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Gersthofen

06.06.2018

Verzwickte Acht-Minuten-Geschichten

Margarete Issy Wanner lässt in ihrem Buch „Sandkastenabenteuer“ die vom Forscherdrang gespeisten Geschichten eines Fünfjährigen und seiner Mitstreiter aufleben.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Porträt Gersthofens Musiklehrerin Margarete Issy Wanner hat unter dem Titel „Sandkastenabenteuer“ ein ganzes Dutzend humorvolle Erzählungen geschrieben.

 

Gersthofen Aller Anfang ist schwer. Doch mit der richtigen Ausgangsposition fällt der Rest leichter. Das traf auch auf Margarete Issy Wanner zu. Im Kopf hatte sie die Geschichte für ein Kinderbuch. Doch als es daran ging, den Text aufs Papier zu bringen, da stieß die Musiklehrerin bei der Sing- und Musikschule Gersthofen nach eigenen Worten schnell an ihre Grenzen. Doch sie wusste sich zu helfen. Nun liegt ihr Buch druckfrisch vor: zwölf humorvolle Erzählungen mit Ben zum Vorlesen, Zuhören, Selberlesen und Staunen.

Glücklicher Ausgang mit Abendessen

Die Geschichten hat Margarete Issy Wanner unter dem Titel „Sandkastenabenteuer“ zusammengefasst. „Jede der Acht-Minuten-Geschichten beginnt im Sandkasten und endet nach glücklichem Ausgang und leckerem Abendessen mit wohligem Einschlafen“, sagt sie.

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Neben dem fünfjährigen Ben, der im Land des FC Bayern wohnt, Schokoeis und Schnitzel liebt, und dessen Hosen nur eine kurze Lebensdauer haben, begegnet der Leser noch anderen liebevollen Figuren. Da ist Fußball-Naturtalent Konstantin, der so schnell wächst, dass seine Unterhemden scheinbar stündlich schrumpfen, aber auch Luisa, die für jede Jahreszeit mindestens drei rote Kleider, Schuhe und Stiefel besitzt und manchmal im Kindergarten dem einen oder anderen Buben ihr Lächeln schenkt.

Gersthofer Autorin schildert rätselhaften Kettenraub 

Sie alle – ergänzt durch Bens Eltern, Opa und Schwester Anna – erleben Abenteuer, mal spannend, dann wieder augenzwinkernd. Die Autorin entführt dabei zu einem rätselhaften Kettenraub, einer drachenbewachten Ritterburg und einer eindrucksvollen Schlammschlacht. Ein fliegender Teppich fehlt ebenso wenig wie ein Polizeialarm und plötzlich lila gewordene Weihnachtsgeschenke. „Bens Forscherdrang bringt allerlei verzwickte Situationen hervor“, so Margarete Issy Wanner. Sie wollte schon als kleines Kind Bücher schreiben. Damals verschlang sie die Werke von Astrid Lindgren. Ob „Pippi Langstrumpf“, die „Brüder Löwenherz“, „Ronja Räubertochter“ oder „Karlsson und Lotta“ – sie alle wurden ihre Freunde.

Kinder als Lehrmeister

Warum sie ein Kinderbuch und nicht einen Liebes- oder Kriminalroman vorlegt, hat auch mit ihrem Beruf zu tun. Margarete Issy Wanner schöpft viel Kraft und Ruhe aus der Musik. Dabei seien Kinder wunderbare Lehrmeister, betont sie. Von den Kleinen nimmt sie auch immer wieder Impulse auf.

Das Schaffen eines solchen Kinderbuchs sei nicht besonders schwierig, hat Wanner anfangs gedacht. „Aber weit gefehlt. Es ist nicht einfach, die eigene Idee zwischen zwei Buchdeckel zu bringen.“

Einstieg in die „Sandkastenabenteuer“ war für sie die Geschichte „Der fliegende Teppich“. Ihr Neffe Raphael hat sie inspiriert. Schnell merkte sie, dass die Sätze zu lang und nicht so gestrickt waren, wie sie es eigentlich wollte. Hilfe fand Margarete Issy Wanner schließlich bei einem Schreib-Workshop. „Hier erhielt ich wichtige Impulse für die Textbearbeitung.“

Wichtig ist für die Autorin, dass ihre Geschichten einen Bezug zur Realität haben. „Märchen und Fabeln haben nichts mit dem Leben der Kinder zu tun“, meint sie. Ihr geht es darum, Freud und Leid zu teilen, Gegenpole zu setzen und auch mal Wuttränen laufen zu lassen. Ihr Werk versteht sie als Hommage an das Kindsein. Bewusst habe sie in ihren Geschichten keine ihr bekannten Kinder kopiert. „Ich will nicht Abbilder schaffen.“

Rund zehn Monate hat Margarete Issy Wanner an ihrem Buch geschrieben, meist morgens nach dem Frühstück mit einer Tasse Kaffee. „Es war zuweilen hart, aber wunderbar“, bilanziert sie.

Illustrationen vom Lebensgefährten

Illustriert wurden die „Sandkastenabenteuer“ von ihrem Lebensgefährten Rainer Golling. Für ihn, der beruflich etwas ganz anderes macht, war es ebenfalls eine große Herausforderung. „Die Zeichnungen entstanden bei ihm mit wachsender Begeisterung“, erzählt die Autorin. Getreu dem Motto: Nicht das, was wir beginnen, zählt, sondern das, was wir fertigbringen.

Margarete Issy Wanner ist jetzt auf den Geschmack gekommen. Eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit. Sind die „Sandkastenabenteuer“ für das Kindergartenalter konzipiert, so zielt sie jetzt ab auf Mädchen in der Grundschule ab. Sechs von zehn Kapiteln seien bereits fertiggestellt, teilt sie mit.

 

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