Newsticker

Carneval in Rio fällt wegen Corona-Pandemie aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Versicherer bewerten Region als Sturmzone

Langweid-Stettenhofen

21.05.2015

Versicherer bewerten Region als Sturmzone

Für die Versicherer ist der Raum Augsburg eine Risikioregion.
Bild: Foto: Markus Merk

Steigen die Kosten für Policen? Wonach sich der Preis berechnet und was der Tornado ändert

Derzeit durchforsten viele ihre Versicherungsunterlagen. Der Tornado von vergangener Woche hat sie aufgeschreckt. Bin ich überhaupt gegen Sturm- und Hagelschäden versichert? Was gilt es zu beachten? „Viele bestellen die Versicherung erst, wenn etwas passiert ist, ad hoc“, beschreibt ein Sprecher der Versicherungskammer Bayern das Phänomen. Sobald die Gefahr nicht mehr präsent sei, lasse sich auch kaum noch jemand versichern.

Für die Sturmversicherten und die, die es bald werden wollen, hat er schlechte Nachrichten. Der Raum Augsburg gehört laut der Versicherung zu den Risikoregionen in Bayern für Sturmschäden. Bei Sturm und Hagel bewerten Versicherer die Regionen nach dem Risiko, dass etwas passiert. Für die Region Augsburg bedeutet das: Sturmzone zwei. Klingt nach wenig? Die Skala geht nur bis zwei. Die Bayerische Versicherungskammer versichert nach eigenen Angaben 82 Prozent der Gebäude in Stettenhofen und Affing – nur 34 Prozent sollen beim selben Anbieter auch eine Versicherung gegen Hagel- und Sturmschäden ab 72 Stundenkilometer abgeschlossen haben.

Diese spezielle Sturmversicherung sei nicht im Basispaket enthalten, im Gegensatz etwa zu Feuer- und Blitzschutz, sowie Hochwasserschutz. Viele Versicherte hätten noch Altverträge, die ohne Sturm- und Hagelschutz seien, heißt es bei der Versicherungskammer Bayern. Aber auch das Basispaket nehmen nicht alle an. Nur ein Viertel aller Bayern ist gegen Hochwasser versichert.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schuld an der schlechten Einordnung der Region Augsburg ist nicht einmal der Tornado. Einzelereignisse seien nicht ausschlaggebend, heißt es von Seiten der Versicherungskammer. Vielmehr gingen dem langfristige Unwetter-Analysen voraus. Auch der Tornado wird in diesen Listen nun auftauchen, allerdings als ein Punkt von vielen, ebenso wie das Unwetter vor zwei Jahren in Neusäß und Stadtbergen. Zwar ist die Region schon in Sturmklasse zwei, also der höchsten, die hat aber noch einmal drei Unterkategorien. In welcher davon die Kommunen in Nordschwaben liegen, darüber konnte man bei der Versicherungskammer keine Auskunft geben.

Teurer wird eine solche Versicherung aber nicht nur durch die höhere Risikostufe. Auch die Immobilie selbst stellt einen gewichtigen finanziellen Faktor dar. „Wenn ein Ziegelhaus und eine Villa nebeneinander stehen, dann zahlen sie für die Villa deutlich mehr.“ Weil der Versicherungswert höher ist. Sprich: Die Summe, die die Versicherung im Ernstfall zahlen müsste. Eine Villa ist eben teurer. Modernisierungen, von der Wärmedämmung bis zu elektrischen statt manuellen Rollos, dadurch steigende Reparaturkosten und Inflation – all das seien Faktoren, die zusätzlich auf die Versicherungsbeiträge aufgeschlagen werden.

Gerüchte, manch Versicherungswilliger werde von den Versicherungen abgelehnt, weil das Gebäude in einem zu schlechten Zustand ist, wies die Versicherungskammer aber strikt zurück. „Wir können alles versichern – die Frage ist der Preis“, heißt es dort.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren