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Gersthofen

03.06.2020

Vandalismus: Ist die Gersthofer „Einkaufsfrau“ noch zu retten?

Eine Figur der "Alltagsmenschen" vor dem Gersthofer City-Center wurde zerstört. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.
Bild: Bernd Schwarz

Plus Nach der Beschädigung der "Alltagsmenschen"-Skulptur in Gersthofen setzen Bürger eine Belohnung aus. Die Stadt sucht nach Wegen, um künftige Anschläge zu verhindern.

Wie geht es mit den „Alltagsmenschen“ in Gersthofen weiter, nachdem am Wochenende erneut eine der Skulpturen schwer beschädigt wurde? Vier Bürger haben inzwischen privat eine Belohnung in Höhe von 1200 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Entlarvung der Täter führen.

Die Gersthofer Polizei sucht nun nach Zeugen. Laut Polizei beschädigten Unbekannte in der Nacht von Freitag auf Samstag eine der bekannten Figuren sowie einen Gastrotisch auf dem Gersthofer Rathausplatz. Der entstandene Sachschaden wird auf circa 2200 Euro geschätzt.

Als unser Fotograf Marcus Merk im April dieses Jahres sein Foto machte, war die Einkaufsfrau noch intakt.
Bild: Marcus Merk

Skulpturen wurden von Gersthofen 2015 angeschafft

In der Vergangenheit wurden die im Jahr 2015 anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Stadthalle angeschafften Statuen immer wieder demoliert. Geschaffen hat die Figuren die Künstlerin Christel Lechner, die insgesamt über einen Fundus von weit über 150 Figuren verfügt.

Vandalismus: Ist die Gersthofer „Einkaufsfrau“ noch zu retten?

„Vor jeder Ausstellung besuche ich die Stadt und überlege, wo welche Figur ihren Platz finden kann“, erklärte damals Christel Lechner. Schon seit etlichen Jahren arrangiert sie ihre Werke im öffentlichen Raum, wo die realen Menschen am besten auf sie reagieren können. „Ich will erreichen, dass die Leute sich überraschen lassen, ins Gespräch kommen und sich austauschen“, umschrieb die Künstlerin ihre Intention im Vorfeld der Aufstellung in Gersthofen.

Nur noch drei "Alltagsmenschen" sind in Gersthofen übrig

Die Gersthofer „Alltagsmenschen“ bestanden zunächst aus fünf Figuren, die seitdem das Stadtbild beleben. Nach ersten Zerstörungen blieben eine vor der Stadthalle, zwei direkt vor dem City-Center und eine Dame am kleinen Rathausplatz übrig. Eine der beiden „Einkaufsfrauen“ vor dem Center ist nun das jüngste „Opfer“.

„Die Figur geht jetzt zunächst zurück an die Künstlerin Christel Lechner“, sagt Rathaussprecherin Ann-Christin Joder. „Weil es sich um doch größere Schäden handelt, muss sie erst einmal begutachten, ob die Einkaufsfrau noch zu reparieren ist.“

Diese Alltagsmenschenfigur ist vor dem City-Center in Gersthofen übrig geblieben.
Bild: Andreas Lode

Die Stadt werde Anzeige gegen unbekannt erstatten. „In unseren Abteilungen wird ausgelotet, was gegen weitere Beschädigungen zu tun ist.“ Dabei werde man auch mit der Polizei sprechen. „Schließlich ist eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum, wie sie ja schon nach den ersten Zerstörungen gefordert worden ist, immer problematisch“, so Joder weiter.

Neben der Skulptur zerstörten der oder die unbekannten Täter auch einen Tisch auf der Freifläche der Bäckerei Ihle auf dem Rathausplatz.

Gersthofer Bürger setzen Belohnung aus

Einer der beiden Unternehmer, die insgesamt 1000 Euro Belohnung ausgesetzt haben, ist Stadtrat Herbert Lenz: „Ich könnte heulen, wenn ich sehe, wie bescheuert diese Menschen sind“, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Der andere ist ein Beschicker des Gersthofer Stadtmarkts, der sich ebenfalls über die Beschädigungen ärgerte. Zusätzlich haben zwei Privatbürger noch jeweils 100 Euro ausgesetzt.

Ärger herrscht darüber auch in den sozialen Netzwerken. „Traurig, wie Menschen ihre Aggressionen abbauen“, so eine Facebook-Userin. Ein anderer fordert Videokameras auf dem Rathausplatz. Viele wiederum haben nur Schimpfworte für die Schuldigen übrig.

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