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Neujahrskonzert

16.01.2020

Vom Bauernkämpfer bis zum Powerrock

Tobias Mittelmaier glänzte als Solist bei Farmer’s Tuba.
Bild: Martin Schmid

Schwäbische Trachtenkapelle Hirblingen glänzt erneut mit Vielseitigkeit

Ein Lohn für aufwendige Probenarbeit: Über zwei nahezu ausverkaufte Neujahrskonzerte freuten sich die Musikanten der Schwäbischen Trachtenkapelle Hirblingen.

Nach dem Auftakt durch die Hirblinger Bläserjugend unter ihrem Leiter Leonardo Dianori stimmte die Trachtenkapelle unter der Stabführung von Georg Miller das Publikum mit der schwungvollen Fanfare „A Little Opening“ von Thiemo Kraas auf die nun folgende dramatische Rhapsodie ein.

Markus Götz beschreibt mit „Joss Fritz“ einige Szenen aus dem Leben des gleichnamigen Bauernführers aus der Zeit der Bauernkriege aus dem nun zu Bruchsal gehörenden Untergrombach. Die Bandbreite der einzelnen Sätze reichte von der Hoffnungslosigkeit der Bauern bis hin zum wachsenden Zorn und schließlich zum Aufstand. Strahlende Blechbläserklänge spiegelten das rhetorische Talent des Joss Fritz wider. Farmer’s Tuba, ein Solo für Tuba und Orchester von Martin Scharnagl, war dem Solisten Tobias Mittelmaier auf den Leib geschneidert. Virtuos meisterte er die Schwierigkeiten dieser zündenden Komposition im funky Style und riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

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Zwischen der Marschpolka „Velburg“ von Kurt Gäble und dem Marsch „Gloria Patri“ des Komponistenduos Ernst und Stefan Hutter wurde Markus Brem für 40 Jahre aktives Musizieren von Angela Ehinger, Vorsitzende des Bezirks 15 des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds (ASM), ausgezeichnet.

Zunächst ganz im Zeichen des Weines stand der zweite Teil des Konzertes. Nach dem Marsch „Heurigenbrüder“ des tschechischen Komponisten Julius Fu˘cík folgten Impressionen aus der Weinregion Kaiserstuhl-Thuniberg, musikalisch zu Papier gebracht von Mario Bürki. Mit „Trauben der Sonne“ schildert er den Werdegang eines guten Weines. Mit dem „Weintrinker-Marsch“ von Christof Zellhofer, im Trio mit Gesang, und „Ein Walzer zum Träumen“ aus der Feder von Franz Watz fand die allgemeine Weinseligkeit ein Ende.

Pál Kinizsi war ein General des ungarischen Heeres im 15. Jahrhundert. Berühmt wurde er durch seine enorme Körperkraft und seinen außergewöhnlichen Kampfstil mit zwei Schwertern. Julius Fu˘cík hat dies in seinem Marsch „Kinizsi“ kraft- und schwungvoll mit ungarischen Stilelementen umgesetzt. Die teilweise schaurige verbale Beschreibung dazu lieferten Bianca Zettl und Christina Wittmann, die ansonsten charmant und informativ durchs Programm führten.

Im Stil einer typischen Powerrock-Ballade ist „Nothing Else Matters“ gehalten. Dieses getragene Liebeslied der amerikanischen Metalband Metallica wurde mit großem Applaus bedacht. Schwungvoll war der Ausklang des Konzertes. „The Crazy Charleston Era“ führte in die verrückten 1920er-Jahre. Stefan Schwalgin hat mit teilweise burlesken Elementen die drei Titel „Ain’t She Sweet“, „Sweet Georgia Brown“ und „The Charleston“ verarbeitet. Musikleiter Georg Miller, der engagiert, einfühlsam und präzise seine Musiker führte, ließ es sich zum Ausklang nicht nehmen, auf die Verrücktheiten der damaligen und der heutigen Zeit hinzuweisen. Auf einen Nenner gebracht: „All You Need Is Love“. Mit dieser Zugabe und dem Hirblinger Marsch „Gute Freunde“ endeten zwei kurzweilige Neujahrskonzerte. (AL)

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