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Ziemetshausen

26.05.2015

Viele Gläubige bei Lichterprozession

Kurienerzbischof Guido Pozzo (mit Stab) zelebrierte am Pfingstsonntag gemeinsam mit Prälat Dr. Wilhelm Imkamp (am Mikrofon) das Pontifikalamt im mittelschwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild.

Kurienerzbischof Guido Pozzo bezeichnet in seiner Predigt in Maria Vesperbild das Pfingstfest als Geburtstag der Kirche

Es war wieder das gewohnt bewegende Ereignis, als am Abend des Pfingstsonntags mehrere Tausend Pilger mit brennenden Kerzen von der Wallfahrtskirche über den Schlossberg zur Mariengrotte zogen, betend und singend. Stolz und Freude klangen mit, als Wallfahrtsdirektor Prälat Dr. Wilhelm Imkamp am Ende der Veranstaltung feststellte, es bedürfe schon einer außerordentlich großen Anziehungskraft, um so viele Menschen an einem Ort in einem Geist zu vereinen.

Maria Vesperbild verfügt über diese Anziehungskraft an den Festtagen, insbesondere auch dann, wenn ein hoher geistlicher Würdenträger ein Pontifikalamt zelebriert. Zum Pfingstfest 2015 war Kurienerzbischof Guido Pozzi aus Rom angereist, Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. In der Predigt konfrontierte der Erzbischof das Pfingstereignis mit dem Turmbau zu Babel. Der Turmbau sei zu verstehen als Versuch des Menschen, den Himmel mit eigenen Mitteln zu erreichen.

Die Anmaßung des Menschen, ohne Gott auszukommen oder gar an seine Stelle zu treten, führe zwangsläufig zur Entzweiung und zum Kommunikationsverlust, zu einer Situation, in der die Menschen sich nicht mehr verstünden und respektierten. Das Herabkommen des Heiligen Geistes an Pfingsten, symbolisiert im Bild der Feuerzungen, bewirke genau das Gegenteil: Die Apostel könnten die Frohe Botschaft in allen Sprachen vermitteln. Der Heilige Geist ermögliche ein neues Verstehen und schaffe Einheit und Gemeinschaft. Demgemäß sei der Pfingsttag der Geburtstag der Kirche, denn die Kirche „spricht alle Sprachen und vereint die verschiedenen Völker in einem Glauben“.

Das Wirken des Heiligen Geistes bestimmte Erzbischof Pozzo vor allem auch als ein praktisches. Das Pfingstfest lade zur Zusammenarbeit ein, dazu, die Welt zu erneuern im Geist von Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden und Liebe. Entschieden erteilte der Prediger aber Modernität und Zeitgeist eine Absage. Was zu einer bestimmten Zeit zur Mode würde und die landläufige Meinung beherrsche, das tauge keinesfalls zur Richtschnur christlichen und kirchlichen Denkens und Handelns.

Er forderte eine Rückbesinnung auf die Tradition und Treue zum katholischen Glauben. Gerade heute sei ein besonders hoher Grad an Durchhaltevermögen gefragt und die „Glut göttlicher Liebe, die wir vom Heiligen Geist erbitten“. Daraus sollten die Menschen Kraft schöpfen, um dem Nächsten, besonders aber allen Notleidenden beizustehen. Der Wallfahrtdirektor dankte dem Gast, der den „Sound der Weltkirche“ in die mittelschwäbische Provinz gebracht habe.

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