle das finanziert werden, fragten sich viele und hatten die enge Haushaltssituation der Gemeinde vor Augen. „Wir müssen uns das schon gut überlegen“, fasste der Bürgermeister zusammen und signalisierte Gespräche mit der Kämmerin.

Eine Wasserversorgung für die kommenden Generationen in Ustersbach

Rat Markus Kohler regte an, sich Gedanken zu machen, wo bei diesem Projekt Einsparungen möglich seien. Christian Braun brachte einen zweiten Wasserversorger ins Spiel. Den gebe es für Ustersbach leider nicht, wurde festgestellt. Da die Kosten über die Wassergebühren wieder reinkommen müssen, forderte Thomas Kögel auf, dies für die Bürger verträglich zu gestalten. Leider sei in den letzten Jahrzehnten wenig in die Wasserversorgung investiert worden, bedauerte er. Bürgermeister Reiter sah in der vorgestellten Variante die künftige Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Trinkwasserversorgung. Sie sei dann fit für die nächsten Generationen.

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