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Dinkelscherben

24.01.2019

Viele Millionen für neues Wassernetz in Dinkelscherben

In Dinkelscherben soll im kommenden Jahr ein neues Trinkwassernetz gebaut werden. 
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In Dinkelscherben soll im kommenden Jahr ein neues Trinkwassernetz gebaut werden. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Dinkelscherben plant eine neue Trasse für das Trinkwasser. Wo sie verlaufen soll und weshalb noch immer gechlort werden muss.

In der Marktgemeinde steht ein Millionenprojekt an. Nachdem im Mai vergangenen Jahres ein choliformer Erreger im Trinkwasser gefunden wurde, soll im kommenden Jahr ein neues Netz gebaut werden. Für die neuen Leitungen und die Instandhaltung der bestehenden Anlagen rechnet die Markgemeinde mit kosten von rund zwölf Millionen Euro.

Die Leitung wird von den neuen Brunnen im Schmellerforst in zwei getrennten Leitungen in einen Hochbehälter am Dinkelscherber Portplatz, beziehungsweise in das Oberschöneberger Wasserwerk führen. Das hat der Marktgemeinderat einstimmig beschlossen und sich damit gegen eine zentrale Leitung entschieden. Weitere Details müssen noch geklärt werden. Vorgestellt hat die Pläne zum neuen Trinkwassernetz ein Experte der Firma Steinbacher-Consult. Weiterhin ist das Trinkwassernetz damit in die Wasserversorgung Dinkelscherben und Oberschöneberg aufgeteilt. Der Vorteil in der getrennten Leitung liege darin, dass eine Notversorgung der beiden Netze bei einem auftretenden Problem an einem der Brunnen sichergestellt ist.

Viele Gemeinden müssen in neue Netze investieren

Dass neue Trinkwassernetz ist ein langfristiges Projekt für die kommenden 50 bis 70 Jahre, sagte Bürgermeister Edgabr Kalb. Die hohen Investitionskosten seien unvermeidbar. Dinkelscherben ist mit einer in die Jahre gekommen Trinkwasserleitung nicht allein, erklärte der Experte des Ingenieurbüros. Die Anforderungen an ein modernes Netz hätten sich verändert. „Viele Gemeinden müssen viel Geld in die Hand nehmen.“

Das neue Netz ist mit ein Grund, weshalb die Wasserpreise in Dinkelscherben kürzlich erhöht wurden. Für das neue Trinkwassernetz plant die Gemeinde rund sechs bis sieben Millionen, für die Instandhaltung der bestehenden Anlagen rund vier bis fünf Millionen Euro ein. Die Chlorungskosten schätzte der Bürgermeister im vergangenen Jahr bereits auf weit über 100000 Euro. Und noch immer ist unklar, wie lange in der Marktgemeinde noch gechlort werden muss.

Wann ist die Chlorung in Dinkelscherben vorbei?

Abhängig sei das von zwei sogenannten Risikoanalysen für die beiden Wassergruppen. Diese Analysen wurden von den Stadtwerken erarbeitet und werden derzeit vom Landratsamt geprüft. Darin ist von verschiedenen Risiken in Brunnen und Hochbehältern die Rede. Unterteilt sind diese in verschiedene Kategorien. Als hohes Risiko gelten Mängel, welche „die Trinkwasserqualität akut beeinträchtigen oder die Versorgungssicherheit stark gefährden“. Bürgermeister Kalb geht davon aus, dass die Chlorung aufgehoben werden könnte, wenn diese Mängel beseitigt sind. Klarheit bringe aber erst die Überprüfung durch das Landratsamts.

Einige der in der Analyse aufgeführten Mängel hat die Gemeinde bereits behoben. So wurden zum Beispiel die Abdichtungen zum Insektenschutz an den Brunnen des Dinkelscherber Netzes erneuert. Besonders baufällig ist einer der beiden Hochbehälter am Freibad. Er stamme aus den 1930er oder 40er-Jahren und müsse umfänglich instandgesetzt werden, erklärt Kalb. Allerdings sei dieser Hochbehälter bereits vom Wassernetz getrennt, sodass sein Zustand für eine Aufhebung der Chlorung keine Rolle spiele.

Auslöser dafür war ein Keim, der in einem der beiden Hochbehälter der Oberschönerberger Wassergruppe gefunden wurde. Dort soll in den kommenden Wochen eine neue Filteranlage eingebaut werden. Sollte das den Anforderungen des Landratsamts genügen, könnte im Oberschöneberger Gebiet dennoch weitergechlort werden. Hintergergrund sei, dass die beiden Hochbehälter nach und nach noch umfangreicher saniert werden müssten, erklärt Kalb. Während der Arbeiten könne es schnell zum Beispiel zu Verschmutzungen kommen. Auch andernorts werde das Trinkwasser im Zuge solcher Maßnahmen vorsorglich gechlort. Für die Anwohner der Oberschöneberger Gruppe heißt das, dass ihr Wasser noch für die Dauer der Arbeiten an den Hochbehältern gechlort werden könnte. Und das kann dauern. Allerdings könnte man die Wasserversorgung vorübergehend trennen, sodass nicht alle betroffenen Ortsteile für die gesamte Dauer der Maßnahmen Chlorwasser bekommen, so Kalb.

Streit ums Chlor in Dinkelscherben endet vor Gericht

Entscheidend für ein rasches Ende der Chlorung im gesamten Gebiet sei nun, welche Auflagen das Landratsamt stelle. Mit den Ergebnissen rechne man in den kommenden Wochen. Die Gemeinde ist nach wie vor der Meinung, dass die Chloranordnung rechtswidrig ist, und klagt deshalb vor dem Verwaltungsgericht. Ein Termin für das Verfahren ist für Mitte März angesetzt.

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