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Landkreis Augsburg

28.01.2020

Virus sorgt in China für ungewollte Freizeitverlängerung

Niederlassungen in China hat ebenfalls die SGL Group. In Shanghai sind rund 250 Mitarbeiter und in der Yangquan in der Provinz Shanxi weitere 140 Menschen beschäftigt.
Foto: Behrouz Mehri, afp

Wie die Firmen aus dem Augsburger Landkreis mit Niederlassungen in China auf die Krankheitswelle reagieren. Betroffen ist vor allem die SGL-Group.

Mit Sorgen schauen Unternehmer, Reisende und Sportler zurzeit nach China: Der Olympia-Test der alpinen Skirennfahrer in Peking steht aufgrund der Erkrankungen durch das Coronavirus unmittelbar vor der Absage. Firmen bereiten sich auf Evakuierungen vor und Urlaubern rät das Auswärtige Amt, seine Reise ins Reich der Mitte möglichst zu verschieben. Und wie reagieren die international tätigen Firmen im Augsburger Land auf die Pandemie?

Das Gersthofer Unternehmen seele Gruppe und Sortimo haben dort Niederlassungen. Trevira in Bobingen hat einen Mitarbeiter vor Ort und auch die SGL-Group ist dort aktiv. Evakuierungsmaßnahmen sind bei der seele Gruppe nicht geplant. „Wir haben in erster Linie lokale Arbeitskräfte im Einsatz“, sagt Christine Schauer, die Pressesprecherin des Unternehmens. Seit 1994 gibt es eine Niederlassung des Gersthofer Fassadenbauers in Hongkong, die seele hongkong.

Seele realisierte in Hongkong verschiedene Dachlösungen

Sichtbar für Millionen Fluggäste sind die Arbeiten des Glasbauers beispielsweise am größten Flughäfen der Welt, der Chek Lap Kok International Airport in Hongkong. Seele realisierte dort verschiedene Dachlösungen aus Glas und Membranen, außerdem zahlreiche Glaswände in den öffentlichen Fluggastbereichen wie Warteabschnitten, Passabfertigungsstellen und Ladenfronten.

Unabhängig von der akuten Viruserkrankung steht bei bei der seele Gruppe Hygiene ohnehin hoch im Kurs. „Unsere Büros sind natürlich mit Desinfektionsmitteln gut ausgestattet“, sagt Schauer. Es gebe daher keinerlei Grund, jetzt in unnötige Hysterie zu fallen.

SGL hat knapp 400 Beschäftigte in China

Niederlassungen in China hat ebenfalls die SGL Group. In Shanghai sind rund 250 Mitarbeiter und in der Yangquan in der Provinz Shanxi weitere 140 Menschen beschäftigt. Philipp Stieffenhofer, der Unternehmenssprecher, sagt: „Wir nehmen die Situation ernst und beobachten und bewerten sie kontinuierlich. Wir haben unsere Mitarbeiter weltweit angewiesen, Dienstreisen nach China aktuell nur zu unternehmen, wenn diese dringlich und unaufschiebbar sind und darüber hinaus die Informationen des Auswärtigen Amtes bzw. der jeweiligen nationalen Behörden zu berücksichtigen.“

Um die Beschäftigten der SGL Carbon vor einer Infizierung zu schützen, werde den entsprechenden behördlichen Bestimmungen genau Folge geleistet. Die Anordnungen seien aktuell in Shanghai etwas schärfer, in Yangquan nicht ganz so streng. Wie für die meisten Unternehmen in der jeweiligen Region, seien dennach die nationalen Ferien rundum das chinesische Neujahrsfest für beide Standorte um einige wenige Tage verlängert worden. „Die Kollegen haben also quasi als kleine Entschädigung für die Einschränkungen ihrer Mobilität eine kleine Freizeitverlängerung bekommen“, sagt Stieffenhofer. Führungsaufgaben und dringende Terminangelegenheiten würden jedoch von den Mitarbeitern von daheim aus erledigt.

Keinerlei Auswirkungen hat die Krankheitswelle auf den Bobinger Faserhersteller Trevira. Das Unternehmen gehört mittlerweile zu Indorama Ventures PCL. Und der Eigentümer sitzt in Thailand. „In China haben wir lediglich einen Mitarbeiter, der in einem im Büro in Shanghai sitzt“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Das Coronavirus sei für Trevira aktuell „kein Thema“.

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