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Feuerwehr

21.01.2020

Viel Aufregung zum 150. Geburtstag

Der neue Vorstand besteht aus Michael Seitz, Ulrich Schmid und Robert Grohmann.
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Der neue Vorstand besteht aus Michael Seitz, Ulrich Schmid und Robert Grohmann.

Die Gersthofer blicken auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück. Nicht nur im geselligen Bereich

Ein aufregendes und spannendes Jahr liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen, die im Jahr 2019 ihr 150-jähriges Jubiläum feiern konnte. Doch es ging spannend weiter: Bei der Jahreshauptversammlung musste ein Nachfolger für Bernhard Happacher gefunden werden, der dem Verein die letzten zehn Jahre vorgestanden hatte und sich in die zweite Reihe zurückziehen wollte. Zum neuen Vorsitzenden wurde der Unternehmer Ulrich Schmid gewählt. Gemäß einer vorher beschlossenen Satzungsänderung beträgt seine Amtszeit nur noch drei anstatt fünf Jahre, mit Michael Seitz und Robert Grohmann stehen ihm zwei Stellvertreter zur Seite. Bisher hatte es nur einen gegeben.

„Es war ein grandioses Fest“, stellte Happacher in seinem detaillierten Rückblick auf das Jubiläum fest. 31 Festausschuss-Sitzungen seien notwendig gewesen, um Festakt, Bobbycar-Meisterschaft, Familien-Olympiade oder den Tag der offenen Tür mit Aktion Blaulicht auszurichten. Trotz spärlichen Besuches beim Auftritt der Band Münchner Freiheit sei man mit einer „schwarzen Null“ davongekommen, berichtete der stellvertretende Kassenwart André Läuter.

„Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind die zuverlässigsten und am vertrauenswürdigsten Diener am öffentlichen Wohl. Ich habe sie erlebt als echte Staatsdiener.“ Mit diesem Zitat von Altbundeskanzler Helmut Schmidt begann Kommandant Wolfgang Baumeister seinen Bericht. 594 Mitglieder zählt die Freiwillige Feuerwehr Gersthofen, darunter 90 Aktive (davon sechs weiblich), die sich in 106 Übungen mit insgesamt 4200 Übungsstunden auf den Ernstfall vorbereitet haben, der 391-mal eintrat. 2900 Einsatzstunden wurden dabei geleistet. An der Spitze lagen dabei die technischen Hilfeleistungen (266). Bei den 41 Brandeinsätzen handelte es sich 24- mal um sogenannte Brand-Nachschauen, die von einem Rauchmelder ausgelöst wurden. 77 Verletzte wurden von den Gersthofer Feuerwehrleuten geborgen, neunmal kam jegliche Hilfe zu spät. „Diese hohe Zahl resultiert aus medizinischen Hilfeleistungen und Türöffnungen“, berichtete Kommandant Wolfgang Baumeister. Eine relativ neue Art der Hilfeleistung sind Krankentragehalterungen, bei denen zum Beispiel auch immer mehr adipöse Patienten mittels der Drehleiter aus ihren Wohnungen transportiert werden. „Viermal kam unsere Drehleiter auch bei Entbindungen zum Einsatz“, freute sich der Kommandant, der beim Blick in die Zukunft auch sehr kritische Töne anschlug, die nicht unbedingt mit dem aktuellen Tagesgeschehen zu tun haben: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für Feuerwehrangehörige, weil sich viele Gersthofen nicht mehr leisten können und wegziehen“, mahnte er an. Bei einem Verkehrskonzept für Gersthofen sollte man auch die Belange der Feuerwehr im Auge behalten. „Mit Blaulicht und Martinshorn kommen wir schon an den Einsatzort, aber unsere Aktiven kommen durch den Stau nicht zum Feuerwehrhaus“, so Baumeister. Rein feuerwehrtechnisch müsse man sich um die Hygiene im Einsatz Gedanken machen, die gerade bei E-Fahrzeugen zu neuen Dimensionen führten.

„Um mit der schnell voranschreitenden Zeit und Technik Schritt zu halten, sind umfangreiche Investitionen notwendig. Im Haushaltsjahr 2019 konnte die Ausrüstung und Technik der Feuerwehr Gersthofen wieder erweitert oder ausgetauscht werden“, so Baumeister. Bestes Beispiel dafür die neue Drehleiter, die allerdings aufgrund elektronischer Probleme 14 Wochen in der Werkstatt verbringen musste. „Die Stadt hat 1,5 Millionen Euro in die Wehr investiert. Davon ist jeder einzelne Euro gut angelegt“, so Bürgermeister Michael Wörle. So schnell wie möglich müsse man bezüglich einer Erweiterung des Feuerwehrhauses in Gespräche einsteigen, ob das Konzept noch passt.

Während sich Jugendwart Tom Mair freut, dass derzeit 23 Jugendliche aktiv sind, gibt es auch Mitglieder, die der Feuerwehr seit vielen Jahren die Treue halten. „Die meisten davon haben wir bei unserem Festabend in der Stadthalle geehrt, doch dabei haben wir übersehen, dass es Mitglieder gibt, die schon 60 Jahre dabei sind“, entschuldigte sich Bernhard Happacher bei Günther Nettel, Lorenz Harle, Alfred Knauth, Andreas Ortner, Helmut Rehberger, die der Feuerwehr schon sechs Jahrzehnte die Treue halten.

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