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Nordendorf

20.04.2018

Viele wollen bauen – aber es fehlen die Plätze

Endlich ein eigenes Haus bauen können – davon träumen viele. Doch mittlerweile sind in vielen Orten kaum noch geeignete Grundstücke zu kriegen. Besonders in den Gemeinden entlang der Bundesstraße 2, wie beispielsweise Nordendorf, übersteigt die Nachfrage bei Weitem das Angebot.
Bild: Symbolfoto: Marcus Merk

Baugrundstücke sind in Nordendorf Mangelware und sehr begehrt. Auch die Nachverdichtung ist gar nicht so einfach, denn es gibt dabei einige Probleme

Elmar Schöniger rauft sich die Haare. „Das ist ein riesiges Drama“, sagt der Bürgermeister von Nordendorf und holt tief Luft. Fast jeden Tag hat er Leute am Telefon, die einen Bauplatz in seiner Gemeinde kaufen wollen. Doch er kann ihnen nichts anbieten – derzeit zumindest.

Die große Nachfrage nach Bauland bekommen besonders die Verantwortlichen in den Gemeinden entlang der B2 und der Bahnlinie zu spüren, wie beispielsweise Meitingen. Dort müssen die Bauplätze nach einem bestimmten Kriterienkatalog vergeben werden, da es viel mehr Kaufinteressenten als Plätze gibt. Im benachbarten Westendorf wurde der Kauf der begehrten Plätze auf Eis gelegt, damit auch in den folgenden Jahren noch Bauland für Interessierte zur Verfügung steht.

In Nordendorf selbst tut sich nun etwas. Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten für ein neues Baugebiet am „Schusterweg“. 17 Bauplätze werden dort entstehen. Läuft alles glatt, sollen Ende des Jahres ein Teil der Grundstücke verkauft werden.

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„Der Gemeinderat wird festlegen, nach welchen Kriterien wir die Plätze vergeben“, sagt Schöniger. Die Interessierten, die sich bei ihm melden, kommen aus der gesamten Region, von Nördlingen bis Kissing. „Meist sind es Leute die in Augsburg oder Donauwörth arbeiten“, erklärt er. Münchner sind übrigens keine dabei.

Ob alle Bauplätze verkauft werden, steht derzeit noch nicht fest

Derzeit steht noch gar nicht fest, ob alle Plätze verkauft werden. Im Gemeinderat soll entschieden werden, ob ein paar Plätze zurückgehalten werden, bis man ein neues Baugebiet hat.

Doch gerade das Thema neues Bauland ist in Nordendorf schwierig. „Die Grundbesitzer geben nichts her“, berichtet Schöniger. Er kann das sogar verstehen, immerhin bringe das Geld auf der Bank kaum Zinsen. Außerdem muss Nordendorf aufgrund seiner Lage an der Schmutter viele Hochwasservorschriften einhalten. „Wir sind davon extrem betroffen“, erklärt Schöniger. So gebe es westlich der Schule noch die Möglichkeit, Häuser zu errichten. Doch um dort Bauplätze schaffen, müsste die Kommune laut Schöniger „gigantische Kosten“ in Kauf nehmen.

Schöniger ärgert sich in diesem Zusammenhang, dass stets eine Nachverdichtung in den Orten gefordert werde, diese dann aber in der Praxis gar nicht so einfach umzusetzen sei.

Zwar hat die neue Bauministerin Ilse Aigner angekündigt, die Bauvorschriften zu locken, damit mehr Wohnraum geschaffen kann, doch derzeit sieht es in der Praxis noch anders aus.

Zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15 Wohnungen

Als Beispiel nennt Schöniger den geplanten Bau von Wohnhäusern im Ortszentrum von Nordendorf im Bereich des ehemaligen Anwald-Anwesens. Auf einem Grundstück, das gegenüber der Apotheke liegt, sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15 Wohnungen samt einer Tiefgarage entstehen. Schöniger berichtet: „Wir haben dafür einen Bebauungsplan gemacht. Daraufhin gab es seitenweise Bedenken der Behörden.“

Beispielsweise habe der Denkmalschutz auf die Nähe zum Schloss hingewiesen und auf eine passende Einfügung – vor allem hinsichtlich der Höhe – gepocht. Ein anderes Thema war der Lärmschutz und der geforderte Einbau bestimmter Fenster. „Da soll man bei der Nachverdichtung in die Höhe gehen, aber kaum macht man das, kommen tausend Bedenken“, ärgert sich der Rathauschef.

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