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Gablingen

06.07.2018

Verkehrsausschuss kippt Ausbaupläne

Die Bürgerproteste gegen das bisher geplante Ausmaß beim Ausbau der Staatsstraße 2036 zwischen Heretsried und Holzhausen hatten Erfolg. Gestern gab der Verkehrsausschuss des Landtags vier Petitionen von Ausbaugegnern Recht. Die Pläne müssen überarbeitet werden. Doch auch Ausbau-Befürworter begrüßen dies.
Bild: Foto: Marcus Merk

 Gegner der „Monstertrasse“ erhalten Zustimmung der Abgeordneten für ihre Petitionen. Nun muss das Projekt überarbeitet werden. 

Die Planungen für den Ausbau der Staatsstraße 2036 zwischen Heretsried und Holzhausen müssen überarbeitet werden. Mit dieser Entscheidung gab gestern der Verkehrs- und Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags einstimmig vier Petitionen von Gegnern dieses Ausbaus Recht. Mehr als 6000 Bürger hatten die Petitionen unterschrieben. Die Anliegen der Petenten sollen hinsichtlich Naturschutz und Flächenverbrauch in einer überarbeiteten Planung besser gewürdigt werden, so das Fazit.

Den bisherigen Plänen des Staatlichen Bauamts Augsburg zufolge sollte ein etwa drei Kilometer langes Stück ausgebaut werden. Für rund fünf Millionen Euro entstünde eine neue Fahrbahn mit einer einheitlichen Breite von sieben Metern. Die bestehenden engen Kurven würden ebenso beseitigt wie unübersichtliche Kuppen und abtauchende Streckenabschnitte. Die Naturschützer sowie die weiteren Petenten – der Gemeinderat Gablingen, Gersthofer Stadträte der Gruppierung W.I.R. und eine große Bürgergruppe aus Gablingen-Holzhausen störte daran unter anderem, dass für die Begradigung und Verbesserung der Sichtverhältnisse mitten im Naturpark Westliche Wälder 3,5 Hektar Wald gefällt werden sollten.

Kritikpunkte stärker würdigen

Nach der einstimmigen Entscheidung des Ausschusses muss die Oberste Baubehörde die Ausbaupläne überarbeiten und dabei die Belange und Kritikpunkte der Bürger stärker würdigen. „Der neue Planentwurf muss erneut ausgelegt werden – was wohl nicht mehr vor Ende September möglich sein wird“, erklärt Landtagsabgeordneter Markus Ganserer (Grüne), Berichterstatter im Landtagsausschuss zu diesem Thema. Das Bayerische Verkehrsministerium habe bereits eine Tektur angekündigt, so Ganserer weiter. „Falls die Änderungen Augenwischerei sein sollten, können die Bürger gegen diese Planung erneut Petitionen einreichen.“

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Eitel Freude herrschte zunächst bei den Bürgern: „Mit dieser erfreulichen Entscheidung sind wir ein gutes Stück weiter gekommen auf dem Weg weg von der bisher vorgesehenen Monstertrasse“, kommentierte Albert Eding, Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Gablingen-Lützelburg und Gablinger Gemeinderat die Entscheidung des Landtagsausschusses. Nun komme es darauf an, wie der überarbeitete Entwurf aussieht. „Ich bin jedenfalls vorsichtig optimistisch.“ Es sei allerdings schade, dass der neue Vorschlag wohl nicht mehr vor der Landtagswahl im Oktober diskutiert werden könne.

Tag der Vernunft

Es sei ein großartiger Tag, an dem sich die Vernunft durchgesetzt habe, sagt auch Jürgen Schantin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von W.I.R.: „Ich könnte vor Freude einen Luftsprung machen.“ Er hoffe nun, „dass das Staatliche Bauamt Augsburg in der Neuauflage der Planungen zu einer vernünftigen Lösung gelangt“.

Eine Petition für einen schnellen Ausbau der Staatsstraße wurde unter anderem für die Gemeinden Heretsried, Emersacker, Adelsried, Altenmünster, Laugna und Welden eingereicht. Heretsrieds Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Tomaschewski, der gestern im Landtag die Entscheidung miterlebte, war dennoch nicht enttäuscht, obwohl die derzeitigen Planungen erst einmal gekippt worden sind. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Verkehrsministerium hat dezidiert den Auftrag bekommen, alle Petitionen in der überarbeiteten Planung zu würdigen – also auch unsere.“ Damit hätten die Gemeinden jetzt eine berechtigte Hoffnung, dass sie eine vernünftige Verkehrsanbindung bekommen. „Wenn man die Gegner und die Befürworter des Ausbaus jetzt zusammenbringen kann, ist viel gewonnen“, sagt Tomaschewski.

Zunächst müsse man allerdings erst einmal abwarten, wie der neue Vorschlag aussieht.

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